Süden: Roman (Tabor Süden)

Buchseite und Rezensionen zu 'Süden: Roman (Tabor Süden)' von Friedrich Ani
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Tabor Süden wollte eigentlich niemanden mehr suchen. Vor Jahren hatte er München mit der Absicht verlassen, die Stadt nie mehr zu betreten. Vollkommen unerwartet erhält er einen Anruf von seinem Vater, der seit fünfunddreißig Jahren verschwunden ist. Er sei in München, lässt er Süden wissen. Doch bevor dieser weitere Fragen stellen kann, wird das Gespräch unterbrochen. Süden kehrt zurück, in »die verhunzte Stadt«, und läuft tagelang durch die Straßen auf der Suche nach einem hinkenden Mann in alter Kleidung. Erneut bleibt der Vater unauffindbar. Süden heuert als Detektiv an und wird sofort mit dem schwierigsten Fall der erfolgreichen Detektei beauftragt: Raimund »Mundl« Zacherl, ein Wirt aus Sendling, ist vor zwei Jahren spurlos verschwunden. Seine Ehefrau will endlich Klarheit darüber, warum er von heute auf morgen sein bisheriges Leben aufgab und sich zuvor, scheinbar ohne Grund, vollkommen verändert hatte. Aus dem leutseligen Wirt war ein verschlossener Grübler geworden. Die Detektei hält den erneuten Auftrag der Ehefrau für eine aussichtslose Sache. Für Süden jedoch ist der Fall Zacherl genau das Richtige: Dank seiner eigenwilligen Methoden entdeckt er Hinweise, die andere nicht wahrnehmen würden. Und so führt ihn die Spur schließlich an die Nordsee, auf die Insel Sylt, wo Zacherl offenbar ein neues Leben beginnen wollte.

Süden von Friedrich Ani: Spannung pur im eBook!

Format:Kindle Edition
Seiten:368
Verlag: Knaur eBook
EAN:

Rezensionen zu "Süden: Roman (Tabor Süden)"

  1. Interessant, aber lahm

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 25. Feb 2016 

    Eigentlich verehre ich Friedrich Ani. Seine Beschreibungen von Menschen und all den zwischenmenschlichen Problemen, die in den Szenen deutlich werden, sind literarisch spannend und zeugen von einem Autor, der die Welt und die Menschen sehr genau beobachtet.
    Auch in "Süden" gelingt ihm dies in gewohnt souveräner Art und Weise. Und dennoch war ich nicht sonderlich glücklich mit diesem Roman. Es hat mich weniger gestört, dass Tabor Süden und eigentlich alle Figuren ständig am Trinken sind (obwohl das irgendwann völlig ausgelutscht war und nur noch langweilte), sondern vielmehr, dass die Geschichte lange Zeit vor sich herdümpelt, ohne Spannung aufzubauen. Immer wieder war ich kurz davor, das Buch zurück ins Regal zu stellen, weil ich mich als Leser auch gefragt habe: Was geht mich das an? Ich behielt stets eine gehörige Distanz zum Geschehen, was nicht per se eine schlechte Sache sein muss. Bei einem Krimi will man als Leser aber doch irgendwann gepackt werden.
    Hinzu kam eine große Zufälligkeit, wenn Süden den Fall löst. Figuren tauchen zu zufällig auf. Auch dies langweilt irgendwann.

    Insgesamt also ein souverän und durchaus auch ansprechend geschriebener Krimi, der mich jedoch nicht gepackt hat und über weite Strecken als lahme Ente erschien.