Sturmhöhe: Reclam Taschenbuch

Rezensionen zu "Sturmhöhe: Reclam Taschenbuch"

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 26. Mär 2020 

    Ein Buch der Extreme

    Inhalt (Klappentext):

    Der Findling Heathcliff wächst bei Familie Earnshaw auf dem Gutshof Wuthering Heights in Yorkshire auf. Mit deren stürmischer und leidenschaftlicher Tochter Catherine verbindet ihn eine tiefe Freundschaft. Als der Stiefbruder nach dem Tod des Vaters dem Alkohol und der Spielsucht verfällt und beide terrorisiert, entschließt sich Catherine entgegen ihrer Gefühle, den reichen und angesehenen Nachbarn Edgar Linton zu ehelichen. Der schwer gekränkte Heathcliff schwört, sich daraufhin an beiden Familien zu rächen...

    Meine Meinung:

    Ich glaube "Wuthering Heights" oder deutsch "Sturmhöhe" gehört zu der Art Bücher, die ihre Leserschaft polarisieren. Entweder man liebt dieses Buch oder man kann überhaupt nichts damit anfangen, dazwischen geht wenig. Ich gehöre leider zu der zweiten Gruppe und musste mich regelrecht durch diese Geschichte hindurchquälen. Vielleicht ging ich auch einfach unter falschen Voraussetzungen an die Lektüre. Ich erwartete einen Roman in der Art von "Jane Eyre" oder "Stolz und Vorurteil", aber diese Geschichten sind meilenweit von diesem Buch entfernt. Hier ist alles irgendwie extrem; die Leidenschaften, die Protagonisten, die Handlungsweisen. Mit keinem der Charaktere konnte ich etwas anfangen, sie waren entweder weinerlich und selbstmitleidig, verwöhnt und eigensinnig, weltfremd, unfreundlich und unverschämt oder eben Heathcliff, für den ich einfach keine passende Beschreibung finden kann. Solch ein bösartiger und teuflischer Protagonist ist mir bisher noch nicht begegnet. Die Handlungsweisen waren zum Teil äußerst befremdlich, teilweise erschreckend und völlig überzogen. Auch wenn das Ende vielleicht versöhnlich wirken sollte, war ich heilfroh, als die Geschichte endlich zu Ende war.

    Im Anhang meiner Ausgabe des Reclam-Verlages von 1986 befindet sich ein sehr erhellendes und informatives Nachwort von Ingrid Rein, der Übersetzerin dieses Buches. Sie hat es doch tatsächlich geschafft, meine völlig negative Meinung etwas aufzubessern und den Blick vielleicht auf andere Aspekte zu richten. Der Schreibstil ist nämlich durchaus lesenswert und der Aufbau der Handlung zeugt von hohem schriftstellerischen Können. Schade, dass die talentierte Emily Bronte schon so früh verstorben ist.

    Fazit:

    Eine extreme Geschichte mit der ich überhaupt nichts anfangen konnte. Das sehr gute Nachwort ließ mich das Buch noch unter anderen Gesichtspunkten sehen, so dass ich doch noch 2 Sterne vergeben kann.