Stille Feinde: Thriller (suhrkamp taschenbuch, Band 4870)

Rezensionen zu "Stille Feinde: Thriller (suhrkamp taschenbuch, Band 4870)"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 18. Aug 2018 

    Gangs, Gangsta, alte Sünden, neue Feinde

    Gangs, Gangsta, alte Sünden, neue Feinde
    Isaiah Quintabe, genannt I.Q., ermittelt in seinem zweiten Fall. Als Isaiah erkennt, dass sein geliebter Bruder Marcus, nicht einem Unfall zum Opfer fiel, sondern ermordet wurde, gerät seine Welt ins Wanken. Denn Marcus schien nicht unbedingt der gewesen zu sein, für den Isaiah ihn hielt. Dann meldet sich auch noch Sarita, Marcus‘ Freundin, nach jahrelanger Funkstille bei ihm. Ihr Auftrag führt ihn gemeinsam mit Dodson, seinem Sidekick, nach Las Vegas und hat bald jede Menge Verbrecher aufgemischt.
    Isaiah ist ein unkonventioneller Detektiv, sein scharfer Verstand und seine eigene kriminelle Energie lassen ihn zu ungewöhnlichen Methoden greifen. Die Handlung läuft schnell, die zwei Zeitschienen verwirren zunächst, lösen sich aber genial auf. Es tauchen nicht nur alte Bekannte aus dem ersten Band wie die großmäulige Deronda auf, Isaiah schafft sich auch einen neuen ungemein gefährlichen Feind.
    Stille Feinde ist ein ungewöhnlicher Thriller mit einer grandiosen Hauptfigur. Ich hoffe Joe Ide schreibt schnell. Eine Fortsetzung wird sehnlichst erwartet.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 18. Jun 2018 

    Brutal, hart und spannend

    Privatdetektiv Isaiah Quintabe, kurz IQ genannt, lebt in Long Beach, L.A. Wobei sein Spitzname nicht nur seine Initialen bedeuten, sie stehen auch für seine Begabung, mit Deduktion und Intelligenz die Sachverhalte zu durchschauen. Long Beach ist nicht grade eine feine Gegend, deshalb sind seine Fälle auch meist Probleme der sogenannten kleinen Leute, für die IQ aber ein großes Herz hat. Da hilft er schon mal unentgeltlich. Aber seit Jahren treibt ihn der ungesühnte Unfalltod seines großen Bruders Marcus um. Als er auf einem Schrottplatz einen Wagen entdeckt, der dem Unfallwagen gleicht, findet er schnell Indizien, die nahelegen, dass Marcus vorsätzlich überfahren und ermordet wurde. Gleichzeitig bittet Marcus frühere Freundin Quintabe um Hilfe. Ihre jüngere Schwester, ein Junkie und spielsüchtig, steckt in großen Schwierigkeiten. Sie hat sich von den falschen Leuten Geld geborgt, das sie nicht zurückzahlen kann und versucht eine Gang mit gestohlenen Dokumenten zu erpressen. Jetzt hat sie nicht nur den Geldhai auf den Fersen, auch eine chinesischen Triade und das mexikanische Syndikat wollen ihr ans Leder.
    IQ als Hauptfigur ist ein faszinierender Protagonist. Der Plot ist raffiniert, vielschichtig und – wie ich finde – sehr kompliziert aufgebaut. Wenn man nicht mit großer Konzentration liest, verliert man sich schnell in Nebensträngen und Rückblenden. Trotzdem bleibt die Spannung aber durch die ganze Geschichte erhalten.
    Die Sprache ist knallhart, sehr lakonisch und brutal. Überhaupt beherrschen die Brutalität der Gangs und die ständigen Gewaltexplosionen das ganze Buch. Verstärkt wird das durch den rauen Unterweltslang. Ich hatte damit meine Schwierigkeiten, auch wenn bei Quintabe immer mal Ironie, sogar feiner Humor aufblitzt und seine Menschlichkeit ein Gegenpart zu seinen Ermittlungen und seiner Umgebung darstellt. Die abrupten Szenenwechsel bringen genau wie die Sprache sehr viel Tempo ins Buch. Ich könnte mir sehr gut einen Film mit diesem vorstellen, die viele Szenen ließen bei mir sofort ein Kopfkino abspulen.