Stieg Larssons Erbe

Rezensionen zu "Stieg Larssons Erbe"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 02. Jan 2019 

    Anstrengende Lektüre, mit interessanten Aspekten

    2014 entdeckt Jan Stocklassa das Archiv von Stieg Larsson und erhält Zugang dazu. Er hat Zugriff auf die Ermittlungen zum Mordfall Olof Palme. In diesem Buch erzählt Stocklassa die bislang unbekannten Recherchen des Bestsellerautors als True Crime-Story.

    Das Buch hat seinen ganz eigenen Stil - und nach und nach merkte ich, dass es nicht "mein" Stil ist. Stieg Larssons Erbe ist in zwei Teilen geschrieben. Was ich am Anfang etwas verwirrend fand, da man sich erst einmal zwischen den Zeiten und vielen Personen orientieren muss.
    Das Buch ist keinesfalls uninteressant, sondern bietet viele interessante Aspekte und spannende Stellen. Das Lesen war für mich jedoch sehr sehr anstrengend - mein Interesse ist dadurch eher geringer geworden, anstatt gestiegen. Meiner Meinung nach, war zu viel Spekulation im Raum der man nicht immer folgen konnte.

    2014 entdeckt Jan Stocklassa das Archiv von Stieg Larsson und erhält Zugang dazu. Er hat Zugriff auf die Ermittlungen zum Mordfall Olof Palme. In diesem Buch erzählt Stocklassa die bislang unbekannten Recherchen des Bestsellerautors als True Crime-Story.

    Das Buch hat seinen ganz eigenen Stil - und nach und nach merkte ich, dass es nicht "mein" Stil ist. Stieg Larssons Erbe ist in zwei Teilen geschrieben. Was ich am Anfang etwas verwirrend fand, da man sich erst einmal zwischen den Zeiten und vielen Personen orientieren muss.
    Das Buch ist keinesfalls uninteressant, sondern bietet viele interessante Aspekte und spannende Stellen. Das Lesen war für mich jedoch sehr sehr anstrengend - mein Interesse ist dadurch eher geringer geworden, anstatt gestiegen. Meiner Meinung nach, war zu viel Spekulation im Raum der man nicht immer folgen konnte.

  1. 4
    (4 von 5 *)
     - 30. Nov 2018 

    True crime

    „Der Mord am schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme ist einer der unglaublichsten und erstaunlichsten Mordfälle, die ich je zu betreuen hatte.“ (Stieg Larsson)

    Jan Stocklassas Sachbuch „Stieg Larssons Erbe“ ist im November 2018 im Europaverlag erschienen und umfasst 486 Seiten.
    In erster Linie ist Stieg Larsson als der Verfasser der Millennium-Trilogie bekannt. Was weniger bekannt ist: „Er hatte sein Leben dem Kampf gegen den Rechtsextremismus verschrieben.“
    In diesem Zusammenhang widmete er auch einen großen Teil seines Lebens in den Jahren von 1986 bis zu seinem Tod 2004 den Recherchen im Mordfall Olof Palme, der 1986 nicht nur Schweden erschütterte und bis heute nicht aufgeklärt werden konnte. Als der schwedische Journalist und Autor Jan Stocklassa auf das versteckte Archiv Larssons stößt, nimmt er die Recherchen wieder auf und versucht, diesem Verbrechen auf den Grund zu gehen.
    Gegliedert ist Stocklassas Buch in zwei Teile: Im ersten beschreibt er Larssons Recherche sowie, parallel dazu, die der schwedischen Behörden, im zweiten in erster Linie seine eigenen Untersuchungen. Im Vor- und im Nachwort erläutert er sein Vorgehen.
    Zweifelslos ist der erste Teil interessant zu lesen, da man einen guten Einblick in die Polizeiarbeit und ihre Strukturen erhält. Diejenigen, die die Achtzigerjahre noch bewusst miterlebt haben, fühlen sich hier auch wieder in diese Zeit zurückversetzt, was unter anderem auch dem Buchdruck zu verdanken ist: Wann haben wir das letzte Mal maschinengeschriebene Seiten und handschriftliche Listen vor Augen gehabt? Wer erinnert sich im Alltag noch an die politischen Querelen und Verstrickungen der damaligen Zeit? Vieles davon taucht beim Lesen wieder auf. In Rückblenden erfahren Leser/innen und Leser zudem Details aus Larssons Leben und können nachvollziehen, weshalb er sein Leben der Bekämpfung der Rechten und dem Palme-Tod gewidmet hat. Informativ ist es auch, den verschiedenen Spuren zu folgen, die sich im Laufe der Ermittlungen auftaten: Sie reichen von einem „durchgeknallten Einzeltäter“ über die PKK und das rechte Milieu bis hin zum südafrikanischen Geheimdienst. Auf der anderen Seite ist dieser Abschnitt jedoch recht kompliziert und langatmig zu lesen, da er viele Personen und Organisationen enthält, die einzuordnen den meisten schwer fallen dürfte. Das sich am Ende befindende Personenverzeichnis mag zwar als Orientierung dienen, genügte mir persönlich jedoch nicht, um alle Fragen und Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.
    Im zweiten Teil entfaltet Stocklassa sein schriftstellerisches Können. Plastische Beschreibungen und lebensnahe Darstellungen der Beteiligten lassen diesen Teil streckenweise romanhaft erscheinen und laden Leser/innen ein, in die Handlung einzutauchen. Mit ihm befragen Leserinnen und Leser erneut Zeugen, reisen durch die Welt und gehen den Spuren noch einmal auf den Grund.
    Der Autor beendet seine Ausführungen mit dem Satz: „Wenn sich alles fügt, dann können wir in eine oder zwei Jahren wirklich das sagen, was lange für unmöglich gehalten wurde: Der Palme-Mord ist aufgeklärt.“ Wir dürfen also weiterhin gespannt sein.
    Insgesamt ein Buch, das einige Ansprüche an die Lesenden stellt, in dem man aber auch viel Wissenswertes über Stieg Larsson und – vor allem – die politische Lage der Achtzigerjahre erfährt. Für Interessierte bestimmt eine eindrucksvolle Lektüre. Mir jedenfalls hat das Buch nach einigen Anlaufschwierigkeiten interessante Lesestunden bereitet.