Spreewaldgrab: Kriminalroman

Rezensionen zu "Spreewaldgrab: Kriminalroman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Apr 2016 

    Spreewaldgrab

    Der Spreewald ist eine idyllische Landschaft voller Ruhe und fernab von Hektik. Genau der richtige Ort für Klaudia Wagner, die sich aus dem Ruhrgebiet hierher versetzen liess. Es ist die alte Geschichte, ihr Lebensgefährte hat eine Jüngere und da ihr Lebensgefährte auch ihr Chef bei der Kripo war, bekommt auch ihre berufliche Laufbahn einen Knick. Zudem scheint die Trennung recht schmutzig abgelaufen zu sein.
    Allerdings ist es im schönen Lübbenau auch nicht allzu golden. Die uralten Wenderessentiments Ossis gegen Wessis haben immer noch Gewicht, die Kollegen sind mit ihren eigenen Problemen beschäftigt, sie findet kaum Zugang, ja man könnte es Mobbing nennen. Außerdem ist da noch ein Stalker, der zunehmend Klaudias Leben schwer macht.
    Ein Mord bringt ziemlich Unruhe, ein Immobilienmakler wird tot in seinem Wochenendhaus aufgefunden, die Ehefrau ist schwere Alkoholikerin, der Sohn und sein Ehemann mauert und kaum will Klaudia ermitteln, wird sie ausgebremst. Dann taucht bei der Spurensuche noch eine altes Skelett auf dem Grundstück aus und schon bekommt der Fall noch eine historische Dimension.
    Der erste Fall, so steht es auf dem Klappentext, ist ein gelungener Auftakt. Der Plot ist ausgezeichnet komponiert, die Spannung durchgehend hoch. Der zweite Handlungsstrang bringt noch eine Extraportion Psychothrill in den Roman. Die mythisch-geheimnisvolle Landschaft Spreewald mit den vielen Wasserwegen und verschwiegenen Orten sind ein stimmungsvoller Hintergrund.
    Es gibt für mich allerdings eine Einschränkung, alle handelnden Personen sind mit Sozialdramen überladen, da gibt es Gewalt gegen Frauen, ungewollte Schwangerschaften, Ehekrisen, Gesundheitskrisen, Familientragödien und vieles mehr. Auch wenn ich berücksichtige, dass hier für die weiteren Folgen ein Grundstock gelegt werden sollte, damit die Handlungsstränge weitergeführt werden können, war es des Guten zuviel.
    Davon abgesehen, ist „Spreewaldgrab“ ein absolut empfehlenswerter Kriminalroman.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 08. Mär 2016 

    Tödliche Abgründe im Spreewald

    Nach der schmerzhaften Trennung von ihrem Freund und Vorgesetzten Arno lässt sich Klaudia Wagner in den idyllischen Spreewald versetzen. Zwischen Kanälen und Fließen schlummern so manche Schicksale und Geheimnisse. Und so bekommt Klaudia es auch noch gleich mit 3 schweren Fällen zu tun. Der Unternehmer König der tot in einem Haus vorgefunden wird, die Geliebte Königs die verschwunden ist und ein 20 Jahre altes Skelett im Wald vergraben. Dazu macht es ihr das neue Ermittlerteam auch nicht gerade leicht, sich an ihre neue Heimat zu gewöhnen. (z.B. Kollege Uwe bei dem sie in der Einliegerwohnung wohnt wird ihr eine Affäre angedichtet, auch in deren familäre Probleme wird sie ebenfalls ungewollt hineingezogen). Zu dem machen ihre die eigenen körperlichen Probleme zu schaffen und bringen sie manchesmal an ihre Grenzen.
    Als Klaudia dann dem Mörder immer näher, wird es für sie dann auch noch zu einer sehr gefährlichen Situation.
    Das Cover gefällt mir sehr gut zeigt es für mich eine mystische Spreewaldidylle, die einen neugierig macht.

    Meine Meinung:
    Am Anfang tat ich mich etwas schwer mit dem Buch, vorallem mit den Kapiteln, bei denen es um eine Frau ging die irgendwo im dunkel gefangen gehalten wurde. Mit diesen Kapitel wurde ich einfach nicht richtig warm, zu irritierend waren manchmal die Eindrücke,Gedanken oder Stimmen die dort beschrieben wurden.
    Allerdings mit zunehmendem Lesen gefiel mir das Buch dann immer besser und zur Mitte zu konnte ich es dann nicht mehr aus der Hand legen. Das Ende war dann für mich absolut überraschend, die Autorin hat es geschafft einen wirklich zu verwirren, so das man nicht auf den Täter/in kommt.
    Die Charaktere des Ermittler Teams waren sehr gut beschrieben, so das ich doch im großen und ganzen gut mit ihnen klar kam.
    Und so manche Dinge blieben dann auch noch im Verborgenen so das man schon die Lust für den nächsten Band der Reihe bekommt.
    Von mir gute 4 von 5 Sternen.

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 15. Jan 2016 

    Kähne und Kanäle

    Die Polizistin Klaudia Wagner lässt sich nach einer unschönen Trennung aus dem Ruhrgebiet in den Spreewald versetzen. Sie hatte einen Hörsturz und leidet immer noch unter den Folgen, die neuen Kollegen sollen allerdings nichts merken. Besonders gut angekommen ist sie noch nicht. Die Kollegen haben sie nicht gerade mit offenen Armen aufgenommen. Schon kurz nach ihrer Ankunft wird in einem Wochenendhaus ein Toter aufgefunden. Ein Unternehmer, der sich von seiner Frau trennen wollte. Schnell finden die Beamten heraus, dass er eine Geliebte hatte, die auf Geschäftsreise in London sein soll. Zu erreichen ist sie aber nicht.

    Sollte man es nach einem Hörsturz nicht etwas ruhig angehen lassen, um weitere Folgen zu vermeiden? An einen solchen Rat, den ein Arzt möglicherweise gegeben hat, hält sich Klaudia Wagner nicht. Sie mischt mit und treibt die Untersuchungen voran. Ihre Kollegen scheinen dagegen manchmal etwas träge zu sein oder noch mehr mit ihren privaten Belangen beschäftigt als Klaudia. Diese sucht Anschluss in ihrer neuen Umgebung und in ihrem Bemühen scheitert sie zunächst. Was die sogenannten Kollegen da zu treiben scheinen grenzt schon an Mobbing. Der Chef tut nicht wirklich etwas, um die Situation zu bereinigen.

    Mehrere Fälle wirken hier zusammen. Die nicht verarbeitete Vergangenheit, die unsichere Zukunft, eine beschauliche Umgebung, von der man meint, kein Wässerchen könne sie trüben, sofern das bei einer Gegend möglich ist, das ergibt die Grundlage zu einem spannenden und verschachtelten Fall. Im Laufe der Ermittlungen gibt es so manche Überraschungen. Die Stimmungen und Strömungen unter den Kollegen und mehr oder weniger gegen Klaudia, deren Lage sich fast täglich zu verschlimmern scheint, wirken allerdings etwas dick aufgetragen. Vielleicht ist das zwar für die Geschichte notwendig, lenkt beim Lesen aber manchmal von der eigentlichen Krimihandlung ab. Zwar ist es immer interessant auch etwas vom privaten Umfeld der handelnden Personen zu erfahren, doch falls es sich hier um einen Serienstart handelt, wäre eine langsame Entwicklung dieser Begleitmusik angenehmer.
    3,5 Sterne