Skylark - Der eiserne Wald: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Skylark - Der eiserne Wald: Roman' von Meagan Spooner
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Skylark - Der eiserne Wald: Roman"

Format:Broschiert
Seiten:448
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453268227

Diskussionen zu "Skylark - Der eiserne Wald: Roman"

Rezensionen zu "Skylark - Der eiserne Wald: Roman"

  1. Dystopische Fantasy voller origineller Einfälle

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Feb 2015 

    Das Cover finde ich wunderschön - und wenn ich ein Cover wunderschön finde, schlage ich die erste Seite immer mit gemischtem Gefühlen auf. Wird mir der Inhalt genau so gut gefallen? Bei diesem Buch hätte ich mir da keine Gedanken machen müssen, denn es ist ein echtes Highlight!

    Wenn ich das Buch beschreiben müsste, würde ich sagen, es ist eine originelle, spannende Mischung aus Dystopie und Urban Fantasy. Auf den ersten Blick erscheint die Welt, in der Lark lebt, vielleicht wie ein Paradies, aber schnell entpuppt sich dieses Paradies als schöner Schein. Tiere sind schon lange ausgestorben. Die Welt außerhalb der Mauer ist tödlich und das Heim von "Denen", einer Art Zombies. Die Gesellschaft wird von den "Architekten" regiert, die fast schon eine Art Adelsstatus haben.

    In einem gewissen Alter, meist zwischen 11 und 12 Jahren, werden alle Kinder "geerntet" - das heißt, ihnen wird ihre "Ressource" abgeschöpft und dazu benutzt, Maschinen anzutreiben, Licht zu erzeugen und einiges mehr. Die "Ressource" ist eine Art Energie, die nur hinter vorgehaltender Hand als Magie bezeichnet wird. Nach der "Ernte" wird jedem Kind seine Rolle in der Gesellschaft zugeteilt, ungeachtet dessen, was das Kind selber vom Leben will, und wenn es diese Rolle nicht zufriedenstellend erfüllt, wird es "neu ausgerichtet"... Und dennoch freut sich jedes Kind auf die Ernte, denn erst danach gilt es als erwachsen - und kann bei einer verschwenderischen Party frische Lebensmittel essen, die es sonst nie zu sehen bekommt, denn Lebensmittel (und sauberes Wasser) sind streng rationiert, und die Zuteilung hängt vom Status der Familie ab.

    Die Autorin lässt viele tolle, originelle Ideen ganz nebenher in die Geschichte einfließen: Die mechanische Sonne, die sich morgens knirschend erhebt und abends mit viel Getöse untergeht. Fleischfressende Bäume. Mechano-Tiere. Energiegeister. Schattenmenschen. Die Welt ist gut durchdacht und wird bildhaft, intelligent und mitreißend beschrieben! Im Laufe des Buches war ich immer wieder freudig überrascht, dass sich die Geschichte viel komplexer und vielschichtiger entwickelte als erwartet - und gelegentlich auch grausamer.

    Der Schreibstil sprach für mich alle Sinne an: ich konnte die Sonne knirschen hören, die Maschinen summen; konnte den sterilen Geruch in der Ernte-Einrichtung genauso riechen wie den erdig-metallischen Geruch im eisernen Wald... Ich konnte Larks Schmerzen spüren, und die Katakomben unter der Stadt vor mir sehen.

    Auch die Charaktere haben mit gut gefallen, allen voran die Protagonistin, Lark. Sie ist ein "Blindgänger", d.h., sie ist zu Beginn des Buches schon 15 und wurde noch nicht geerntet. Sie sehnt sich danach, aber dann wird ihre Ernte zum Albtraum... Gut fand ich, dass sie nicht über Nacht zur selbstbewussten Heldin wird: sie hat furchtbare Angst, sie weiß nicht, was sie tun soll, aber weil sie keine andere Wahl hat, flüchtet sie und findet sich in einer Welt wieder, die für sie furchtbar fremd ist. Sie hat noch die den freien Himmel gesehen und hat richtige Panik davor! Von Gewittern und Ähnlichem ganz zu schweigen. Aber man kann ihr auf ihrem Weg zum Eisernen Wald quasi zusehen, wie sie an ihren Herausforderungen wächst und zu einer viel selbstbestimmteren, mutigeren Person wird.

    Larks Bruder Basil gilt als verschollen oder tot, und ihr Bruder Caesar ist ein "Regulator", d.h., er muss Verstöße gegen die gesellschaftlichen Regeln melden. Das führt natürlich zu Konflikten! Wird Caesar stur seine Pflicht tun, oder seiner Schwester zuliebe beide Augen davor verschließen, was sie vorhat? Das müsst ihr schon selber lesen!

    Einer meiner Lieblingscharaktere ist Nix, ein "Kobold" - eine kleine Maschine, die eigentlich vom Staat zur Überwachung eingesetzt wird. Aber Maschinen sind in diesem Buch nicht immer nur Maschinen, und so entwickelt Nix nach und nach eine Persönlichkeit. Er ist einfach süß!

    Dann gibt es noch Oren, über den ich quasi nichts verraten kann, ohne die Überraschung zu verderben. Nur soviel: er ist ein mysteriöser Charakter voller Geheimnisse und Abgründe, und dennoch wurde er mir immer sympathischer. Lark ertappt sich schnell dabei, dass sie für ihn Gefühle entwickelt, aber es gibt vieles, was dem ihm Wege steht! Ob diese Liebe überhaupt eine Chance hat - verrate ich nicht, aber sagen wir mal, in diesem Buch sollte man keine einfache Lösung erwarten!

    Fazit:
    Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch Fans der folgenden Bücher anspricht: "Unsterblich" von Julie Kagawa, "Angelfall" von Susan Ee, "Retra" von Marianne de Pierres, "Göttersturz" von Lars Schütz, "Breathe" von Sarah Crossan, "Der eiserne Wald" von Chris Howard... Eine wirklich originelle, dystopische Fantasy-Geschichte mit einer sympathischen Heldin und voller unerwarteter Wendungen. Daumen hoch!