Sie finden dich nie: Kriminalroman

Rezensionen zu "Sie finden dich nie: Kriminalroman"

  1. Ein Reihenauftakt nach Maß...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 18. Nov 2018 

    Bei einer Kostümparty verschwindet die achtjährige Daisy spurlos aus dem Garten der Familie. Detective Inspector Adam Fawley soll die Ermittlungen übernehmen und nach dem Mädchen suchen. Schnell merkt er, dass die Eltern sich in immer neue Widersprüche verstricken und verwirrende Schuldzuweisungen von sich geben. Was ist in den Tagen vor dem Verschwinden geschehen? Warum verhält sich Daisys Bruder so, als würde er etwas verbergen? Für Adam Fawley beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, der ihn auch persönlich betrifft, denn er weiß, dass nicht jedes Kind gerettet werden kann.

    Eine ganz normale Familie in Oxford - Vater, Mutter, Sohn und Tochter. Doch plötzlich ist nichts mehr normal, denn die 8jährige Daisy verschwindet plötzlich bei einer Kostümparty im eigenen Garten. Wie kann das geschehen? Und weshalb hat niemand etwas bemerkt? Diesen und immer mehr Fragen gehen Detectiv Inspector Adam Fawley und sein Team nach, und je tiefer sie graben, desto mehr Fragezeichen tun sich auf.

    Geschickt konzipiert ist dieser Krimi - der erste Band einer geplanten Reihe um Adam Fawley. In der Gegenwart gibt es immer wieder Wechsel von der Ich-Perspektive des Detectiv Inspectors zu der Sichtweise eines anderen Charakters, dazwischen wechselt die Handlung auch in die Vergangenheit zu Geschehnissen, die vor dem Verschwinden der kleinen Daisy lagen. Obwohl auf diese Art immer mehr Puzzleteilchen ins Spiel kommen, wird das Bild nur vermeintlich klarer - neue Erkenntnisse führen immer wieder zu überraschenden Wendungen.

    So schwanken die Ermittler und mit ihm der Leser ständig bezüglich der Vermutungen des Geschehens und der Hintergründe des Verschwindens der Achtjährigen, später auch hinsichtlich einer möglichen Täterschaft und des wahrscheinlichsten Täters. Und trotz der Anhäufung von Verdachtsmomenten und Indizien sollte man sich lieber nicht zu früh festlegen. Und am Ende? Da wartet doch tatsächlich die größte Überraschung.

    Flüssig geschrieben ist dieser Reihenauftakt, und oftmals rasch aufeinanderfolgende Perspektivwechsel sowie die überraschenden Wendungen halten die Spannung und den Lesefluss gleichermaßen aufrecht. Eine besondere Würze erhält der Krimi durch Einschübe von Medienberichten einerseits und Auszügen aus den Social Media wie Twitter und Facebook andererseits, die die öffentliche Meinungsbildung gehörig beeinflussen und zeitweise in regelrechten Hetzaufrufen münden. Aus dem Leben gegriffen, könnte man sagen, und solcherlei trägt dazu bei, dass die Schilderung des Falls sehr authentisch wirkt.

    Die Zeichnung der Charaktere geht nicht allzusehr in die Tiefe, aber gerade im Hinblick auf die Personen des Ermittlerteams erscheint dies nachvollziehbar, da noch weitere Bände folgen sollen. Detectiv Inspector Adam Fawley jedenfalls erscheint im Fall der verschwundenen Daisy als etwas tragische Figur, da er vor kurzem selbst ein Kind verloren hat. Die Andeutungen hierzu und das deutliche Bild gegen Ende haben mir einige Male eine Gänsehaut über den Rücken gejagt.

    Alles in allem ein wirklich gelungener Reihenauftakt! Spannend, verwirrend, unterhaltsam - das schreit nach mehr!

    © Parden