Selection - Die Elite

Buchseite und Rezensionen zu 'Selection - Die Elite' von Kiera Cass
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2 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Selection - Die Elite"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:384
EAN:9783733500955

Rezensionen zu "Selection - Die Elite"

  1. Ewiges Gefühlswirrwarr im Liebesdreieck

    bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 07. Mär 2016 

    Der erste Band der Reihe war für mich so ein Buch, für das man gerne auf Schlaf verzichtet, um stattdessen nur so durch die Seiten zu fliegen. Ich fand die Mischung aus Dystopie und Castingshow originell, unterhaltsam und spannend, und ich hielt die Hauptfigur, America Singer, für ein sympathisches, intelligentes Mädchen, mit dem sich sicher viele junge Leserinnen identifizieren können.

    Leider, leider hat mich der zweite Band aber schwer enttäuscht.

    Schon im ersten Band hätte ich den Schwerpunkt der Geschichte gerne etwas verschoben - weniger Castingshow, mehr Dystopie. Ich wollte mehr über die Hintergründe all dessen erfahren: warum wurde das Kastensystem eingeführt, warum wurde die Demokratie zugunsten einer Monarchie abgeschafft, was genau sind die Pläne der Rebellen...Meine Erwartungen an den zweiten Band waren, dass er mir genau diese Dinge erklärt, aber das erfüllte er nur zum Teil. Zwar wird all das angesprochen, ja, aber eher oberflächlich, und stattdessen steht das Liebesdreieck zwischen America, Aspen und Maxon imer und immer wieder im Mittelpunkt.

    Um ganz ehrlich zu sein, ist mir America in diesem Band unsäglich auf die Nerven gegangen, denn sie lebt in einem diktatorischen Kastensystem, könnte endlich etwas bewirken - und verschenkt ihre Möglichkeiten, weil sich ihre Gedanken stattdessen um ihre eigenen verwirrten Gefühle drehen.

    Sie bekommt durch die Teilnahme an der Selection die einmalige Chance, sich über die Politik ihres Landes zu informieren, aber sie stöhnt über die schwierigen Berichte, die sie lesen soll, und greift auch eher widerwillig zu den Büchern. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass sie mal die Ärmel hochkrempelt und sich wirklich anstrengt, sich das unbezahlbare Wissen zu erarbeiten! Als sie die Aufgabe erhält, ein wohltätiges Projekt zu gestalten, fällt ihr schlicht und ergreifend nichts ein - ihr, die selber erlebt hat, mit welchem Schwierigkeiten die niederen Kasten zu kämpfen haben! Sie fragt Aspen, Maxon und ihre Zofen nach Ideen, und letztendlich fordert sie eine enorme Umwälzung, ohne sich die geringsten Gedanken darüber zu machen, wie sich diese Umwälzung tatsächlich realistisch umsetzen ließe.

    Sie fragt sich öfter, ob sie wohl eine gute Prinzessin wäre, und meine Antwort wäre: Nein, America, das glaube ich nicht. Nicht, weil sie nicht intelligent genug wäre, aber sie erschien mir unfähig, entschlossen Entscheidungen zu treffen und das große Ganze im Blick zu behalten.

    Sie kann sich auch zwischen Aspen und Maxon nicht entscheiden, und so fordert sie von beiden immer wieder mehr Zeit, mehr Zeit, mehr Zeit... Zeigt einer von beiden aber auch nur das leiseste Interesse an einem anderen Mädchen, schäumt sie vor Eifersucht! Ich fand sie zum Teil richtig manipulativ, denn wenn sie den Eindruck hat, sie könnte Maxon vielleicht verlieren, geht sie sofort hin und deutet an, dass sie sich ja eigentlich schon so gut wie für ihn entschieden habe... Romantisch fand ich das nicht mehr.

    Die Geschichte zog sich für mich oft sehr, denn abgesehen von Americas zwiespältigen Gefühlen passiert über lange Strecken eigentlich nicht so arg viel. Die Rebellen greifen ein paar Mal an, aber das läuft im Prinzip immer gleich ab: große Panik, alle Mann in die Schutzräume, ein paar Verletzte oder Tote, zurück zur Dreiecksgeschichte und Beschreibungen von schönen Kleidern, komplizierten Frisuren und dekadenten Bällen, während draußen Leute hungern und sterben. Für mich kam da keine rechte Spannung auf. (Außerdem sollte man meinen, dass die Palastwache inzwischen auf die Idee gekommen wäre, einfach mal ein paar Wachposten aufs Dach zu stellen, damit die Angriffe nicht immer so völlig überraschend kommen.)

    Den Schreibstil fand ich dagegen wieder sehr ansprechend, flüssig und angenehm zu lesen. Die Autorin beschreibt die Geschehnisse mit viel Liebe zum Detail und lebendigen Bildern.

    Fazit:
    In meinen Augen schreitet die eigentliche Geschichte in diesem Band nur sehr wenig voran. Zwar erfahren wir mehr über die Hintergründe des Kastensystems und die politischen Strukturen, aber der Schwerpunkt liegt für mich eindeutig auf der endlosen Dreiecksgeschichte zwischen America, Aspen und Maxon... Diese konnte mich leider nur wenig fesseln, da mir America in diesem Band eher unsympathisch war und ich ihre Handlungen oft nicht nachvollziehen konnte.