Sein oder Nichtsein: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Sein oder Nichtsein: Roman' von Klaus Pohl
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Sein oder Nichtsein: Roman"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:288
EAN:9783869712437

Rezensionen zu "Sein oder Nichtsein: Roman"

  1. Herrliche Darstellung des Theaterbetriebs

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 22. Okt 2021 

    1999 bereitet die Theatergröße Peter Zadek seine zweite große Inszenierung zu "Hamlet" vor, mit im Ensemble als Horatio der Schauspieler Klaus Pohl. Dieser führte damals eine Art Tagebuch, das nun, gut 20 Jahre später die Grundlage für einen Roman über dieses Projekt bildet. Die Vorbereitungen sind eine einzige Katastrophe, Diverse Schauspieler, vor allem Ulrich Wildgruber, der in Zadeks erster großen Hamletinszenierung geglänzt und beeindruckt hatte, missgönnen der Schauspielerin Angela Winlkler, die dieses Mal für die Titelrolle besetzt ist, diesen Part. Sie selbst fühlt sich, auch als Frau, mit der Rolle des männlichen Dänenprinzen, die zudem recht textlastig ist, überfordert und flieht zweimal vom Probenort Straßburg. Zadek selbst stellt die Schauspieler, aber auch die Bühnenbildner mit immer neuen Ideen vor Herausforderungen, für die sie an ihre Grenzen gehen müssen, bisweilen darüber hinaus. Tränen fließen, Streiks drohen, Idiosykrasieren einzelner Beteiligter verzögern immer wieder die Arbeit,doch irgendwie gelingt es allen Beteiligten, das später gelobte Theaterprojekt erfolgreich zu meistern..

    Gewiss ist einiges in Pohls Roman überzeichnet, aber irgendwie stimmt es schon, Theaterschauspieler/innen sind ein merkwürdiges Völkchen. Vielleicht braucht es nicht nur Ehrgeiz für diesen Beruf, sondern auch ein bisschen Masochismus. Das, was sich für den Leser dieses Roman ganz amüsant lesen lässt, ist harte Knochenarbeit, die oft genug noch nicht einmal ausreichend gewürdigt wird. Dieser Roman trägt ein Stück weit dazu bei, diesem, Missstand abzuhelfen. Im Übrigen macht er noch einmal klar, welche Theatergranden mit Peter Zadek, Ulrich Wildgruber, Hermann Lause und Otto Sander inzwischen abgetreten sind. Mögen sie im Himmel die Bühne finden, die sie verdient haben.

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