Schwingen aus Stein

Rezensionen zu "Schwingen aus Stein"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 01. Dez 2018 

    Aus der Welt

    Im Jahr 1867 ist die junge Gouvernante Konstanze Vanholst mit ihrem Mündel Clarissa unterwegs nach Passau. Die Eltern des Mädchens sind tot und die beiden sind vor dem Onkel auf der Flucht, der sich das Erbe unter den Nagel reißen will. Auf dem Weg lauern mannigfaltige Gefahren, die nicht alle von dieser Welt sind. Schon nach kurzer Zeit werden Konstanze und Clarissa getrennt. Clarissa wird entführt und Konstanze, die eigentlich im Fluss entsorgt werden sollte, wird von einem seltsamen Wesen gerettet, das gegen die Hilfe einen Gefallen einfordert. Der junge Ian McMullan landet mit seinem Meister in eben jenem Bordell, in das Clarissa entführt wurde.

    Die Wanderungen durch den düsteren bayrischen Wald bekommen bald etwas Mystisches. Verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen magischen Fähigkeiten treffen hier aufeinander und nicht alle haben hehre Ziele. Die junge Clarissa ist in ihrer Unschuld in großer Gefahr. Konstanze, nicht so viel älter, will ihren Zögling schützen. Dass sie dafür möglicherweise ihr Leben riskieren muss, war allerdings nicht geplant. Die Begegnung mit dem eigenartigen Rabenmann ist sehr beängstigend und auch der auf den ersten Blick freundliche Richard hat eine geheimnisvolle zweite Seite. Ordensbrüder, die sich als Hexenjäger aufführen, sind dagegen immer mit Vorsicht zu genießen.

    Obwohl dieses Buch in sich abgeschlossen ist besteht doch eine gewisse Verbindung zu einigen weiteren Büchern der Autorin. In ihren Schauerromanen entwickelt sie ein eigenes Universum, wobei nicht ganz gewiss ist, ob es besser ist, die zeitliche Reihenfolge einzuhalten. Dieser Band ist zeitlich jedenfalls wenige Jahre später angesiedelt als die anderen Bände. Mit Interesse beginnt man die Lektüre, die mit der Vorstellung der jungen Frauen auf der Flucht beginnt. Immer wieder bedarf es Konstanzes Einfallsreichtum, um den Verfolgern zu entkommen. Mit Witz wird beschrieben, wie Konstanze immer wieder dem einem oder anderen knapp von der Schippe springt. Und auch die Wanderungen durch den düsteren Wald und die Begegnung mit seltsamen Wesen vermögen sehr zu fesseln. Doch andere Passagen eher surrealer Art vermögen sicher manchen Leser zu überzeugen, doch vielleicht nicht jeden. Wenn sich jedoch am Ende die Teile zu einem Ganzen fügen, schließt man das Buch zufrieden, eine gute Schauergeschichte präsentiert bekommen zu haben.
    3,5 Sterne