SCHWEIG!: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'SCHWEIG!: Thriller' von Judith Merchant
4.75
4.8 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "SCHWEIG!: Thriller"

Am Tag vor Heiligabend fährt Esther in den Wald zum Haus ihrer Schwester, um ihr ein Geschenk und eine Flasche Wein zu bringen. Ein Schneesturm setzt ein. Das Geschenk wird nicht geöffnet. Der Wein schon. Dinge werden gesagt, die besser ungesagt blieben. Und Taten werden begangen, die nie mehr rückgängig gemacht werden können. Eigentlich muss Esther ihr Weihnachtsfest mit Ehemann und Kindern in der Stadt vorbereiten: einkaufen, Tanne besorgen – es wäre genug zu tun. Doch ihre Schwester Sue, die seit ihrer Scheidung völlig allein in einem riesigen Haus tief im Wald lebt, geht ihr nicht aus dem Kopf. Und so setzt sie sich ins Auto und fährt los. Aber nur um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist und ob Sue zumindest ihre Tabletten nimmt. In die Stadt einladen kann sie sie nicht. Denn was, wenn sie wieder durchdreht – wie letztes Jahr? Am Haus im Wald angekommen, stellt Esther fest, dass Sue sie loswerden will. Was hat sie zu verbergen? Ein Schneesturm setzt ein. Zum ersten Mal seit ihrer Kindheit kommen die Schwestern ins Gespräch, und kein Stein bleibt auf dem anderen – bis eine der beiden zum Messer greift. Während der Schnee alles verdeckt und jedes Geräusch erstickt ...

Format:Broschiert
Seiten:352
Verlag:
EAN:9783462001334

Diskussionen zu "SCHWEIG!: Thriller"

Lesern von "SCHWEIG!: Thriller" gefiel auch

Rezensionen zu "SCHWEIG!: Thriller"

  1. Toller Thriller für die Herbst/Winterzeit

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 11. Sep 2021 

    Da die Geschichte am 23.12. startet, war es für mich Anfangs etwas seltsam diese jetzt Anfang September zu lesen - wenn wir die letzten Sommertage genießen.
    Aber das hat das Lesevergnügen nicht geschmälert - ich glaube für die kommende Zeit, wirklich ein perfekter Thriller für Liebhaber dieses Genres.

    Sue lebt alleine in einer sehr großen Villa mitten im Wald - ihr Leben ist nicht so verlaufen, wie sie es sich eigentlich vorgestellt hatte.

    Diese Ausgangslage ist schon einmal perfekt für einen Thriller - ein einsames Haus im Wald - der Spannungsbogen steigt sofort.

    Ihr Schwester Esther stattet ihr einen Weihnachtsbesuch ab - und dieser ist anders verlaufen wie man es erwarten würde.

    Für mich ein wirklich klasse Thriller, geschrieben mit einem super zu lesenden Schreibstil. Der Aufbau des Buches ist spannend gelungen - das ganze wirkt authentisch. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen - von mir gibt es eine Empfehlung.
    Auch optisch finde ich das Cover absolut gelungen.

  1. Ein packender Thriller über eine toxische Beziehung

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Sep 2021 

    Inhalt: Der Tag vor Heiligabend. Esther ist auf dem Weg zu ihrer Schwester Sue, die einsam in einer Villa im Wald lebt. Eigentlich will Esther diesen Besuch gar nicht machen. Weil, so Esthers Überzeugung, ihre Schwester nicht ganz normal ist. Aber es ist Weihnachten, und deshalb führt kein Weg an dem Besuch vorbei. Und als hätte Esthers es nicht schon geahnt, beginnt der Besuch wenig vielversprechend: Eine verwirrt dreinblickende Sue öffnet ihr die Tür – bewaffnet mit einem Küchenmesser…

    Persönliche Meinung: „SCHWEIG!“ ist ein Psychothriller von Judith Merchant. Die Ausgangslage des Thrillers ist vergleichsweise simpel: Zwei Schwestern, die Probleme miteinander haben, treffen aufeinander, sodass sich ein schneidendes Gespräch zwischen den beiden entspinnt. Doch was Judith Merchant aus dieser an ein Kammerspiel erinnernden Ausgangslage macht, ist wirklich grandios. Über die Handlung (und das Gespräch) hinweg entfaltet sich eine hochgradig toxische Schwesternbeziehung, die von Manipulation, Missgunst und Übergriffigkeit geprägt ist. Das Gespräch der beiden wird wechselweise aus den Perspektiven der Schwestern erzählt, wobei ihre unterschiedlichen Gefühle schön deutlich werden. Interessant ist dabei, wie verschieden die Schwestern einzelne Dinge wahrnehmen. Was die eine Schwester als Fürsorge versteht, sieht die andere als übergriffigen Akt. Ein Besuch wird zu einer feindlichen Übernahme; ein zurückgezogenes, ruhiges Leben zu einem Anzeichen tiefster Depression. Dabei – und dadurch entsteht eine große Spannung – weiß man als Leser*in gar nicht so genau, welche Schwester im Recht steht (und welche im Unrecht). Dies hängt vor allem damit zusammen, dass eine übergeordnete, ordnende und damit zuverlässige Erzählinstanz bewusst weggelassen wird. Denn der Thriller wird aus den Ich-Perspektiven der beiden Schwestern erzählt (im Laufe der Handlung kommt noch eine dritte Perspektive hinzu, deren Identität ich aber nicht spoilern möchte) und beide sind – bewusst oder unbewusst – unzuverlässig. Die Grenze zwischen Wirklichkeit und Wahn verschwimmt dadurch: Man kann nicht wirklich festhalten, welche Schwester sie mit welcher Äußerung übertritt. Erst durch Rückblicke, die immer wieder in die Handlung eingestreut werden, offenbart sich, welche Schwester die zuverlässigere ist. Außerdem finden sich in diesen Rückblicken, die besonders die Kindheit und das Weihnachtsfest des vergangenen Jahres behandeln, immer wieder Mosaiksteinchen, die nach und nach ein vollständiges Bild der Schwesternbeziehung ergeben. Das Ende des Thrillers ist schlüssig und stimmig, insgesamt wirklichkeitsnaher als andere Thriller aber gerade dadurch auch erschreckender und nachhallender. Wie schon die früheren Krimis und Thriller von Judith Merchant besitzt auch „SCHWEIG!“ lebendige Dialoge, sodass es sich flüssig lesen lässt und zu einem Pageturner wird. Insgesamt ist „SCHWEIG!“ ein spannender, gut durchdachter Thriller über eine hochgradig toxische Beziehung mit zwei Erzählerinnen, die kaum unzuverlässiger sein könnten.

  1. Ein sehr komplexer Thriller

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Sep 2021 

    Es ist der 23.Dezember.Esther ist im Weihnachtsstress und möchte nur ganz kurz zu ihrer Schwester Sue fahren die alleine in einem großen Haus im Wald lebt.Sue möchte dass Esther so schnell wie möglich das Haus verlässt.Und dann fallen Wörter und Sätze die die zwei lieber nicht hätten sagen sollen...

    Der Schreibstil ist etwas ungewöhnlich aber sehr gut und zügig zu lesen.Die Protagonisten passen hervorragend in diesen Thriller hinein.Die Spannung ist gleich in den ersten Kapiteln vorhanden und steigert sich allmählich.

    Fazit:Die Kapitel pendeln zwischen Esther,ihrem Mann Martin und Sue hin und her.Wobei ich festgestellt habe dass Esther schnell,fast schon hektisch berichtet,dagegen erzählt Sue ruhig und ohne irgendwie nervös zu wirken. Es schneit,der Wald,die Kälte, die Autorin beschreibt die winterliche und weihnachtliche Umgebung sehr bildhaft. In meinen Augen ist das Buch atmosphärisch dicht.Wer provoziert hier wen?Wer manipuliert hier wen?Esther die neurotische perfekte Hausfrau und Mutter oder doch Sue die geschieden und kinderlos ist?Auch Esther's Mann wirkt auf mich komplex. Im Laufe der Geschichte habe ich nie so richtig gewusst zu wem ich eigentlich halten soll.Wer war mir sympathischer?Wer ist die gute,wer die böse?Und Martin?
    Psychlogische Spielchen und Spiele ziehen alle drei ab und die zwei Schwestern sowieso.Zuerst war mir Esther sympathisch aber dann wurde sie mir sehr nervig und am liebsten hätte ich ihr gesagt sie soll endlich mal ruhig sein.Die Autorin hat dies gekonnt umgesetzt und es kamen bei mir immer mehr Fragen auf wie man merkt.Dieses Buch ist fast ein drei Personen Stück aber es ist so fesselnd geschrieben dass es mir fast nicht auffiel. Es geht dann auch immer wieder in die Kindheit der Schwestern. Es ist ein komplexer Thriller mit einem komplexen Thema der mich den Atem anhalten ließ. Er ist spannend, fesselnd und zum Teil regelrecht nervenaufreibend auch für mich.Auch weil er viele Wendungen bereithält.Ich musste immer weiterlesen weil ich unbedingt wissen wollte wie es weitergeht und dazwischen hielt ich unbewusst ein paar mal den Atem an.Die Autorin hat sehr komplexe Charaktere erschaffen die sich während der Geschichte verändern und auf mich immer mysteriöser wirkten.Dieses Buch zählt auf jeden Fall zu meinen Lesehighlights.

  1. Beklemmendes Psychodrama

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 06. Sep 2021 

    Auch wenn ich „Atme!“ noch auf dem SuB habe, war dieses Buch doch mein Erstes von Judith Merchant. Als Thriller würde ich dieses Buch auf keinen Fall beschreiben, dazu ist doch zu wenig passiert. Psychodrama passt hier mMn viel besser und das hat Judith – zumindest im ersten Drittel – absolut famos umgesetzt. Ich hatte Schwierigkeiten, weiterzulesen, weil die Stimmung so bedrückend und beklemmend war, obwohl eigentlich kaum etwas passiert ist. Dies ist also in diesem Fall durchaus positiv zu werten.

    Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und Judith hat es meiner Ansicht nach geschafft, den verschiedenen Perspektiven ihren Charakter zu geben.
    Ich hatte mir allerdings erhofft, dass man länger brauchen würde, um zu wissen, wer von den beiden denn jetzt eigentlich die Verrückte ist. Ich hatte das nach geschätzten 60 Seiten bereits raus – was auch daran liegen könnte, und das wäre ja dann wieder was Positives, dass Judith dieses kranke Wesen der Schwester so unterschwellig und harmlos präsentiert, dass es gerade dadurch umso mehr einschlägt. Ich bin kein Fan von diesen übertriebenen Irren, die so dermaßen gestört sind, dass ich mich nur frage: „Ääähm okay, das ist jetzt schon irgendwie übertrieben und unglaubwürdig“ (*zu Fitzeks Seelenbrecher schiel*) Ich mag es viel lieber, wenn die Geisteskrankheit so harmlos und pointiert dargestellt wird, da es für mich viel authentischer und damit auch viel viel erschreckender wirkt. Das ist aber natürlich Geschmackssache.
    Leider baute das Buch für mich nach dem ersten Drittel merklich ab. Wieso, weshalb, warum kann ich nicht sagen, ohne doch noch Dinge leicht zu spoilern. Die Stimmung war nicht mehr so drückend, nicht mehr beklemmend, so richtig hat es Judith bei mir auch nicht geschafft, mich dort im Haus, gefangen in einem großen Schneesturm, sehen zu lassen. Das wäre der Stimmung aber sicher auch nochmal einträglicher gewesen. Das Ende fand ich jetzt auch nicht sooo überraschend. Kleine Dinge, ja, aber nicht dieser sogenannte „Mindf$!§“, den man bei völlig unerwarteten, guten Wendungen hat.
    Dennoch würde ich nicht behaupten wollen, dass das Buch dann nach dem ersten Drittel schlecht wird. Ich würde es trotzdem weiterempfehlen und hatte es innerhalb von 2 Tagen durchgelesen, auch wenn ich definitiv von der Bezeichnung „Thriller“ absehen würde.