Schwarzrock

Buchseite und Rezensionen zu 'Schwarzrock' von Moore, Brian
4.7
4.7 von 5 (10 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Schwarzrock"

Père Laforgue kommt als Jesuit in die Neue Welt, um unter Lebensgefahr »Wilde« zu missionieren. Doch je länger er deren Leben teilt, desto mehr beginnt er sie zu begreifen. Die gemeinsame Fahrt den Fluss hinauf gen Norden, durch Feindesland, dem Winterlager entgegen, wird zur Bewährungsprobe. Mit genau recherchierten Details lässt Brian Moore das frühe 17. Jahrhundert plastisch werden. Ein atemlos spannender Abenteuerroman, basierend auf Augenzeugenberichten.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:272
Verlag:
EAN:9783257071450

Rezensionen zu "Schwarzrock"

  1. Subarktisches Leben unter verständnisloser europäischer Betracht

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Nov 2020 

    Subarktisches Leben unter verständnisloser europäischer Betrachtung

    Eine spannende und interessante Zeitreise ist dieses Buch. Eine Begegnung zweier Kulturen in rauer Wildnis, Europa und Amerika kontaktieren sich im frühen 17. Jahrhundert, geschildert in einer der rauen Umgebung durchaus angepassten Sprache, die mich zwar etwas verwundert, aber warum auch nicht. Auch in unserer Welt herrscht manchmal ein rauer Ton, der nicht immer unbedingt ernst zu nehmen ist. Warum also soll das bei den Indianern nicht auch so gewesen sein? Noch dazu, wo sie in einer lebensfeindlichen Umwelt lebten, in der es allzu schnell zu Ende mit dem Leben gehen kann und Humor hier dringend nötig ist. Und dieses Ende/dieser drohende Tod nicht nur durch feindliche Menschen herbeigeführt werden konnte, Witterungsbedingungen und Dürren, die das jagdbare Wild dezimiert haben und schieres Unglück bei der Jagd werden genauso ihre Opfer gefordert haben. Ebenso wie Nachbarn auch Nahrungskonkurrenten waren und das in einer nicht allzu freigebigen Natur. Wie man ja in dem Buch auch unschwer erkennen kann, wenn man etwas weiterdenkt. Definitiv kein rosaroter Ponyhof!

    Das Miteinander der Kulturen ist gut eingefangen, zeigt die Ressentiments untereinander. aber auch ein Annähern. Zeigt zwei vollkommen unterschiedliche Lebenswelten, zeigt ihren gegenseitigen Aufprall, und in unserem heutigen Wissen, unserem heutigen Verständnis der Geschichte ist ja das Resultat für die Indigenen bekannt.

    Was ich mich frage ist, ob der Autor dies in der geschilderten Brutalität des Lebens der Indigenen schon beurteilt, dass heißt, ob er ihre schlussendliche Eroberung durch die Europäer begrüßt. Dies kommt nicht deutlich zum Ausdruck, aber irgendetwas schwimmt für mich hier mit.

    Dieses Buch zeigt das Vorgehen der Europäer, zeigt ihre harte Lebenswirklichkeit, aber man darf auch nicht vergessen, gerufen hat sie von den ursprünglichen Bewohnern keiner. Und diese lebten in den arktischen und subarktischen Gebieten unserer Erde in keinem Schlaraffenland. Das mag abschrecken, dieses Grauen in dieser Welt. aber es mag uns auch klar sein oder werden, in welcher Idylle wir eigentlich leben. Andere Bücher aus dieser Welt sind auch nicht gerade zimperlich, zeigen ein Leben von Menschen, das ich nicht hätte leben wollen, siehe "Zwei alte Frauen" oder "The Revenant". Aber in der vorrömischen Zeit, wird es da in Teilen von Europa anders gewesen sein? Auch da gab es schon Eroberungen und Kriege und Kämpfe um Nahrungsmittel und Tod und Grauen. Erst in der jetzigen Zeit geht es der westlichen Welt besser. Doch auf wessen Kosten? Auch das sollte jedem klar sein, der dieses Buch oder das geschilderte Leben in ihm beurteilt.

    "Schwarzrock" ist ein spannendes und kontrovers zu sehendes Buch, welches mich vollkommen begeistern konnte. Interessant ist auch, dass der Film "Black Robe - Am Fluss der Irokesen" sich recht genau an dem Buch orientiert und wirklich sehr sehenswert ist, ebenso wie das Buch absolut lesenswert ist, da es Einblicke in verschwundene Welten bietet. Ich wünsche "Schwarzrock" viele Leser und finde es wunderbar, dass Diogenes dieses schon 1987 auf Deutsch erschienene Werk 2020 nochmals als Hardcover herausgebracht hat.

  1. Kolonialisierung

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 10. Nov 2020 

    Brian Moore hat mit seinem Roman „Schwarzrock“ ein sagenhaftes Abenteuerbuch geschrieben, das Einsichten in das Leben der indogenen Völker und der Missionare gleichermaßen erlaubt. Weit weg von Karl May- oder James Fenimore Cooper-Romantik beschreibt er in seinem bereits 1985 erschienenen Roman das harte Leben in der Mitte des 17.Jahrhunderts, als französische Jesuiten die Ureinwohner im heutigen Kanada missionierten. Es ist ein nüchtern geschriebener vollkommen ungewöhnlicher Blick auf die Kolonialisierung, der auf ausführlicher Recherche basiert und keine Partei ergreift, weder für die Seite der Huronen, Algonkin und Irokesen, noch für die der Missionare, sondern zeigt, wie unvereinbar die beiden Welten von Grund auf waren. Dass dies noch in eine äußerst spannende Abenteuergeschichte verpackt daher kommt, macht das Buch zu einem ganz besonderen Lesevergnügen.

    Etwa in der Mitte des 17.Jahrhunderts macht sich der Jesuit Père Laforge mit dem jungen Übersetzer Daniel auf die beschwerliche Reise von Québec zur nördlich der großen Stromschnellen gelegenen Mission Ihonatria. Ein Fieber ist dort ausgebrochen, und die Wilden bezichtigen die dort ansässigen Schwarzröcke, sie hätten die tödliche Krankheit geschickt. Laforge begibt sich mit Jägern vom Stamm der Algonkin nach Norden, die auf dem alljährlichen Weg in ihre Winterjagdgründe sind. Daniel hatte sich in eine junge Algonkin verliebt und reist hauptsächlich wegen ihr mit.

    Bereits zum Beginn der Reise prallen europäische und indianische Lebensweisen aufeinander, die Moore nüchtern und wertungsfrei darstellt. Essen und Völlerei ist das höchste Glück der Algonkin, Träumen und Visionen muss dieses Volk gehorchen, Sex wird von den jungen Frauen freigiebig verschenkt. Frauen werden ausgenutzt und von den Algonkin-Männern wie Hunde behandelt.
    Authentisch beschrieben sind alltägliche Dinge wie das Jagen und Aufbauen des Wigwams, in dem alle gemeinsam schlafen, das Kochen und Essen, Ratssitzungen, Rituale und Zauberei.
    Die sehr lebendigen Darstellungen der Lebensgewohnheiten der Algonkin, das halbgare ungewürzte Essen, die Gerüche beim Schlafen im Wigwam sind ungewohnt und beim Lesen manchmal mehr als rau. Schnörkellos und ohne Scham beschreibt Moore die Sexualität, die bei den Algonkin wie bei vielen anderen Naturvölkern auch den Stellenwert hat, einfach ein Bedürfnis zu befriedigen.

    Der gefährliche Weg führt durch Gebiet der Irokesen, Feinde der Algonkin, und beim Zusammentreffen mit den Reisenden wird die Grausamkeit dieses Volkes mit seinem Feinden deutlich, von Folter bis zum rituellen Kanibalismus.
    Schließlich landet Laforge in der Mission Ihonatria, findet den dortigen Père geschwächt und krank, den anderen getötet wie er es befürchtet hatte

    Es sind die grundlegenden Lebensideen, die so unvereinbar und unterschiedlich sind, dass wenig Verständnis für die jeweils andere Seite aufgebracht werden kann. Die Indianer leben im Hier und Jetzt, auch wenn es grausam und beschwerlich erscheint, die Missionare fiebern dem Leben nach dem Tod im Paradies entgegen. Das verbaut Moore ganz wunderbar in Debatten über das Diesseits und das Jenseits, mit seinem Blickwinkel eines kritischen Katholiken:

    „Die Sonne, der Wald, die Tiere. Das ist alles, was wir haben. Nur weil ihr Normannen taub und blind seid, glaubt ihr, dass diese Welt eine Welt der Dunkelheit und die Welt der Toten eine Welt des Lichts ist. Wir, die wir den Wald und die Warnungen des Flusses hören können, die wir mit den Tieren und Fischen reden und ihre Gebeine achten, wir wissen, dass dies nicht die Wahrheit ist.“

    Die Überheblichkeit und das Überlegenheitsgefühl ist auf Seiten der Jesuiten ebenso zu finden wie bei den Wilden. Die Fremdheit, die die indigene Kultur auf die Europäer ausgeübt haben muss, vermag Brian Moore sehr authentisch und anschaulich darzustellen, in verschiedenen Lebenssituationen und in keiner Weise beschönigt und romantisiert.
    Auf der einen Seite die Jesuiten, die zu jedem Sterbenden eilen, um Seelen zu ernten, mit ihrer spätmittelalterlich-europäischen Verklemmtheit unfähig, die ursprüngliche Lebensweise der Ureinwohner zu akzeptieren, aber dennoch nicht gefeit gegen die Verlockungen, die davon ausgehen. Auf der anderen Seite die Algonkin, mit ihrem fest verwurzelten Patriarchat, überheblich und unwillig den Normannen gegenüber, die sie als vollkommen lebensunfähig betrachten.

    Am Ende beginnt der Jesuit Laforge an christlichen Zeremonien zu zweifeln, er betrachtet sie mit den Augen der Wilden:
    „Die Hostien im Tabernakel waren Brot, verwandelt in den Leib Christi durch eine Zeremonie, die nicht weniger merkwürdig war als die Zeremonie der Wilden“
    Doch er bleibt ein Kind seines Glaubens und seiner Erziehung und kann nicht wirklich aus seiner Haut, trotz beginnenden Verständnisses. Der Versuch, seine eigene Seele zu retten scheint gescheitert.

    „Schwarzrock“, unter anderem basierend auf Berichten der damals missionierenden Jesuiten, ist ein brilliantes Buch, das Brian Moore schrieb, für mich fesselnd und lehrreich. Es ist kein glattes und sauberes Buch sondern fordert beim Lesen heraus, was ich überaus schätze.

  1. Gefährliche Mission

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 05. Nov 2020 

    In den kanadischen Wäldern im 17. Jahrhundert. Der Jesuit Père Laforgue hat den Auftrag eine Missionsstation zu übernehmen, die abgelegen im Stammesgebet von Indianern liegt. Begleitet von dem jungen Franzosen Daniel und unter der Führung von Algonkin Indianern, die sich zu ihrem Winterlager aufmachen, begibt sich der Priester auf eine Flussfahrt in den Norden des Landes Es ist eine lebensgefährliche Reise in eine „Wildnis“, die das Leben und Weltbild des Paters für immer verändern wird.

    Der britische Schriftsteller Brian Moore schildert in seinem Roman „Schwarzrock“ (erstmals ist das Buch schon 1987 erschienen) anhand von Augenzeugenberichten in historischen Aufzeichnungen sehr eindrucksvoll und plastisch vom Leben der Indianer und dem Aufeinanderprallen zweier Kulturen. Auch wenn der Klappentext zum Buch von einem „Abenteuerroman“ spricht, hat das Buch absolut nichts gemein mit dem „wilden Westen“, einer verklärenden Indianerromantik. Europäer - hier sind es die Franzosen - besiedeln die „Neue Welt“ und machen es sich zur Aufgabe, ihre Lebensart, Weltanschauung und Religion den indigenen Völkern überzustülpen. Für die Kolonialisten sind die Indianer „die Wilden“. Die Indianer nennen die Franzosen „Normannen“ und deren Priester „Schwarzröcke“. Beide Seiten fühlen sich der anderen gegenüber kulturell und moralisch überlegen. In Glaubensfragen sind sie absolut uneins. Die Indianer leben und glauben an ein Leben im „jetzt“ und an eine „Welt der Nacht“ nach dem Tod. Die Jesuiten gehen vom Gegenteil aus, dass ihr finsteres Dasein mit einem leuchtenden Paradies belohnt wird.

    „Kein Mensch sollte sich auf den Tod freuen“, sagt einer der Indianer zu Laforgue.

    Laforgue sieht sich als Seelenernter, will die Seelen der Indianer um jeden Preis retten. Doch während der beschwerlichen Reise wird er nicht nur mit dem für ihn unerträglich freizügigen Gewohnheiten seiner Reisebegleiter konfrontiert. Es kommt auch zu äußerst brutalen, schier unglaublich barbarischen Auseinandersetzungen, die Laforgue an seinem Glauben zweifeln lassen. Sein ganzes Leben war auf Gott und die Religion ausgerichtet, sein moralischer Kompass funktioniert nicht mehr. „Der Zweck heiligt die Mittel“ ist Laforgues letzte Devise.

    Brian Moore stößt in Schwarzrock einen hochinteressanten moralischen und theologischen Diskurs an. In einem sehr lesenswerten Nachwort zieht Julian Barnes Resümee: „Für Laforgue, der…nicht zum Märtyrer eignet, eine persönliche Tragödie, bei den Indianern trifft die Tragödie das gesamte Volk“.

  1. Wenn Kulturen und Religionen aufeinanderprallen...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 03. Nov 2020 

    Die Eroberung Nordamerikas hat viele Facetten. Brian Moore wendet sich in Schwarzrock der Eroberung der Seelen der Ureinwohner durch die Missionare im 17. Jahrhundert zu. Dabei stützt er sich als Hauptquelle auf die sog. Relations, lange Tatsachenberichte, welche die Jesuiten an ihre Oberen in Frankreich schickten.

    Im Zentrum des Romans steht Pater Pére Laforgue, der zu einer entlegenen Mission aufbricht, weil befürchtet wird, dass den dort ansässigen Missionaren etwas zugestoßen sein könnte. Es ist schon spät im Jahr, eigentlich zu spät, um auf dem Fluss nach Norden zu fahren. Die Algonkin versprechen, Laforgue in ihren Kanus mitzunehmen. Der einzige andere Weiße in der Gruppe ist der junge Franzose Daniel Davost, der davon träumt, nach Europa zu gehen und dort in einer Jesuitenschule aufgenommen zu werden.

    Die Reisebedingungen sind hart und werden für Laforgue zur Bewährungsprobe in körperlicher und geistlicher Hinsicht. Die Lebensweise der Algonkin ist ihm fremd und stößt ihn ab. Dennoch muss er sich einfügen, weil er ohne ihre Hilfe keine Chance hätte, in der Wildnis zu überleben. Laforgue klammert sich an seinen Glauben und versucht sogar, die Algonkin zu bekehren. Sein Versprechen von einem Paradies nach dem Tod ist mit dem Indianerglauben an die Natur und die Macht der Träume allerdings unvereinbar.

    Brian Moore lässt die Kulturen und Religionen aufeinanderprallen. Die Bilder sind direkt, manchmal unerträglich, aber authentisch. Die Sprache der Algonkin ist derb, aber passend. Gleichzeitig ist der Roman, trotz des ernsten Themas, ein spannender Abenteuerroman. Die Reise mit dem Kanu durch das unwirtliche Nordamerika hat viel zu bieten. Mir hat es gefallen. Daher vergebe ich fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

  1. Harte, aber lohnenswerte Lektüre

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Nov 2020 

    Brian Moore, 1921 in Belfast geboren, lebte einige Jahre in Kanada, später in Kalifornien, wo er 1999 starb.
    „ Schwarzrock“ ist sein 14. Roman, 1985 im Original erschienen, nun neu aufgelegt. Der Roman wurde auch nach einem Drehbuch des Autors 1991 verfilmt ( sehenswert! ).
    Die Geschichte führt uns nach Neufrankreich, Mitte des 17. Jahrhunderts. Hierher kommen französische Jesuiten, „Schwarzröcke“ genannt, um die Seelen der „ Wilden“ zu retten. So auch Pere Laforgue. Er ist überzeugt von seiner Mission und auch bereit, dafür sein Leben einzusetzen. Er erhält nun den Auftrag, in eine entlegene Missionsstation zu reisen, um die dortigen Patres zu unterstützen. Man befürchtet das Schlimmste, denn dort grassiert ein tödliches Fieber. Der Weg dahin ist weit und beschwerlich. Ihm zur Seite gestellt wird der junge Franzose Daniel, der die Sprache der Einheimischen spricht. Eine Gruppe von Algonkin- Indianern wird die Beiden begleiten. Es beginnt nun eine abenteuerliche und gefährliche Reise den Fluss entlang und durch Irokesengebiet. Erschwerend kommt der nahende Wintereinbruch hinzu; außerdem hat Pere Laforgue mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.
    Beide Seiten haben wenig Verständnis für die jeweils andere Lebensweise und Kultur. Zwei konträre Welten prallen aufeinander; jede fühlt sich dem anderen moralisch überlegen.
    Während die Jesuiten ein zölibatäres Leben führen, sind die Indianer polygam. Sie teilen ihr Essen genauso großzügig miteinander wie ihre Frauen.
    Die Indianer leben in Einheit mit der Natur und verachten die Weißen für ihre Besitzgier. Allerdings ahnen manche schon das kommende Unheil, das der Kontakt mit den Weißen bringen wird. „ So werden die Normannen uns vielleicht am Ende vernichten. Nicht durch Krieg, sondern durch einen Zauber, der uns so macht, wie sie selbst sind.“
    Dem neuen Glauben stehen sie skeptisch gegenüber. „Warum soll ich in ein Paradies gehen wollen, wo keiner von meinem Volk ist? Nein, ich werde sterben und in ein Land gehen, wohin unsere Toten gegangen sind.“ Es bedeutet auch, dass sie mit der neuen Religion alles aufgeben, was ihre Identität ausmacht. „Wenn wir das alles tun, wenn wir unseren Glauben an den Traum aufgeben, ist es mit dem Leben, wie wir Huronen es immer gekannt haben, für uns vorbei.“
    Aber Brian Moore verschweigt auch nicht die Grausamkeit der Indigenen. In kaum erträglichen Szenen wird geschildert, wie Gefangene gequält und Feinde vernichtet werden, ja sogar Kannibalismus wird praktiziert.
    Pere Laforgues Glaube wird bei dieser Reise auf eine harte Probe gestellt. Er beginnt an allem zu zweifeln, was ihm einmal richtig erschien. Und der junge Daniel verliebt sich in ein Indianermädchen; aber beide Seiten lehnen diese Verbindung ab.
    Brian Moore beschönigt nichts ; das Buch ist weitab jeder Indianerromantik. Dabei enthält er sich jeder Wertung, ergreift für keine Seite Partei.
    Für diesen Roman hat Brian Moore intensiv recherchiert. Als Quellen dienten ihm, wie er im Vorwort schreibt, die Aufzeichnungen des amerikanischen Historikers Francis Parkman „ The Jesuits in North America in the Seventeeth Century“ und die „ Relations“ , jene Berichte der Jesuiten an ihre Oberen in Frankreich.
    Das macht seine Geschichte so wirklichkeitsnah. Die auf mich so befremdlich wirkende, unflätige Sprache, der sich die „Wilden“ bedienen und die abschreckend grausamen Szenen sind der Authentizität geschuldet.
    Brian Moore schreibt spannend und ungeheuer bilderreich. Vor dem Leser erscheinen filmreife Szenen.
    Das lesenswerte Nachwort von Julian Barnes fasst den Inhalt nochmals zusammen und bringt ihn auf den Punkt: „ Für Laforgue, ... , ist die Reise stromaufwärts eine persönliche Tragödie, bei den Indianern betrifft die Tragödie das gesamte Volk.“
    „ Schwarzrock“ verbindet eine spannende Handlung mit theologischen und philosophischen Fragen.
    Das Buch war zwar eine harte Lektüre für mich, in Teilen schwer verdaulich, trotzdem bin ich froh, es innerhalb dieser Leserunde gelesen zu haben.
    Wer sich für die koloniale Vergangenheit Kanadas und das frühere Leben der indigenen Völker dort interessiert, für den ist dieser Roman ein Gewinn.

  1. Glaube, Liebe, Hoffnung - worauf?

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Nov 2020 

    Klassische Western oder die großen Abenteuerromane haben mich nie sonderlich gereizt. Warum, weiß ich nicht. Nun ja, jetzt habe ich mit „Schwarzrock“ von Brian Moore einen, äh, Abenteuerroman gelesen.

    Wobei dieser Roman „tiefer“ geht. Es war nicht gerade Liebe auf die erste Zeile; nein – die „Zuneigung“ kam, je weiter die Reise ging, je mehr ich von der Kultur der indigenen Ureinwohner Nordamerikas (Huronen, Algonkin, Irokesen) gelesen habe.
    Ähnlich geht es dem Jesuiten Laforgue, der gemeinsam mit einem jungen Helfer „die Wilden“ missionieren soll. Wenn ich hier „Wilde“ schreibe, so spiegelt das übrigens nicht meine persönliche Wortwahl wider, sondern soll die Authentizität von Moore´s Roman unterstreichen, der auf Tatsachenberichten beruht.

    Laforgue und sein Gehilfe Daniel begeben sich auf eine Flussreise gen Norden, um dort eine Missionsstation zu betreuen. Begleitet werden sie dabei von einigen Algonkin. Während der Reise verliebt sich der junge Daniel in ein Algonkin-Mädchen und verliert zusehends seinen Glauben „aus den Augen“. Das Schicksal nimmt seinen Lauf...

    Die auf die Augen des Betrachters zunächst äußerst „befremdliche“ Derbheit der Sprache der Ureinwohner, die durchaus Kopfkino entfachende Schilderung von Sex und später die glasklare Schilderung von Kannibalismus sorgen im wahrsten Sinne für Gänsehautfeeling. Doch warum sollte „zu Gunsten der Lesbarkeit“ bzw. den Empfindungen der Leser:innen auf Authentizität verzichtet werden? Ich persönlich hatte keinerlei Probleme damit.

    Zwischen diesen Szenen gibt es aber auch immer wieder „Phasen“ der Erholung, der reinen Naturbetrachtung, der Wissensvermittlung über die Lebens- und Glaubensweise der Algonkin, die kulturellen und religiösen Unterschiede – ein Potpourri an Erkenntnissen.

    Abgerundet durch mehr als lesenswerte Vor- und Nachworte von Brian Moore und Julian Barnes hat sich das Buch als eines der Highlights in diesem Jahr „herauskristallisiert“, dass ich garantiert noch öfter in die Hand nehmen werde!

    Absolute Leseempfehlung und 5*.

    ©kingofmusic

  1. Missionierung vs. ein Leben in der Wildnis...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 30. Okt 2020 

    Père Laforgue kommt als Jesuit in die Neue Welt, um unter Lebensgefahr »Wilde« zu missionieren. Doch je länger er deren Leben teilt, desto mehr beginnt er sie zu begreifen. Die gemeinsame Fahrt den Fluss hinauf gen Norden, durch Feindesland, dem Winterlager entgegen, wird zur Bewährungsprobe. Mit genau recherchierten Details lässt Brian Moore das frühe 17. Jahrhundert plastisch werden. Ein atemlos spannender Abenteuerroman, basierend auf Augenzeugenberichten.

    Dieses Buch ist weit weg von Wild-West-Romantik oder den idealisierten Darstellungen der Indianer wie beispielsweise bei Karl May. Hier wird auf der Grundlage historischer Quellen (u.a. der 'Relations' - der Berichte der Jesuiten im 17. Jahrhundert an ihre Oberen in Frankreich) von den Missionierungsversuchen der 'Sauvages', der Wilden, wie die Indianer Kanadas seinerzeit bezeichnet wurden, berichtet.

    Im Mittelpunkt des Geschehens steht Père Laforgue, ein engagierter und zutiefst gläubiger Jesuit, dessen Lebensinhalt schon früh der Glaube war. In Kanada hofft er zu Beginn des 17. Jahrhunderts seine Berufung zu finden, als er in eine abgelegene Mission geschickt wird, um die dortigen Patres zu unterstützen - oder aber zu ersetzen, denn gerüchteweise geht dort ein schweres Fieber um.

    Begleitet wird er auf seiner Reise von einem jungen Franzosen, der die Sprache einiger umliegender Indianerstämme beherrscht, sowie von ein paar Algonkin, die auf dem Weg in ihr Winterquartier sind. Gemeinsam mit Père Laforgue stößt der Leser nicht nur in eine naturbelassene Wildnis vor, sondern erfährt dabei auch hautnah die Lebensweise der Indianer.

    Das ist auch in friedvollen Augenblicken nichts für Zartbesaitete, denn das gemeinsame Schlafen auf engstem Raum zwischen ungewaschenen Körpern, das unfreiwillige Zeugentum von ungehemmten Beischlafsituationen, das eintönige und oft halbrohe Essen, der derbe Humor, die oftmals unflätige Ausdrucksweise und die unerzogenen Kinder, das muss Père Laforgue erst einmal verkraften.

    Schlimmer jedoch ist, dass die Wilden von seinen Missionierungsversuchen nichts wissen wollen. So wie er seinen Glauben für überlegen hält, genau wie die kultiviertere Lebensart der Franzosen, betrachten die Indianer sein Treiben als 'Schwarzrock' bestenfalls mitleidig und überheblich, gelegentlich jedoch auch mit Argwohn. Der Indianerglaube an eine Welt der Nacht und an die Macht der Träume lässt sich einfach nicht vereinbaren mit dem Christentum und dessen Versprechen eines Paradieses nach dem Tod.

    Auf der Reise gerät die Notgemeinschaft noch dazu in sehr gefährliche Situationen. Ein Aufeinandertreffen mit gegnerischen Indianern lässt sich nicht immer vermeiden, und was dabei in dem durchweg nahezu emotionslosen, nüchternen und berichtartigen Schreibstil geschildert wird, lässt man beim Lesen am besten von sich abprallen, ansonsten kann einem schon schlecht werden.

    Brian Moore gelingt es, die beiden so gegensätzlichen Kulturen wertfrei nebeneinanderzustellen, wobei beim Leser die Frage immer drängender wird, mit welchem Recht sich die eine Kultur der anderen als überlegen und wertvoller ansieht. Weshalb kann es kein friedvolles Gleichzeitig und Nebeneinander geben, wieso muss eine der beiden Kulturen die andere zu dominieren versuchen?

    Der Autor lässt die Handelnden denn auch zusehends in eine zugespitzte Situation geraten, die absehbar ist aber nicht mehr abwendbar scheint. Obschon nicht nur dem Leser, sondern auch Père Laforgue zunehmend Zweifel kommen, gerät er in einen Zugzwang, der nurmehr eine Richtung zulässt - und damit den Untergang eines Volkes einläutet. Einmal angestoßen, gerät ein empfindliches Gleichgewicht in Schieflage...

    Dieser Roman ist nicht einfach ein Abenteuerroman, sondern ein Zeugnis wahrer Historie, ein Werk von morlaischer Intensität, die Geschichte eines enormen kulturellen, ethischen und theologischen Konflikts, bei der der Autor zwei Seiten gleichzeitig zu betrachten versteht. Hier muss man nicht urteilen, die Gegebenheiten sprechen für sich. Und man verzweifelt mit Père Laforgue...

    Eine fordernde Lektüre, die mit Einsichten belohnt...

    © Parden

  1. Eindrucksvoller Roman

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 23. Okt 2020 

    Eindrucksvoller Roman

    Schwarzrock von Brian Moore

    Pére Laforgue, ein französischer Jesuit, hat sich einer schwierigen Aufgabe gewidmet. Er will die indigenen Völker Kanadas missionieren. Daher reist er zu den großen Seen nach Nordamerika. Sein Ziel ist es, den dort ansässigen Patres zu Hilfe zu kommen, da eine schlimme Krankheit grasiert. Begleitet wird er auf diesem beschwerlichen Weg von Daniel, einem jungen Franzosen und einigen Algonkin.
    Moore beschreibt in diesem Roman, der bereits 1985 erstmalig erschien, wie die Ureinwohner lebten. Mir wurde schnell klar, dass diese Menschen eigentlich keine Hilfe brauchen. Dennoch war dies der Grundsatz der Arbeit der Jesuiten. Sie waren blind, könnten nicht erkennen, dass nicht jeder an Gott glauben muss um ein gutes Leben führen zu können.

    Laforgue ist zu Beginn der Reise sehr kränklich, die Fahrt auf dem Fluss sehr kräftezehrend. Ihm ist klar, dass er von den Algonkin zurückgelassen wird, sollte er eine Last werden. Dies ist eins der vielen Beispiele für die andersartige Lebensweise. Für uns eine grausame Vorstellung, für das Volk ging es damals ums Überleben. Es lauerten viele Gefahren auf sie, nicht nur wilde Tiere auch verfeindete Stämme konnten gefährlich werden. Auch die Krankheiten der Patres wurden vielen von ihnen zum Verhängnis. Da sie das erste mal mit Ihnen in Kontakt kamen, und daher keine Abwehrkräfte hatten.
    Bei den Algonkin wird geteilt, jeder bekommt zu essen nach der Jagd. Ein Grundsatz der bewundernswert ist, da so weniger Neid untereinander aufkommt. Die westliche Welt ist von Macht und Besitztümern geprägt, was nicht nur Vorteile mit sich bringt.

    Der Roman zeigt im weiteren Verlauf ganz deutlich, dass auch Pére Laforgue nicht mehr von allem was er tut gänzlich überzeugt ist. Was sicher auch daran liegt, dass er miterlebt wie Daniel und eine junge Algonkin sich verlieben und der Junge bereit ist ihr Leben zu teilen. Viele Ereignisse reihen sich aneinander bis der Peré endlich am Ziel ankommt. Viele Erlebnisse die ihn nachdenklich gestimmt haben. Einiges hat ihn in seinem Glauben gestärkt, aber einiges sähte auch Zweifel in ihm. Und genau dieser Umstand machte den Roman so realistisch für mich, er stellt nämlich beide Seiten dar.

    Der Roman ist sehr vielschichtig, er bietet neben einer abenteuerlichen Reise auch sehr viele gut recherchierte Hintergrundinformationen zu dieser Zeit und den Völkern. Ein Roman, dem man durchaus Beachtung schenken sollte meiner Meinung nach!

  1. Missionieren

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Okt 2020 

    Bereits 1987 erschien Brian Moores (1921-1999) Roman „Schwarzrock“ zum ersten Mal in deutscher Sprache. Dieses Jahr hat der Diogenes Verlag das Buch mit einem Nachwort von Julian Barnes neu aufgelegt.

    Moore beschreibt die gefahrvolle Reise eines französischen Jesuitenpaters im frühen 17 Jahrhundert in den Norden zu den großen Seen. In einer abgelegenen Missionsstation soll er den Patres zur Hilfe kommen oder sie ihm schlimmsten Fall ersetzen. Pater Laforgue ist ein eifriger Diener Gottes, er träumte schon früh vom christlichen Helden- und Märtyrertum. Zusammen mit einem jungen Franzosen, der die Sprache der Stämme der Algonkin, Huronen und Irokesen spricht und einigen Algonkin Indianern, die ihn mit ihren Kanus zu seinem Ziel bringen sollen, bricht er zu Beginn des Winters auf. Die Reise ist strapaziös und gefährlich. Er wird mit Krankheit, Verrat, Lügen und Tod konfrontiert.

    Brian Moore hat für seinen Roman aus dem Bericht des amerikanischen Historikers Francis Parkman „The Jesuits in North America in the Seventeenth Century“ geschöpft. Die Briefe der französischen Jesuiten und ihre Aufzeichnungen sind frühe Dokumente über die Ureinwohner Nordamerikas. Das verleiht dem Buch auch Authentizität und räumt auf mit dem Klischee der Wild West Romantik. Pater Laforgue ekelt sich vor dem Schmutz, dem Gestank der ungewaschenen Leiber, der zügellosen Sexualität und der unflätigen Sprache der „Wilden“. Aber das beflügelt ihn auch zu seiner Aufgabe, zu missionieren, zu bekehren und Seelen zu retten.
    Die Konfrontation der Kulturen ist voller Konflikte. Die eingeborenen Indianerstämme verachten die Weißen und ganz besonders die „Schwarzröcke“ genannten Missionare. Sie machen sich über sie lustig, halten ihre religiösen Bräuche für faulen Zauber und betrügen sie, wo sie ihren Vorteil sehen.

    Moore schildert diese Begebenheiten völlig wertfrei, aber ich hatte immer das Gefühl, dass zwischen den Zeilen seine Sympathie, zumindest sein Verständnis auf den Seiten der indianischen Stämme ist. Auch Laforgue wird am Ziel seiner Reise einen anderen Blick bekommen und zweifeln, aber seine Aufgabe annehmen.

    Der Roman hat in vielen Passagen etwas Abenteuerliches, aber nichts von einer falschen Romantik des „edlen Wilden“. Es ist auch Blick auf eine Kultur, die von der ersten Begegnung an mit den weißen Pelzhändlern und Missionaren zum Untergang verurteilt wurde. Es lohnt sich diesen Roman wieder zu entdecken.

  1. Die Missionierung der kanadischen Ureinwohner

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Okt 2020 

    "So werden die Normannen uns vielleicht am Ende vernichten. Nicht durch Krieg, sondern durch einen Zauber, der uns so macht, wie sie selbst sind." (Buchauszug)
    Der französische Jesuit Père Laforgue reist nach seiner Ausbildung zum Missionar in die Neue Welt. Im kanadischen Quebec wird er zusammen mit seinem jungen Begleiter Daniel Davost und einer Gruppe Algonkins in den Norden zur Jesuitenmission reisen. Was kurz vor dem Wintereinbruch keine einfache Reise werden wird. Den nicht nur Hunger, Krankheit stellen Laforgue vor eine Herausforderung. Sondern die unkultivierte Art der Wilden wird für Laforgue zur großen Herausforderung und besonders nachdem sich Daniel in eines der Mädchen der Wilden verliebt. Hin- und hergerissen dieses sündigen Verhaltens stellt er sogar seinen eigenen Glauben infrage. Nicht nur die Gefangennahme durch feindliche Irokesen, die sie mit Folter und Kannibalismus bedrohen, werden zur großen Gefahr, sondern auch eine Krankheit in der Jesuitenmission.

    Meine Meinung:
    Diese Geschichte spielt im französischen Kanada im frühen 17. Jahrhunderts. Jesuiten, auch Schwarzröcke von den Wilden genannt, kommen in die Neue Welt, um ihnen das Evangelium zu lehren und ihre zivilisierte Lebensweise nahezubringen. Diese Erzählung basiert teils auf reale Berichte von Jesuiten. Sie zeigen die Schwierigkeiten ihrer Reise mit einer Gruppe Algonkins, ihre Gefangennahme durch verfeindete Irokesen, die einige töten und verletzen. Die Flucht von ihnen mit dem Algonkin Chomina und seiner Tochter Annuka bis zur Ankunft in der fernen Missionsstation, wo viele der Wilden an Fieber gestorben sind. Neben der abenteuerlichen Erzählung ihrer Reise geht es hauptsächlich um kulturellen Konflikte und das gegenseitige Unverständnis zwischen den Geistlichen und denen, die hier als „Wilde“ bezeichnen werden. Die Missionare waren überzeugt, dass ihre Religion, Alphabetisierung und ihre Zivilisation ihnen Überlegenheit gegenüber den Ureinwohnern verschafften, die eher als sündig und rückständig betrachtet wurden. Laforgue der bisher an Privatsphäre und Einsamkeit gewöhnt war, die für die spirituelle Entwicklung des katholischen Zölibats unverzichtbar ist, wird dann in eine Gesellschaft katapultiert, in der es praktisch keine Privatsphäre mehr gibt. Umso entsetzter ist es für ihn zusehen, dass jemand dies alles der Liebe wegen hinwirft und sich den Wilden anschließen möchte. Es kommt sogar zu einer voyeuristischen Beteiligung, als er beim Liebesspiel zusieht und über sich selbst entsetzt ist. Brian Moore verschleiert und beschönigt hier nichts, im Gegenteil für mich war es fast unmöglich, einige Szenen mir bildlich vorzustellen. Dabei scherzen und reden die Wilden meist in einer extrem provokant derben Sprache untereinander, haben ein ausschweifendes Sexualverständnis und selbst das Essen ist nicht gerade kultiviert. Der Autor leistet dabei eine wirklich gute Arbeit, weil er dadurch die Wilden so darstellt, wie sie wahrscheinlich wirklich waren. Gleichzeitig sollte man sie nicht verurteilen, den sie kannten ja nicht anderes. Und selbst Laforgue muss feststellen, das nicht jedes Verständnis der Wilden schlecht ist und er selbst sogar seinen eigenen Glauben hinterfragen muss. Gleichzeitig hatten die Franzosen den Nordamerikanern natürlich eine Menge wunderbare neue Waren zu bieten, die sie nicht kannten und durch die Versuchung dieser Waren haben die Indianer den Schwarzröcken wie Laforgue dann ihr Land und ihre Lebensweise geöffnet. Der Film zu diesem Buch ist übrigens ebenfalls sehenswert.Trotz meiner Vorbehalte gegenüber seiner derben Sprache ist dies eine interessante Geschichte zum Nachdenken über religiöse Traditionen und die Kultur von Naturvölkern, die mich überzeugen konnte und der ich 4 von 5 Sterne gebe.