Schwarze Strömung - Lacey Flint 4: Thriller

Rezensionen zu "Schwarze Strömung - Lacey Flint 4: Thriller"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 17. Apr 2018 

    Am Fluss

    Bei der Flusspolizei ist Lacey Flint gelandet. Die wollte den gefährlichen Einsätzen bei der Kriminalpolizei entgehen und ihr Leben in ein ruhigeres Fahrwasser bringen. Ein neues Hobby ist das Schwimmen im Gezeitenfluss, ein Nervenkitzel der gefährlich und verboten ist. Bei einem ihrer unerlaubten Streifzüge kommt ihr eine weibliche in ein Laken gewickelte Leiche vor die Nase. Und vorbei ist es mit dem ruhigen Dasein. Zwar werden die Ermittlungen von Dana Tulloch geführt, doch der Fluss ist Laceys Revier. Und so müssen die beiden unterschiedlichen Frauen sich zusammenraufen, auch wenn sie sich nicht immer gut verstanden haben.

    Soweit bekannt handelt es sich bei Lacey Flints viertem Auftritt um ihren bisher letzten. Da seit Erscheinen dieses Bandes schon eine Weile vergangen ist, bleibt es wohlmöglich bei vier Teilen einer Reihe. In diesem Band liegt der Schwerpunkt eher auf der beruflichen Beziehung zwischen Lacey Flint und Dana Tulloch. Die beiden müssen sich austauschen, zusammenarbeiten und gemeinsame Einsätze durchführen. Von Mark Joesbury ist nur wenig zu sehen und zu lesen. Der Fall behandelt dabei ein brisantes Thema, was lange verschleiert bleibt und damit eine Überraschung ergibt, auch wenn man selbst glaubt, auf der richtigen Spur zu sein.

    Auch in diesem Band bleiben einige Geheimnisse um Lacey Flint. Man bekommt ein wenig den Eindruck, als habe sich die Autorin offenhalten wollen, ob sie die Reihe fortsetzt oder nicht. Diese vermeintliche Unentschlossenheit wirkt sich allerdings auf die Spannung aus, die die Handlung hervorruft. Ihre Beziehung zu Mark Joesbury gerät zur Nebensache. Dana Tulloch wird mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Ihre Art zu ermitteln, ihre Beziehung zu ihrer Partnerin Helen. Doch auch hier bleibt ein entscheidendes Detail auf der Strecke. Nach der Lösung eines zwar interessanten, aber nicht so packenden Falles, schwimmt Lacey Flint gewissermaßen in den Sonnenuntergang. Man hätte der Reihe, so sie denn beendet sein sollte, ein richtiges Ende mit Klärung aller offenen Fragen gewünscht.

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 17. Apr 2018 

    Das Leben an der Themse...

    DC Lacey Flint hat den Polizeiberuf nach den Ereignissen in den drei vorherigen Bänden nicht ganz an den Nagel gehängt. Doch sie hat sich versetzen lassen und arbeitet nun bei der Londoner Flusspolizei. Und nicht nur das: sie wohnt nun auch an der Themse, auf einem kleinen Hausboot im Deptford Creek. Der Fluss übt eine merkwürdige Anziehungskraft auf Lacey aus - sie lässt sich von ihm in den Schlaf wiegen, fährt mit dem Boot auf Erkundungstour und schwimmt sogar in ihm. Streng verboten, klar, gefährlich obendrein mit den starken Strömungen und den Gezeiten und dem ganzen Dreck im Wasser, aber seit wann interessiert Lacey so etwas?

    Doch als sie im Morgengrauen wieder einmal in die Fluten steigt, entdeckt sie etwas, auf das sie nie wieder stoßen wollte: eine Tote. Kaum noch als Frau zu erkennen, gibt die Leiche der Polizei viele Rätsel auf, die kaum zu lösen sind. Und es bleibt nicht bei der einen Toten. Immer wieder werden in ein weißes Leichentuch gehüllte junge Frauen in der Themse gefunden - und immer wieder hat Lacey damit Berührungspunkte. Zufall? Wohl kaum. Aber weshalb wird Lacey beobachtet? Und wer ist der seltsame Schwimmer, der immer wieder in ihrer Nähe auftaucht?

    Im vierten Fall um Lacey Flint stößt der Leser wieder auf bekannte Gesichter. DI Dana Tulloch ist hier ebenso wieder mit von der Partie wie alle ihre alten Kollegen, und auch Mark Josebury ist natürlich wieder dabei, allerdings steckt er gerade selbst in einem heiklen Fall als Undercover-Agent. Dafür arbeitet Lacey nun mit Marks Onkel zusammen, der schon seit Jahrzehnten bei der Flusspolizei ist, und fühlt sich als Frau unter den vielen Männern doch ganz wohl.

    So sehr ich mich auf die Fortsetzung der Reihe gefreut habe, muss ich doch sagen, dass ich hier ein wenig enttäuscht wurde. Das betrifft zum einen die benannten Charaktere, die sich für mich nicht wirklich weiter entwickelt haben und hier eher allesamt recht blass blieben. Zum Glück gibt es hier zumindest einen sehr interessanten Charakter, der mich immer wieder beschäftigte und dessen Rolle bis kurz vor Schluss unklar war. Doch damit ist das Spannendste an dem Thriller auch schon fast verraten - denn meine Enttäuschung betrifft zum anderen eben die ausbleibende Spannung. Gerade das war in den vorherigen Bänden die große Stärke Sharon Boltons: Spannung bis ins Unerträgliche und dadurch fast schon ein Zwang, immer weiter zu lesen. Doch hier - Fehlanzeige. Phasenweise plätscherte die Handlung einfach vor sich hin, und erst auf den letzten 80 Seiten nahm sie an Fahrt auf.

    Was mir persönlich gut gefallen hat, waren die Beschreibungen rund um den Fluss. Fast schon konnte man das Wasser riechen, die Strömung spüren, die Unberechenbarkeit der Themse erleben - ein Fluss wie ein Lebewesen. Diese Schilderungen fand ich ausgesprochen gelungen - und die Affinität zum Wasser und dessen Bedeutung für Lacey wurden offenkundig.

    Die Vielzahl an Themen dagegen (hierauf kann ich allerdings nicht näher eingehen, da ich ansonsten spoilern würde) hat dem Thriller leider nicht gut getan. Dadurch zerfaserte die Handlung zu sehr, was ich schade fand, denn einzelne Aspekte hätten deutlich mehr Potential gehabt als ihnen hier letztlich zugebilligt wurde.

    Der Abschluss (?) der Reihe ist für mich jedenfalls der schwächste Band und hinterlässt keinen unbedingten Wunsch mehr nach einer Fortsetzung. Der Schluss des Thrillers hat mich allerdings mit einem kleinen Lächeln zurückgelassen. Sämtliche Bände davor kann ich Thrillerfans allerdings nur empfehlen!

    © Parden

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    Die Bücher der Reihe um Lacey Flint:

    Dunkle Gebete
    Dead End
    Ihr Blut so rein
    Schwarze Strömung