Schroders Schweigen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Schroders Schweigen: Roman' von Amity Gaige
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Schroders Schweigen: Roman"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
Verlag: Hanser Berlin
EAN:9783446243668

Diskussionen zu "Schroders Schweigen: Roman"

Rezensionen zu "Schroders Schweigen: Roman"

  1. Ein Buch, das durch seine Ausdrucksstärke besticht...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Jun 2014 

    Ein Roman über Eric Schroder (ehemaliger DDR-Bürger) alias Eric Kennedy, der sein Leben auf einer riesengroßen Lüge aufgebaut hat und jetzt vor einem Scherbenhaufen steht.

    Nach einigen Jahren Ehe trennt sich seine Frau von ihm, weil die beiden sich auseinander gelebt haben. Sie erhält das Sorgerecht für die 6-jährige Tochter Meadow. Die Zeit, in der Schroder Meadow sehen darf, ist ihm zu wenig. Schließlich ist Meadow sein Lebensinhalt. Es kommt bei ihm zu einer Kurzschlussreaktion, er entführt seine Tochter. Nach ein paar kostbaren Tagen mit seiner Tochter wird er geschnappt. Im Gefängnis wartet Schroder auf seine Anklage. Hier bricht er endlich sein Schweigen und will mit seinem Leben aufzuräumen. Er macht einen Anfang, indem er seiner Frau aus dem Gefängnis einen Brief schreibt, in dem er versucht seine Lebenslüge zu erklären. Von diesem Brief handelt dieser Roman.

    Die Hauptfigur
    Trotz des Verbrechens, das Schroder begangen hat, hegt man doch ein großes Maß an Sympathie für ihn. Er ist einfach ein liebenswerter Chaot. Das Beste, was er bisher in seinem Leben auf die Reihe bekommen hat, ist seine Tochter, die er abgöttisch liebt. Sein Leben hat bisher wunderbar funktioniert, auch wenn es auf Lügen aufgebaut war. Erst die Trennung von seiner Frau und die wenige Zeit, die er jetzt nur noch mit seiner Tochter verbringen darf, werfen ihn aus der Bahn. Man muss einfach Mitleid mit ihm haben.

    Die Sprache
    Ich habe selten ein Buch erlebt, dass so ausdrucksstark geschrieben ist. Es fängt mit leisen Tönen an, gewinnt dann an Fahrt, kurz vor Ende des Buches kommt es fast zur Tragödie, das Ende lässt einem Zeit zum Wiederdurchatmen. Die Wortgewaltigkeit dieses Buches ist einfach beeindruckend.

    Und als er verliebt in sie war, schien die Minute nicht mehr Mittel zum Zweck einer Stunde zu sein. Vielmehr schien jede Minute wie ein Selbstzweck , eine Stille, vage und kreisförmig , ein sanft suggeriertes Territorium, in dem man lebendig sein konnte.

    Meine Bewertung
    Es ist kein Buch für zwischendurch. Erst, wenn man sich Zeit für dieses Buch nimmt, kommt man in den Genuss der Ausdrucksstärke. Das ist es, was dieses Buch ausmacht. Ein absoluter Hochgenuss!