Schräge Vögel singen nicht

Buchseite und Rezensionen zu 'Schräge Vögel singen nicht' von Lars Lenth
4
4 von 5 (7 Bewertungen)

Leo Vangen ist ein durchschnittlicher Typ, aber auf Bærum, der Insel vor Oslo, auf der er im Haus seiner Eltern lebt, sind alle überdurchschnittlich – überdurchschnittlich reich, schön und korrupt. So lange er seine Ruhe hat, ist er trotzdem halbwegs zufrieden. Damit ist jedoch Schluss, als der krankgeschriebene Markisenhändler Trond Bast ein menschliches Ohr ausgerechnet aus dem Gewässer vor Leos Haus fischt. Das gehörte zu einem illegal eingereistem, polnischen Bauarbeiter, der Rest des Mannes weilt mit einbetonierten Füßen auf dem Grund des Oslofjords. Ein Lichtblick: Leos Jugendliebe Mariken ermittelt. Doch dann mischen militante Vogelschützer und ein eiskalter Immobilienspekulant sich ein, und Leo wird mitten in einen Kleinkrieg gezogen, in dem mit harten Bandagen gekämpft wird ...

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:285
Verlag: Limes Verlag
EAN:9783809027126

Rezensionen zu "Schräge Vögel singen nicht"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 05. Nov 2019 

    Der Titel bringt es auf den Punkt

    Leo Vangen ist Rechtsanwalt, aber da er die laut norwegischem Rechtssystem noch keine drei Gerichtssachen erfolgreich absolviert hat, ist er nur Rechtsreferendar. Aber das stört ihn nicht. Er lebt nach seiner Scheidung im alten renovierungsbedürftigen Haus seiner Eltern auf der Insel Baerum. Auf Baerum allerdings fällt Leo Vangen als durchschnittlicher Typ zwischen den Reichen, Schönen und Korrupten auf. Diese haben es sogar geschafft, dass auf Grund des Fluglärms, der über die Insel hinwegging, ein neuer Flugplatz weiter entfernt gebaut wurde. Und doch wird genau vor der Insel ein Toter mit Betonklötzen an den Füßen entdeckt. Jedoch liegt keine Vermisstenmeldung aus der Gegend vor. Aufgrund des Zahnstatus wird klar, es kann sich nur um einen der illegal eingereisten polnischen Bauarbeiter handeln, die am Bauprojekt des alten Flughafens arbeiten und dort ein neues Wohnprojekt erbauen sollen.

    Aber es gibt da auch noch Terje Klavenes. Er ist Projektleiter für das Wohnprojekt und mit allen Wassern gewaschen. Für ihn zählt nur der Erfolg, wie er und mit welchen Mitteln er erreicht wird, ist ihm egal. Dafür gibt es Nils und Rino. Die beiden sind für das Grobe zuständig und erinnern mit ihren Handlungen zeitweise echt an die Olsenbande. Und auch wenn es in diesem Buch um einen Mord geht, gibt es in diesem Buch viele Skurrilitäten, die einem beim Lesen ein Grinsen ins Gesicht zaubern.

    In diesem Buch spielt Lars Lenth häufig mit Übertreibungen und absurden Begebenheiten. Aber ich denke, es passt genau zu diesen Protagonisten. Ein mitunter rabenschwarzer Humor lassen einem mitunter beim Lesen vergessen, dass es ja auch noch einen Mordfall aufzuklären gibt.

    Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und verdiente vier Lesesterne.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 19. Okt 2019 

    Kurios und spannend

    Kurios und spannend

    Lars Lenth
    Schräge Vögel singen nicht

    Leo Vangen ist ein Charakter, der mir direkt sympathisch war. Er wohnt auf der Insel Bærum, in einem geerbten Haus, dass sehr renovierungsbedürftig ist mit dem Bildhauer Kjartan zusammen, mit dem er sich gut ergänzt. Er arbeitet als Refendar, da er nie seine Zulassung zum Anwalt erhalten hat, was sicher auch der Erlebnisse seiner bewegten Schul- und Studienzeit geschuldet ist, obwohl er zu den Besten gehörte damals.
    Als dann durch einen unglücklichen Zufall die Leiche eines polnischen Arbeiters gefunden, nimmt das Schicksal seinen Lauf und Leo wird ungerechtfertigt als Zeuge genannt. So begegnet er Mariken, seiner Jugendliebe wieder, die nun als Kommissarin an ebendiesem Fall Arbeit. Leo versucht ihr zu helfen und bemüht sich Licht ins Dunkel zu bringen.
    So gerät ein weiterer Klassenkamerad von Leo und Mariken ins Spiel: Terje Klavenes. Zu Schulzeiten schon ein Frauenheld, unglückliche Familienverhältnisse, der sich durch seine Skrupellosigkeit hochgekämpft hat und sich durch eine Portion Glück nie verantworten musste. Durch eine Namensänderung hat er das vermeintliche Gefühl, sein altes, verkorkstes Leben hinter sich gelassen zu haben. Unterstützt wird er von beiden Kleinganoven Nils und Rino, die in diesem spannenden Roman noch eine gewichtige Rolle übernehmen. Dem Leser ist früh klar, hier verrate ich wirklich nicht zu viel, dass Terje seine Finger im Spiel hat. Das Drumherum ist der wahre Kern der Geschichte.

    Der Roman hat mir gefallen, wenn er auch teilweise mit sehr derben Witzen und Ausdrücken gespickt ist, auf die ich hätte verzichten können. Dennoch wären viele kritische Elemente in die Handlung integriert, was das lesen sehr interessant machte. Die persönliche Geschichte Leo Vangens hatte ebenso ihren Reiz. Würde mich über eine Fortsetzung der Reihe, deren zweiter Teil dies ist, freuen.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Okt 2019 

    Schräg und böse

    Der miesepetrige Trond Bast macht beim Angeln einen Riesenfang. Allerdings erwischt er keinen kapitalen Hecht, sondern nur ein menschliches Ohr. Das wiederum gehört zur Leiche eines polnischen Bauarbeiters, der offenbar einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Da die Leiche ausgerechnet vor der Insel Baerum aus dem Wasser gefischt wurde, wird Leo Vangens Interesse an dem Fall geweckt. Immerhin wohnt er auf der Insel, in der Villa seiner Eltern. Leo Vangen hat es trotz Bestnoten nicht weiter als bis zum Rechtsreferendar gebracht. Dennoch ist er weder verbittert noch unzufrieden, sondern lebt gemächlich in den Tag.
    Dass die ermittelnde Kommissarin Mariken Varden heißt, lässt Leon Vangen nun allerdings zur Tat schreiten. Immerhin ist Mariken seine Jugendliebe, und er hofft, durch eigene Recherchen auch wieder an Mariken heranzukommen. Bei seinen Ermittlungen stößt Leo auf den Immobilienhai Terje Klavenes, der als Emporkömmling und aalglattes Ekelpaket dargestellt wird. Doch Klavenes macht sich natürlich nicht selbst die Hände schmutzig, sondern beauftragt Männer fürs Grobe. Doch diese sind irgendwann nicht mehr mit ihrem Auftraggeber zufrieden.
    Der Titel ,,Schräge Vögel singen nicht“ verspricht nicht zu viel. Sowohl die Charaktere als auch die Handlung sind schräg, skurril und mit so mancher bitterbösen Wendung und schwarzem Humor gezeichnet. Das wird sicher nicht jedem Leser gefallen, da manches überzogen oder zu detailliert abstoßend beschrieben wird. Andererseits stellt der Roman eine willkommene Abwechslung zu den häufig tristen und melancholischen Skandinavienkrimis dar. Und Leo Vangen mit seiner sympathischen Art und seiner locker-leichten Lebensweise wächst einem zunehmend ans Herz.
    Am Ende ist es wieder Trond Bast, nun dynamisch und frohgemut, der beim Angeln erneut einen ,,Riesenfang“ macht.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 09. Okt 2019 

    Krimi mit bitterbösem Humor

    Leo Vangen als verkrachte Existenz zu beschreiben, wäre nicht richtig. Zwar hat er, trotz eines erfolgreichen Studiums, nie seine Anwaltszulassung erhalten und arbeitet jetzt stundenweise als Referendar in einer Kanzlei. Ehrgeiz hat er wenig, höchstens den, sein Golfhandicap niedrig zu halten. Er lebt im heruntergekommenen Sommerhaus seiner Familie, mit seinem Untermieter, einem erfolgloser Bildhauer, zur Gesellschaft.

    Trond Bast ist dauerkrankgeschrieben und verbringt seine Tage beim Angeln, sein Schnitt ist eine knappe Meerforelle pro Jahr und als sein Köder versinkt, mag er seinem Glück nicht recht trauen. Das ist auch gut so, denn statt eines Fisches hat er ein Leichenteil am Haken.

    Uns so kommt Leo ins Spiel, denn er angelt ebenfalls gern an der Stelle. Als er einen Anruf seiner Jugendliebe, der jetzt unerreichbar erscheinenden, erfolgreichen Kommissarin Mariken erhält, beginnt er dort zu ermitteln, wo die Polizei nicht hingeht.
    Wirtschaftskriminalität, Bodenspekulation, Betrug – es gibt nichts wovor Terje Klavens zurückschreckt, als Handlanger hat er Nils und Rino, zwei kleine Unterweltgangster. Während Nils strohdoof, aber brutal ist und am liebsten andere Menschen quält oder umbringt, und dafür zu seiner großen Freude auch noch bezahlt wird, hat sich Rino ein, wenn auch nur wenig Gewissen bewahrt. Und Leo kommt nicht nur Terje, sondern auch Nils viel zu nah.

    Schräge Vögel – der Titel ist Programm. Die Figuren, die sich Lars Lenth erdacht hat, sind allesamt schräg und abgedreht. Dazu passt sein Sprachstil, witzig, aber derb und voller skurriler Szenen, die er mit Lust auskostet. Man muss diesen galligen und rabenschwarzen Humor schon mögen, um sich bei diesem Kriminalroman zu unterhalten. Dabei nimmt der Autor, wie so oft in skandinavischen Krimis, auch die sozialen und gesellschaftlichen Missstände aufs Korn. Allerdings darf man dabei keine Political Correctness erwarten, er teilt nach allen Seiten aus. Und gerade das hat mir besonders gut gefallen. Das Buch ist temporeich, der Leser immer ein Stück weiter als Leo oder die Polizei und eigentlich ahnt man schon, worauf es hinausläuft. Aber der Weg dorthin war beste Unterhaltung.

    Dieser Krimi fällt aus dem üblichen Skandinavien-Krimi-Rahmen. Dafür sorgt auf den ersten Blick auch das auffällige in Gelb und Schwarz gehaltene Cover mit linolschnittartiger Abbildung.

    Schräge Vögel gibt es überall – Stockenten zum Beispiel, sind im Frühsommer nicht wählerisch mit ihrem Futter und so kann ein Vogelschützer seinen Lieblingen auch noch im Tod nützlich sein.

  1. 4
    (4 von 5 *)
     - 06. Okt 2019 

    Die etwas andere Art, sich eines Problems zu entledigen.

    Mit „Schräge Vögel singen nicht“ legt Lars Lenth einen Roman vor, bei dem der Titel Programm ist, präsentiert er sich doch in vielerlei Hinsicht „schräg". Erschienen ist dieser 288-seitige Roman im September 2019 bei Limes. Laut Verlag handelt es sich hierbei um den zweiten Fall für den eher erfolglosen, nichtsdestotrotz sympathischen Rechtsreferendar Leo Vangen, in Norwegen jedoch erschien dieser vor dem schon im vorangegangenen Jahr in Deutschland herausgebrachten Roman „Der Lärm der Fische beim Fliegen“.
    Leo Vangen lebt als langjähriger Rechtsreferendar, der es nicht schafft, seine Anwaltszulassung zu erlangen, ein ruhiges und halbwegs zufriedenes Leben im Haus seiner Eltern auf Bærum, der Insel der Schönen und Reichen vor Oslo. Als der seit Langem krankgeschriebene Markisenhändler Trond Bast beim Angeln jedoch statt eines Fisches ein Ohr am Haken hat, ist es mit der Beschaulichkeit vorbei. Später soll sich herausstellen, dass es sich bei dem Ohr um das Körperteil eines polnischen Bauarbeiters handelt. Gemeinsam mit seiner ehemaligen „Flamme“ Mariken macht Leo sich daran, dem Verbrechen auf die Spur zu kommen – und stößt dabei auf an Netz von Korruption, Geldgier und Brutalität.
    Er ist hart umkämpft, der Grundstücks- und Immobilienmarkt vor den Toren von Norwegens Hauptstadt Oslo – das bekommen die Charaktere in diesem Roman zu spüren. Und es wird mit harten Bandagen gekämpft: Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte, Naturschutz – all dies spielt für die Spekulanten keine Rolle. Vor nichts schrecken sie zurück, wenn es darum geht, eigene Interessen durchzusetzen, seien es Fäkalien in Briefkästen, Entführung oder gar zerstückelte Leichen, die später als Vogelfutter dienen.
    Dafür, dass dieses Schreckensszenario jedoch den Leserinnen und Lesern nicht allzu sehr an die Nieren geht, sorgt die Skurrilität der Charaktere. Alle in diesem Roman, mit Ausnahme von Mariken vielleicht, sind irgendwie kurios. Da ist zum einen Leo, der es trotz guter Voraussetzungen nicht schafft, etwas aus seinem Leben zu machen, und erst einen Mord braucht, um aus seiner Lethargie herauszukommen - dann aber zeigt er ungebremsten Einsatz und setzt sich, gleich einem Robin Hood, für die Rechte der zu kurz Gekommenen ein. In Rino und Nils begegnen uns zwei Möchtegern-Gangster, deren Einsatz stets in einem Desaster endet, bis - ja bis Nils wirklich Blut leckt. Am besten gefallen hat mir jedoch die Darstellung des Immobilienhais Terje Klavenes, den Lenth sehr pointiert als Neureichen par excellence charakterisiert, und der gegen Ende des Romans auch feststellt, dass das Töten „die effektivste Art und Weise, ein Problem zu lösen“ (S. 208), ist.
    Neben den schon oben erwähnten Immobilienspekulationen und der Ausbeuterei sind – damit zusammenhängend – Natur- bzw. Umweltschutz sowie die westliche Arroganz gegenüber dem vermeintlich zurückgebliebenen Osteuropa Themen dieses Romans. Dass man aber trotz aller Widrigkeiten nicht die Hoffnung aufzugeben braucht, beweisen Leos uneigennütziger Einsatz sowie Rinos und Basts Entwicklung. Ebenfalls der lockere Erzählton Lenths sowie die teils sehr rasante Handlung tragen dazu bei, das ernste Grundthema und die Brutalität mit einem Augenzwinkern zu betrachten.
    Ein wenig negativ aufgestoßen ist mir beim Lesen, dass Humor und „Geschlechtsteile“ für viele heutzutage zusammenzugehören scheinen. Hier wäre weniger mehr gewesen.
    Mir hat die Lektüre dieses Romans insgesamt viel Spaß bereitet, allerdings sollte man, wenn man zu diesem Buch greift, offen sein für schwarzen, derben Humor und nicht alles für bare Münze nehmen. Dann aber kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 02. Okt 2019 

    Politisch richtig (und) inkorrekt

    Leo Vangen ist norwegischer Rechtsreferendar. Zum Anwalt hat es (noch) nicht gereicht, denn dazu müsste er mindestens drei Gerichtsverfahren absolviert werden. In seiner Kanzlei gilt er als nicht ganz so leuchtendes Vorbild, es ihm nicht nachzumachen. Leo hat kaum Freunde. Seine Zeit verbringt er entweder mit seinem Untermieter oder beim Angeln. Als jedoch in seiner bevorzugten Angelbucht eine Leiche aus dem Wasser gefischt wurde, kommt etwas Bewegung in sein Leben. Ist doch die ermittelnde Polizistin bei diesem Todesfall Leos verflossene Jugendliebe Mariken.
    Es sind viele skurrile Figuren, die Lars Lenth in „Schräge Vögel singen nicht“ auffahren lässt. Es ist nicht nur der vermeintliche Loser Leo, denn ihn diesem steckt ganz schön viel Potential. Da ist der windige Bauunternehmer Terje, der seine Position und seinen Reichtum ausschließlich seiner kriminellen Energie zu verdanken hat. Terjes dummschlaue Handlanger Nils und Rino sind ein ungleiches Paar. Nils ist ein williges Werkzeug, impulsiv, skrupellos, aggressiv und gemein. Rino Gulliksen, ein Reise von einem Mann, der bildhafte Unterweltler, regt jedoch sein Gewissen.
    Bei all diesen „schrägen Vögeln“ und den skurrilen Situationen, in denen man ihnen begegnet, vergisst man manchmal, dass es auch einen Mordfall in diesem Buch zu klären gibt. Der Leser ist der Polizistin Mariken und Leo dabei weit voraus und darf sich darüber hinaus an bitterbösem schwarzem Humor (auch wenn manche Szenen ein bisschen zu sehr ins Derbe abgleiten) erfreuen. Lars Lenth spart aber dabei auch nicht mit gesellschafts- und umweltpolitischer Kritik. Das ist etwas , was die Skandinavier meiner Ansicht nach sehr gut können, politisch richtig (und) inkorrekt zu sein.
    „Schräge Vögel singen nicht“ ist der erste Band, in dem Leo und Rino ihr Debür geben. Die deutsche Übersetzung der Fortsetzung erfolgte allerdings vor diesem Buch. Davon sollte man sich nicht irritieren lassen!

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 01. Okt 2019 

    Hallo, da bin ich

    Markisenhändler Trond Bast ist dauerkrank, weil er einen Virus im Gleichgewichtssinn hat. Seine Zeit verbringt er mit dem Angeln. Als sich eines Tages die Angelschnur abrollt, ist er sicher, es kann nur zwei Gründe haben. Entweder hat er einen großen Fisch an der Angel oder der Haken geht auf Grund. Diesmal hat er tatsächlich etwas an der Angel, allerdings keinen Fisch, sondern eine Leichenteil. Leo Vangen, der nie richtig als Anwalt gearbeitet hat, wird in die Ermittlung einbezogen, weil Trond ihn als Zeugen benannt hat. Nicht schön in eine Leichensache verwickelt zu sein. Etwas Gutes hat es aber, Leo kommt wieder in Kontakt zu seiner Jugendliebe Mariken, bei der es sich um die ermittelnde Kommissarin handelt.

    Etwas schräg sind sie hier alle, na ja, außer Mariken, die ist relativ normal. Leo lebt zurückgezogen in einem Haus seiner Eltern. Ihm wurde die Welt zu viel. Die beiden Gestalten, die sich beim Fertigen eines Drohbriefes unterhalten, wirken doch sehr speziell. Der Riese scheint noch eine Art Gewissen zu haben, während der kleine Giftzwerg seine Boshaftigkeit genießt. Doch wie hängt das zusammen. Zunächst gilt es herauszufinden, wer der Tote ist. Doch niemand wird vermisst. Hat es vielleicht mit dem nahe gelegenen Baugebiet zu tun, das sich näher ans Naturschutzgebiet ausgedehnt hat als erlaubt.

    Wenn man skurrile Typen mag, wird man von diesem Roman bestens unterhalten. Auf den ersten Blick ist die Sprache recht einfach gehalten. Doch manchmal muss man etwas um die Ecke denken, um alles richtig zu erfassen. Und manches wird in einem Nebensatz erwähnt, wodurch Umweltschutz und eine leichte Gesellschaftskritik in die Handlung Einzug halten. Im Original ist der vorliegende Band zuerst erschienen. Auf Deutsch erschien im Vorjahr ein weiterer Band der Reihe, der im Original später erschienen ist. Man hat nun also die beste Gelegenheit mit einer etwas anderen Reihe zu beginnen, deren erster (zweiter) Band sehr vergnüglich zu lesen ist und dabei mit seinen Spitzfindigkeiten fesselt.