Schnee auf dem Kilimandscharo

Buchseite und Rezensionen zu 'Schnee auf dem Kilimandscharo' von Ernest Hemingway
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3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Schnee auf dem Kilimandscharo"

Hemingways beste Kurzgeschichten in neuer Übersetzung

Ein alter Mann flüchtet vor der Nacht und der Einsamkeit in ein gut beleuchtetes, sauberes Café. In einem Kinderzimmer wartet ein kleiner Junge einen ganzen Tag lang auf den Tod. In einem Krankenhaus wird ein Radio zum Tor der Welt, und in der afrikanischen Steppe kämpft ein Mann gegen die Angst vor dem Löwen und um seine Ehre.
Hemingways Protagonisten sind so verletzlich wie stark, scheren sich wenig um Konventionen, sind einsam, aber nie allein. Sie sind stolze Versehrte, die immer Haltung bewahren, auch im Angesicht des Todes.
Diese Edition mit Neuübersetzungen von Werner Schmitz folgt in ihrer Auswahl der amerikanischen Ausgabe von 1961. Jede der zehn Erzählungen ist eine präzise Miniaturaufnahme voller Gleichmut und stiller Komik. Große, existenzielle Fragen liegen in der Luft, ohne dass sie direkt gestellt werden. Mit seiner klaren, verknappten Sprache und seinen lebensnahen Stoffen schuf Hemingway einen vollkommen neuen Ton des Erzählens. Die kurzen Dialoge etwa lassen die Abgründe der Figuren erahnen, es gilt Hemingways Eisberg-Theorie: Nur zehn Prozent einer Geschichte sollten sichtbar sein.

Format:Taschenbuch
Seiten:224
EAN:9783499272868

Rezensionen zu "Schnee auf dem Kilimandscharo"

  1. Eines der persönlichsten Werke Hemingways...

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 15. Okt 2017 

    Auf einer Safari am Fuße des Kilimandscharo erleidet der Schriftsteller Harry eine Beinverletzung, die Wundbrand entwickelt. Während seine Frau noch hofft und auf das Rettungsflugzeug wartet, lässt er sein Leben in Gedanken Revue passieren und wartet in dem Lager zu Füßen des Kilimandscharo auf sein Ende. Seine kreative Kraft ist längst erloschen: Seit er an der Seite einer reichen Frau ein luxuriöses Leben führt, hat er nichts mehr geschrieben. In Afrika wollte er zu einem einfachen Dasein zurückfinden. Im Fieberwahn kreisen seine Gedanken um sein vergeudetes Leben und seine ungeschriebenen Bücher, für die es nun zu spät ist.

    Schnee auf dem Kilimandscharo ist eines der persönlichsten Werke Hemingways, dessen Leidenschaft für die Großwildjagd ihn mehrmals nach Afrika geführt hat. Diese Erzählung wurde 1953 auch erfolgreich verfilmt: 'Schnee am Kilimandscharo', u.a. mit Gregory Peck, Susan Hayward, Ava Gardner und Hildegard Knef.

    Die 44minütige Hörspielinszenierung hat mir gut gefallen. Der größte Part wird gelesen von Peter Lieck, der seinen Vortrag unaufgeregt gestaltet. Die Dialoge des Paares - Harry, der weiß, dass er sterben wird und Helen, die dies nicht wahrhaben will - werden angenehm und passend gesprochen von Siegfried Wischnewski und Rosemarie Fendel. Alles in allem eine stimmige Inszenierung.

    Ein schöner Einblick in das Werk Hemingways, der eindeutig Lust auf mehr macht!

    © Parden