Schläferkind

Buchseite und Rezensionen zu 'Schläferkind' von Sabine Schäfers
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Spannender Agenten-Thriller

Was wäre, wenn du alles verlieren würdest, wenn die einzigen Menschen, die noch zu dir halten, deinetwegen in tödliche Gefahr geraten?

An dem Tag, an dem ihre Eltern als russische Spione enttarnt werden, verliert Ashley alles, das zählt: ihre Familie, ihr Zuhause, ihr Selbstwertgefühl. Als auch noch völlig unbekannte Verwandte sie zu sich nach Russland holen wollen, bleibt ihr nur noch eins: Abhauen!

Doch damit fangen die Probleme erst an, denn mit einem Mal sind ihr nicht nur Jugendamt und FBI auf den Fersen, sondern auch Verfolger, die vor nichts zurückschrecken – nicht einmal vor Mord.

Format:Kindle Edition
Seiten:232
Verlag:
EAN:

Rezensionen zu "Schläferkind"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 01. Mai 2016 

    Ein unterhaltsamer Jugendthriller...

    Ashley hat die ganz normalen Sorgen einer Jugendlichen - von ihren Eltern möchte sie einfach nur in Ruhe gelassen werden, ihr jüngerer Bruder Paul nervt im Grunde ständig, und wirklich verstanden wird sie höchstens von ihren Freundinnen an der Schule. Doch von einem Tag auf den anderen ändert sich dies - aus der Schule heraus wird sie von einigen FBI-Agenten abgeführt, vor den Augen ihrer Mitschüler, und plötzlich ist nichts mehr so wie es einmal war. Ihre Eltern wurden verhaftet, weil sie im Verdacht stehen, russische Geheimagenten zu sein, sog. 'Schläfer'. Und selbst Ashley wird kurzfristig verdächtigt, dem Agentennetzwerk anzugehören.

    Doch selbst, als dieser unglaubliche Verdacht ausgeräumt ist, liegt ihr Leben in Scherben. Ihre Eltern sind im Gefängnis, ihr Bruder Paul wurde in einer Pflegefamilie untergebracht, und die für sie zuständige Sozialarbeiterin hat für Ashley einen Platz in einer Mädchenwohngruppe gefunden. Jeder, mit dem sie bislang zu tun gehabt hat und mit dem sie sich womöglich sogar befreundet wähnte, hat sich von ihr abgewendet. Ashley ist vollkommen allein. Und selbst in der Wohngruppe endet ihre Odyssee noch nicht. Plötzlich taucht eine Tante mütterlicherseits auf, der die Vormundschaft zugesprochen werden soll und die Ashley mitnehmen will nach Russland - weit weg von alledem, was von dem Gefühl 'Heimat' noch geblieben ist. In ihrer Not sieht Ashley nur einen Ausweg: weg, einfach nur weg. Doch statt die Probleme damit hinter sich zu lassen, werden sie nur noch größer. Verfolgt von Jugendamt und FBI, heften sich noch andere Gestalten an die Fersen des Mädchens. Und diese erweisen sich als skrupellos und gnadenlos. Wie soll Ashley da nur herauskommen?

    "Es nutzte nichts, als Amerikanerin geboren zu sein und sich wie ein normaler Teenager zu fühlen (...) Was ihre Eltern getan hatten, würde immer auf sie abfärben. Ashley gehörte einfach nicht dazu, da konnte sie machen, was sie wollte."

    Trotz der Verhaftung der Eltern und ihrer jahrelangenTätigkeit als 'Schläfer' dauert es fast bis zur Hälfte des Buches, bis es sich tatsächlich als Thriller herauskristallisiert. Davor lernt der Leser Ashley gut kennen, und vor allem ihre Gefühle werden so authentisch transportiert, dass man beim Lesen mühelos mitschwingen kann. Tatsächlich steht allein Ashley im Fokus des Geschehens, und das aufgeflogene Geheimnis ihrer Eltern scheint eben einfach 'nur' der Grund dafür zu sein, dass ihr Leben in Scherben vor ihr liegt - der Kampf um ein Stück Normalität, darum sich wiederzufinden, irgendwie einen neuen Halt im Leben zu bekommen, das dominiert ungefähr die erste Hälfte des Buches. Doch dann wird Ashley eben doch mehr in die Geschichte ihrer Eltern verwickelt, als es zunächst den Anschein hatte. Dieser Schwenk in die andere Richtung ist Sabine Schäfers gut gelungen.

    Von Beginn an ist die Erzählung angenehm zu lesen, der Schreibstil ist flüssig und abwechslungsreich, und die nicht allzu langen Kapitel animieren geradezu zum Immerweiterlesen. Tatsächlich habe ich das Buch fast in einem Rutsch gelesen und hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, es einmal weglegen zu wollen. Im Übrigen fand ich die Kapitelüberschriften oft sehr passend und liebevoll gewählt. Die Charaktere, allen voran Ashley, sind bildhaft und glaubwürdig gezeichnet, auch wenn ich nicht immer alle Reaktionen nachvollziehen konnte - aber schließlich reagiert auch nicht jeder immer gleich.

    "Sie musste dringend pinkeln, zum hundertsten Mal in der letzten halben Stunde. Was hatte sie sich nur dabei gedacht, sich auf diesen Irrsinn einzulassen? Seit wann waren Ausreißer und Schulschwänzer der Stoff, aus dem Helden gemacht sind?"

    Mir persönlich hat der erste Teil fast noch besser gefallen, weil dort teilweise sehr intensiv und eindringlich die Situation Ashleys vor Augen geführt wurde und mich mitfühlen ließ. Aber auch der spannende zweite Teil konnte mich in den Bann ziehen, auch wenn ich im Anschluss gerne noch mehr von dem eigentlichen Leben Ashleys erfahren hätte. Aber das macht ja auch gute Bücher aus: wenn man als Leser die inzwischen liebgewordenen Charaktere nur ungern ziehen lässt.

    Mein erstes Buch von Sabine Schäfers, aber ich freue mich auf weitere Werke von der Autorin!

    © Parden

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 08. Apr 2016 

    Schläferkind

    Das Buch war bis zum Ende sehr spannend. Es ist flüssig geschrieben. Der Spannungsbogen zieht sich vom Anfang bis zum Ende durchgehend durch, ohne nachzulassen. Das Buch ist für alle Altersstufen geeignet, besonders für Erwachsene, die einige vergnügliche Lesestunden verbringen wollen und natürlich für Jugendliche. Wir lernen Ashley, die Protagonistin, kennen, deren Eltern plötzlich verhaftet werden, weil sie russische Schläfer sein sollen.
    Ashley kommt in eine Wohngruppe junger Menschen, die von zwei Sozialarbeitern geleitet werden. Ihr jüngerer Bruder darf nicht bei ihr bleiben, sondern kommt in eine andere Stadt, zu Pflegeltern. Die Wohngruppen werden als sehr angenehm geschildert.
    Obwohl es eine einstündige Mittagsruhe gibt, wo die Mädchen in ihrem Zimmer ruhen müssen. Das stört Ashley anfangs. Warum eigentlich? Ist doch nur am Wochenende, denn von Montag bis Freitag geht Ashley sowieso in die Schule bis nach 16h30.
    Es wird dramatisch, denn plötzlich geschehen Dinge, die Ashley dazu bringen, die Wohngruppe heimlich zu verlassen. Sie flieht praktisch bei Nacht und Nebel. Nun überschlagen sich die Ereignisse. Lesenswert