Schicksalhafte Zeiten

Buchseite und Rezensionen zu 'Schicksalhafte Zeiten' von Linda Winterberg
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5 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Schicksalhafte Zeiten"

Berlin, 1942: Der Krieg hinterlässt Spuren in der Stadt. Während Edith ihr Glück fernab der Heimat sucht, arbeitet Luise als Hebamme in der Frauenklinik Neukölln. Als sie erfährt, was mit den Neugeborenen der Zwangsarbeiterinnen geschieht, nimmt sie all ihren Mut zusammen und versucht, sie zu retten. Margot hat eine Stelle im Frauengefängnis angenommen. Als eine junge Schwangere vor ihr steht, die im Widerstand kämpfte und zum Tode verurteilt wurde, weiß Margot, dass sie alles versuchen muss, um sie zu retten. Auch wenn sie sich dabei in Lebensgefahr begibt ...

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:382
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Rezensionen zu "Schicksalhafte Zeiten"

  1. Ein toller dritter Band

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 08. Nov 2020 

    Berlin 1942: Die drei Frauen Edith, Luise und Margot gehen ihren unterschiedlichen Arbeiten nach. Luise und Margot arbeiten in Berlin unter den Wirren des Krieges, während Edith zusammen mit ihrer Familie in die Schweiz gegangen ist.

    Da ich die ersten beiden Bände dieser Hebammen-Saga gelesen und geliebt habe, habe ich mich riesig auf diesen dritten Band gefreut. Ich war sehr gespannt auf die weiteren Geschehnisse.
    Der Schreibstil war flüssig und sehr gut verständlich, so dass ich problemlos in die Geschichte eintauchen und sie genießen konnte. Die Beschreibungen waren authentisch, bildhaft und bewegend, insbesondere wegen der schweren Kriegszeiten.
    Die drei Frauen sind mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen, so dass ich mich auf das Wiedersehen sehr gefreut habe. Sie waren alle drei sehr sympathisch und echt beschrieben. Ich konnte mich hervorragend in sie hineindenken und mit ihnen mitfühlen und auch mitfiebern.
    Die Geschichte war lebhaft und atmosphärisch. Die Sorgen und Ängste durch den Krieg wurden sehr echt geschildert. Ich konnte mir das alles sehr gut vorstellen und miterleben. Ich fand die Entwicklungen der Frauen sowie ihre Erlebnisse sehr spannend und fesselnd. Teilweise waren die Situationen sehr bedrückend, denn der Krieg war stets präsent, ebenso die Schrecken, die von Hitler ausgingen. 

    Ein toller dritter Band der Hebammen-Saga, der mir sehr gut gefallen hat. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

  1. Bewegendes Buch

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 19. Okt 2020 

    Berlin, mitten im zweiten Weltkrieg. Louise arbeitet noch immer in der Frauenklinik in Marienfelde, auch wenn es ihr zunehmend schwerer fällt, bestimmt Vorgaben und Dinge, die geschehen, einfach hinzunehmen. Margot arbeitet als freie Hebamme im Bezirk, hat aber das Gefühl mehr tun zu müssen. So wird zur Hebamme am Frauengefängnis, in dem Frauen, die zum Tode verurteilt wurden, ihre Kinder bekommen, bevor ihr Urteil vollstreckt wird. Edith lebt mittlerweile in Zürich und hat sich dort mit ihrem Mann Jonas ein neues Leben aufgebaut.

    Wir erleben nun also den Alltag der Hebammen in Berlin im Krieg und dessen Ende. Hierbei nimmt die Autorin mehrere Themen auf, die besonders Hebammen in dieser Zeit beschäftigt haben. Da geht es um die Kinder der Zwangsarbeiterinnen, um wertes und unwertes Leben und Zwangsterilisationen. Und auch das Thema Widerstand, oder was als solcher verfolgt wurde, wird aufgegriffen. Zwischenzeitlich ist das Buch wirklich harter Tobak, bei dem man als Leser schon schlucken muss und auch die eine oder andere Träne fließt. Auch ob der Erkenntnis, dass Menschen wirklich so grausam sein können.

    Alles in allem habe ich das Buch verschlungen, es ist wirklich sehr spannend geschrieben und die Angst um die Protagonistinnen und deren Freunde treibt zum schnellen Lesen an. Allerdings gab es für mich ein paar Punkte, die mir zu offen blieben. Aber vielleicht gibt es dazu ja auch im letzten Band noch etwas Aufklärung. Ich freue mich auf jeden Fall, dass wir auch die Nachkriegszeit noch mit den Freundinnen erleben dürfen.

    Von mir eine Leseempfehlung für dieses wirklich spannende und mitreißende Buch!

  1. Schicksalhafte Zeiten

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Sep 2020 

    Es sind zehn Jahre vergangen. Die jungen Frauen sind mittlerweile gestandene Hebammen und haben ihren Platz gefunden. Jedoch die äußeren Umstände führten dazu, dass nicht alles so gekommen ist, wie erhofft. Es ist 1942 und Berlin leidet unter fast täglichen Bombenangriffen. Auch die altbekannten Gesichter der Klinik sind nun nicht mehr da. An ihrer Stelle sind es linientreue Menschen, die an den Endsieg Adolf Hitlers glauben.

    Die bekannten Heldinnen der Vorgängerbücher sind zum Glück alle noch am Leben. Edith ist mit ihrer Familie gerade noch rechtzeitig in die Schweiz gegangen. Als Jüdin hätte sie es wohl in Berlin nicht überlebt. Luise und Margot arbeiten beide unter erschwerten Bedingungen in der Frauenklinik und versuchen die werdenden Mütter so gut es geht zu unterstützen. Konfrontiert werden die beiden aber auch mit Zwangssterilisationen an jungen Frauen, bei denen man meint, dass sie auf keinen Fall gesund seien, um eigenen Nachwuchs zu zeugen. Aufbegehren gegen diese Regelungen hat einen hohen Preis. Frauen, die das tun, kommen sofort ins Gefängnis und werden zum Tod verurteilt. Lediglich eine Schwangerschaft könnte die Vollstreckung der Todesstrafe verhindern bzw. aufschieben.

    Nicole Winterberg zeigt mit ihrem Buch sehr deutlich, wie schlimm das Leben für die Frauen in dieser Zeit damals war. Selbst wenn sie es geschafft hatten und ein gesundes Baby zur Welt brachten, konnte es passieren, dass dieses ihnen unter den fadenscheinigsten Gründen wieder weggenommen wurde. Diese Kinder hatten dann ohne Mutter meist kaum eine Überlebenschance. Anschaulich berichtet sie aber auch von den Entbehrungen der Menschen. Das Überleben in Berlin während der Bombenangriffe, die fast tägliche Sorge um frisches Wasser und Nahrungsmittel zeigt, wie sehr die Menschen leiden. Aber die Autorin versteht es auch, die Hoffnung und auch die kleinen Freuden, die es manches Mal doch gab, zu zeigen. Viele warten auf das Ende des Krieges und die damit verbundene Hoffnung auf ein normales, menschenwürdiges Leben.

    Mir hat dieses Buch wieder sehr gut gefallen und ich kann es allen Interessierten nur empfehlen. Von mir gibt es auf jeden Fall verdiente fünf Lesesterne.