Saturday (detebe)

Buchseite und Rezensionen zu 'Saturday (detebe)' von Ian McEwan
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Henry Perowne, 48, ist ein zufriedener Mann: erfolgreich als Neurochirurg, glücklich verheiratet, zwei begabte Kinder. Das einzige, was ihn leicht beunruhigt, ist der Zustand der Welt. Es ist Samstag, und er freut sich auf sein Squashspiel. Doch an diesem speziellen Samstag, dem 15. Februar 2003, ist nicht nur die größte Friedensdemonstration aller Zeiten in London. Perowne hat unversehens eine Begegnung, die ihm jeden Frieden raubt …

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:400
Verlag:
EAN:

Rezensionen zu "Saturday (detebe)"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 21. Jul 2019 

    Ein Tag im Leben des Henry Perowne

    Der Roman beschreibt einen Tag (!) im Leben des Neurochirurgen Henry Perowne, der nachts aufwacht und Himmel ein brennendes Flugzeug sieht. Das erinnert ihn an 9/11 - ein Ereignis, das 1 1/2 Jahre zurückliegt und von dem Perowne glaubt, es wirke sich noch 100 Jahre auf die westliche Zivilisation aus. Die Handlung spielt am 15.2.2003 in London, an dem Tag demonstrierten 700.000 Menschen gegen die Irak-Politik der USA und Großbritanniens. Auch Perowne selbst diskutiert mehrfach im Verlauf dieses Tages mit mehreren Personen über den bevorstehenden Krieg. Er selbst möchte ein Ende der Diktatur Saddams, da er einen irakischen Intellektuellen operiert hat, der im Gefängnis gewesen ist und ihm vom terroristischen Regime erzählt hat. Perownes Sohn ist eher indifferent eingestellt, er ist ein begnadeter Bluesmusiker, der sich ganz der Musik widmet.
    Henrys Frau Rosalind arbeitet als Anwältin bei einer Zeitung, seine Tochter Daisy, die an diesem Tag zu Besuch kommen wird, hat gerade ihren ersten Lyrikband herausgebracht. Erwartet wird auch Rosalinds Vater - John Grammaticus, ebenfalls ein bedeutender Lyriker - und Henry besucht seine demente Mutter im Altenheim. All diese Ereignisse bieten Anlässe zu Erinnerungen und Rückblicken Henrys, aus dessen personaler Perspektive der Roman oft zeitdehnend geschildert wird.
    Als er auf dem Weg zum samstäglichen Squash-Spiel mit einem befreundeten Anästhesisten ist, fährt er jemandem, der nicht mit einem Auto in der gesperrten Straße gerechnet hat, den Spiegel ab. Es kommt zu einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Verbrecher (?) Baxter, die weitere Auswirkungen auf Henrys Tag haben wird.
    Ein meisterhafter Roman, der zeigt, wie winzige Ereignisse unser Leben entscheidend prägen können, und der die familiären Strukturen der Familie ebenso messerscharf seziert wie die politische Lage - auch medizinisch bietet der Roman tiefe Einblicke (an einigen Stellen zu detailliert ;) ) in die Arbeit des Neurochirurgen Perownes, der sich auf Hirnchirurgie spezialisiert hat.
    5 von 5 Sternen!