Ruhet in Friedberg: Kriminalroman

Rezensionen zu "Ruhet in Friedberg: Kriminalroman"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Mär 2020 

    Super witzig

    Im Provinznest Friedberg Ende der 90er: Die beiden Freunde Andi und Fipsi arbeiten beim Bestatter. Doch ihr ruhiger Alltag gerät durcheinander, als ein Sarg scheinbar das Doppelte wiegt. Andi schöpft Verdacht und fragt sich, ob da jemand was verschwinden lassen will. Dann häufen sich die Leichen und die Bestatter haben richtig viel zu tun.

    Hach, was habe ich mich auf diesen Roman gefreut! Schon das witzige Cover in Verbindung  mit dem schrägen Titel fand ich klasse, ebenso wie die Beschreibung. Und ich wurde von diesem Buch nicht enttäuscht! 
    Der Schreibstil war locker leicht, direkt und sehr humorvoll. Ich musste unendlich viel lachen und alles lief wie ein Film vor meinen Augen ab. Ich stehe auf schwarzen Humor und kam hier voll auf meine Kosten. Echt stark.
    Die einzelnen Personen wurden toll gezeichnet und waren teilweise sehr schräg. Ich konnte sie gut auseinanderhalten und hatte klare Bilder von ihnen vor Augen.
    Die Story fand ich einfach nur klasse. Nichts war sicher vor dem Autor, jeder und alles hat hier sein Fett weg bekommen. Einfach großartig und bitterböse. Man sollte nur nicht alles bierernst nehmen beim Lesen, dann hat man auf jeden Fall seine riesen Freude. Es gab viele, viele Leichen, unvorhergesehene Wendungen und ein überraschendes Ende. 

    Beste Unterhaltung mit bitterbösem schwarzen Humor. Ich liebe das Buch und vergebe 5 von 5 Sternen.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Feb 2020 

    Ruhe unruhig

    Friedberg ist ein Dörfchen in der tiefsten österreichischen Provinz, alles geht sehr gemächlich seinen Gang. Lediglich beim örtlichen Bestatter scheint es ganz lebhaft zu sein. Das liegt nicht an den beiden Jugendfreunden Andi und Fipsi, die als Aushilfen eine eher ruhige Kugel schieben. Allerdings bleibt, trotz exzessivem Alkoholgenuss, bei einer Beerdigung ein ungutes Gefühl zurück. Kann denn der arme Verstorbene nach langer, zehrender Krankheit wirklich noch gut 150 Kg wiegen? Betreiben die Kollegen Hubsi und Gustl ein Nebengeschäft?

    Eins vorweg: dem Autor ist nichts heilig und auf politische Korrektheit pfeift er. Das dürfte zwar dem einen oder anderen Leser vielleicht ein wenig zu heftig sein, aber wer schwarzen – nein rabenschwarzen – Humor mag, liegt mit „Ruhet in Friedberg“ richtig.

    Aber nicht nur mit österreichischen Schmäh, witzigen Einfällen und Sarkasmus punktet das Buch, der Krimi dahinter ist spannend und verzwickt. Der Autor lässt seine Leser ganz schön lange zappeln und verblüfft dann mit einem wirklich überraschenden Schluss.

    Mir hat die Geschichte, die in den letzten 1990iger Jahren auf dem Land angesiedelt ist, sehr gut gefallen und ich habe mich wirklich von der ersten Seite an besten unterhalten, der schnodderige Sprachstil gefiel mir ausgezeichnet und die ungewöhnlichen Figuren sind gelungen.

    Wer das Buch aufschlägt, sollte auch unbedingt die Innenseite der Klappenbroschur anschauen, da werden die Protagonisten schon in wenigen Sätzen prägnant vorgestellt.