Rocking Horse Road: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Rocking Horse Road: Roman' von Carl Nixon
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Kurz vor Weihnachten 1980: Am Strand von The Spit, einer schmalen Landzunge vor Christchurch, wird die Leiche der 17-jährigen Lucy Asher gefunden. Auf der Rocking Horse Road haben Lucys Eltern ein Milchgeschäft, in dem das Mädchen oft aushalf und dabei von den Nachbarjungen aus der Ferne angehimmelt wurde. Der Mord an Lucy schockiert alle Einwohner des kleinen Städtchens, doch für die Jungen ist das Verbrechen besonders traumatisch und bedeutet das Ende ihrer unbeschwerten Kindheit. Die Suche nach dem Mörder schweißt sie zusammen – und über 25 Jahre später sind sie ihm noch immer auf der Spur

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:240
Verlag: btb Verlag
EAN:9783442747382

Rezensionen zu "Rocking Horse Road: Roman"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 15. Jun 2017 

    Ein totes Mädchen und eine jahrzehntelange Jugendfreundschaft

    Am Strand einer schmalen Landzunge vor Christchurch wird 1980 die Leiche der 17-jährigen Lucy Asher angespült. Das Mädchen lebte dort und die Menschen im Ort sind tief betroffen.

    Insbesondere eine Gruppe von mehreren gleichaltrigen Jungen findet nach dem tragischen Leichenfund keine Ruhe mehr. Da die Polizei trotz Ermittlung keinen Täter findet, begeben sich die Jugendlichen selbst auf Spurensuche. Sämtliche Beweise werden katalogisiert und abgelegt, der Fundus befindet sich in einer alten Garage, die auch als regelmäßiger Treffpunkt dient.

    Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines dieser Jungen.

    Mich konnte der Roman nicht durchgängig fesseln. Bereits nach dem grausigen Leichenfund empfand ich die Lähmung, die den Ort und seine Bewohner erfasst hatte, auch im Stil. Zu viele Details machten das Lesen mitunter langweilig, denn die Nachforschungen ergaben keine brauchbaren Ergebnisse. Gut nachvollziehbar wiederum trat der Schmerz der betroffenen Familie zu Tage. Interessant auch die Tätersuche der Schwester, die das Schicksal geradezu herausfordert.

    Schließlich gegen Ende doch noch eine Spannungskurve. Diese Begebenheit wird die Gruppe für das weitere Leben zusätzlich beeinflussen.

    Über 20 Jahre dauert die Tätersuche an und schwächt sich erst mit dem Tod von Peter, der 41- jährig einer Krebserkrankung erliegt, ab. Sie ist das zentrale Thema ihres Lebens.

    Das Buch hält viele schöne Szenen bereit, die nachdenklich stimmen und einfach gut erzählt sind. Auch das Thema Gewalt, das von mehreren Seiten beleuchtet wird, hat gute Ansätze.

    In manchen Punkten verlor sich der Autor aber in Details, die vielleicht auch für einen europäischen Leser nicht so bedeutsam sind. Die Charaktere der Jugendlichen, ihr Leben -abgesehen vom in der Jugend erlittenen Trauma- bleiben weitgehend auf der Oberfläche. Die Nachforschungen bilden den Mittelpunkt.

    In Summe dafür 3 Sterne.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Nov 2016 

    The Spit

    Im Jahr 1980 wird die 17jährige Lucy Asher am Strand vor Christchurch tot aufgefunden. Sie wurde missbraucht und gewürgt. Sie war gerade mit der Highschool fertig und half oft bei ihren Eltern im Milchladen aus. Lucy war etwas wie ein Idol für die jüngeren Schüler. Und einer von ihnen hatte das Pech, sie zu finden. Die Polizei ermittelt intensiv. Doch auch die Jungen machen sich auf die Suche nach dem Täter. Diese Suche soll über 25 Jahre dauern. Gleich zu Beginn fangen die Mitglieder der Clique an, Lucys Wege nachzuzeichnen.

    Auch in seinem ersten Roman wählt Carl Nixon eine ungewöhnliche Perspektive. Der Erzähler, ein Mitglied der Clique, zeichnet die Nachforschungen der Jugendlichen nach, die versuchen jede noch so kleine Information über Lucy zu finden. Also ist es nicht ein Fall für die Polizei, die eigentlich nur am Rande erwähnt wird, sondern ein Abenteuer für eine 15- oder 16jährige, die versuchen hinter Lucys Geheimnis zu kommen. Und sie stellen sich nicht einmal so dumm an, sie fragen in der Nachbarschaft rum, sie folgen ihren Verdächtigen auf dem Fahrrad, sie bleiben am Ball, bis sich tatsächlich einige Spuren und Informationen auftuen, die den offiziellen Ermittlungen durchaus zu Gute kommen.

    Wie bereits im Klappentext angedeutet, dauert die Suche seit über 25 Jahren, man muss also davon ausgehen, dass der Täter auch nach der langen Zeit nicht gefasst wurde. Und dennoch sind es die Nachforschungen und Ermittlungen der Jungen, die zu Männern werden, welche die Freunde zusammenschweißen, gegen Jobs, Frauen, Kinder und Hobbys. Natürlich führt des Erwachsenenleben dazu, dass die Bande weniger eng sind, dass es auch mal zeitliche Lücken gibt. Doch grundsätzlich hält das Band. Zwar versuchen hier Jugendliche, herauszufinden, was in der Mordnacht mit Lucy geschah, aber neben dem mysteriösen Todesfalls geht es auch um die Jungs-Clique, aus der sich eine Männerfreundschaft entwickelt. Vieles bleibt im Verborgenen in diesem Fall, der eigentlich keiner ist. Doch genau das macht einen großen Teil der Spannung aus. Man ist versucht selbst zu rätseln und die Lücken zu füllen, die der Autor lässt, man grübelt darüber nach, ob Nixon nicht doch einen Hinweis auf den Täter hinterlassen hat. Irgendwie wünscht man aber auch, dass der Fall nie gelöst wird, damit die schöne Freundschaft zwischen den inzwischen mittelalten Männern nie ihren Zusammenhalt verliert.