Reihe Hanser: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Buchseite und Rezensionen zu 'Reihe Hanser: Das Schicksal ist ein mieser Verräter' von John Green
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:336
EAN:9783423625838

Rezensionen zu "Reihe Hanser: Das Schicksal ist ein mieser Verräter"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Dez 2015 

    Ein Buch das einen zu Tränen rührt

    Das Buch handelt von Hazel die mit ihren 15 Jahren schon seit 3 Jahren an Schilddrüsenkrebs erkrankt ist und von Augustus der als Folge auf Grund eines Tumors sein Bein verloren hat. Beide lernen sich in einer Selbsthilfegruppe kennen und nach anfänglicher Zurückhaltung verlieben sich die beiden auch ein bißchen ineinander. Hazel hat ein Lieblingsbuch das sie immer wieder liest und von dem sie gerne eine Fortsetzung hätte, aber der Autor möchte keinen erneuten Roman mehr schreiben. Das erfährt Hazel alles nachdem sie diesen kontaktiert hat und so steht sie da mit ihren Fragen die unbeantwortet bleiben.
    Als sie dann Augustus ihr Lieblingsbuch zum lesen gibt, schmieden sie gemeinsam Pläne nach Amsterdam zu reisen und den Autor zu besuchen.
    Jedoch macht der Gesundheitszustand von Hazel fast eine Reise nicht möglich. Es kommt dann jedoch zu der Amsterdam Reise und es wird alles ganz anders wie sie sich das gedacht hatten.
    Am Ende wird bei dem anfänglich geheilten Augustus ein erneuter Ausbruch des Krebses festgestellt und es kommt zur großen Katastrophe.

    Mein Fazit:
    Das Buch das eigentlich als Jugendbuch einen Preis erhielt ist auch für Erwachsene sehr gut geschrieben. Man könnte meinen das der Autor aus dem wahren Leben schreibt. Doch die Personen sind nur erfunden, könnten aber durchaus real sein. Er schreibt sehr kompetent und lesenswert und wenn man das Buch mal begonnen hat kann man es nicht mehr weglegen.
    Manche Seiten haben mich sogar so sehr ergriffen, das sie mich zu Tränen gerührt haben.
    Also es ist kein Buch für schwache Nerven, es verlangt schon einiges vom Leser ab. Und es nimmt auch nicht vor dem Thema Tod halt.
    (Inzwischen wurde es auch verfilmt, nur so am Rande)

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 21. Jul 2014 

    Die Welt ist keine Wunscherfüllmaschine...

    "Ich besinge die Zeit, die verhüllt und entschleiert,
    die Zeit, die uns mit den Toten vereint,
    die Zeit, die wie das Wasser zerstört, was sie nährt."
    (Peter Van Houten, Ein herrschaftliches Leiden)

    Dass Hazel Grace mit ihen 16 Jahren noch am Leben ist, grenzt an ein Wunder. Schließlich hat sie die Diagnose Schilddrüsenkrebs bereits vor drei Jahren erhalten, und die Metastasen, die sich trotz der invasiven Behandlung gebildet haben, lassen keinen Zweifel zu: Hazel wird sterben. Eigentlich möchte sie nur ihre Ruhe haben, doch ihren Eltern zuliebe besucht sie recht regelmäßig die Selbsthilfegruppe krebskranker Kinder, die als "Nebenwirkung" der Erkrankung eine laufend wechselnde Besetzung hat.
    Bei einem der Treffen taucht ein neues Gesicht auf: Augustus. Auch er war an Krebs erkrankt und hat dadurch ein Bein verloren. Hazel und Gus finden sofort Gefallen aneinander, doch Hazel verschließt sich zunächst:

    "Ich will mich mit niemandem treffen (...) Ich bin eine Zeitbombe (...) und irgendwann gehe ich hoch, und ich würde die Zahl der Opfer durch Kollateralschäden gern minimieren."

    Hazel hat ein Lieblingsbuch, das sie seit ihrer Erkrankung bereits zigmal gelesen hat, und das sie nicht müde wird, immer wieder aufs Neue zu lesen. "Ein herrschaftliches Leiden" von Peter Van Houten erzählt die Geschichte eines Mädchens, das ebenfall an Krebs erkrankt ist - und vieles in dem Buch spricht Hazel sehr intensiv an, Gefühle, Gedanken, die dort formuliert stehen, bevor Hazel selbst sie erlebt.
    Als sie Augustus das Buch leiht, nimmt sie erfreut zur Kenntnis, das es ihm ähnlich gut gefällt wie ihr, und darüber kommen sie intensiver in einen Austausch. Was beide irritiert, ist das abrupte Ende des Buches, zu vieles, das offen bleibt. Auf Hazels Schreiben hat der inzwischen in den Niederlanden wohnende Autor bislang nicht reagiert. Aber Gus wäre nicht Gus, wenn er nicht alle Hebel in Bewegung setzen würde, um Antworten zu erhalten...

    Schließlich erkennt Hazel: "Ich konnte meine Liebe zu Augustus Waters nicht rückgängig machen. Und, was viel wichtiger war, ich wollte es auch nicht."

    Dies ist ein Buch, auf das ich aufgrund der vielen positiven Rezensionen sehr neugierig war. Klar war, dass es bei einer Thematik wie Krebs im Endstadium wohl ohne Taschentücher nicht gehen würde, und tatsächlich waren manche Stellen sehr berührend. Aber die Traurigkeit steht hier beileibe nicht im Vordergrund. Eine tiefe Nachdenklichkeit gepaart mit altersgemäßen aber intelligenten Sprüchen sowie eine Menge schwarzen Humors und Lebensfreude durchzieht das Buch bei aller Ernsthaftigkeit. Eine für mich gelungene Mischung.
    Dazu kommt ein sehr flüssiger Schreibstil, der einen von Seite zu Seite gleiten lässt, ohne dass man das Buch aus der Hand legen möchte - und ehe man es sich versieht, ist man schon am Ende angelangt...

    "Als hätten wir eine kurze und gleichzeitig unendliche Ewigkeit gehabt, und ich erinnere mich (...), dass manche Ewigkeiten größer als andere Ewigkeiten waren."

    Ein wenig zu perfekt erscheint mir die Person der Hazel Grace, aber das ist auch schon mein einziger Kritikpunkt an diesem Jugendbuch. Die Pubertät kaum auslebend, immer Rücksicht nehmend auf ihre Eltern, deren Sichtweise und Trauer hier auch immer wieder beleuchtet wird, fast schon zu verständnisvoll - so tritt Hazel hier auf. Selten wütend und hadernd mit ihrem Schicksal, nur manchmal zynisch und eher pragmatisch. Wünschenswert vielleicht, aber für meinen Geschmack teilweise doch zu abgeklärt für eine Sechzenjährige.

    Insgesamt jedoch ein gelungenes Jugendbuch zu einem ernsten Thema mit einer positiven Grundaussage. Von mir erhält das Buch in jedem Fall eine Leseempfehlung!

    © Parden