Rachewinter: Walter Pulaski 3 - Thriller

Rezensionen zu "Rachewinter: Walter Pulaski 3 - Thriller"

  1. 5
    (5 von 5 *)
     - 28. Okt 2018 

    Ein packender Thriller, der Kommissar und die Anwältin ermitteln

    „Also nahm Pulaski seinen Anti-Stress-Knetball, den er nach dem letzten Mitarbeitergespräch von der Betriebspsychologin erhalten hatte, und warf ihn so fest gegen die Tür, dass diese zuschwang.“ (Zitat Seite 345)

    Inhalt:
    Ein brutaler Mord an einem Geschäftsmann in Wien und ein junger Mann aus einer sehr begüterten Familie, der die Anwältin Evelyn Meyers bittet, ihn zu vertreten, da er als Mörder gesucht wird, den Mord aber nicht begangen hat.
    In Leipzig wird Kommissar Walter Pulaski zu einem Unfall mit tödlichem Ausgang gerufen. Da er den Toten, dessen Tochter Nina ist die beste Freundin von Pulaskis Tochter, persönlich gut kannte, glaubt er nicht an einen mysteriösen Unfall. Weitere Todesfälle an erfolgreichen Geschäftsleuten folgen und immer wird im Umfeld eine attraktive Frau in einem roten Kleid gesehen. Unabhängig voneinander recherchieren Pulaski und Meyers und lassen sich durch nichts und niemanden aufhalten.

    Thema und Genre:
    Dieser raffinierte Thriller ist der dritte Band aus einer Serie um den Kommissar Walter Pulaski aus Leipzig und die Anwältin Evelyn Meyers aus Wien. Wie immer bei diesem Autor spielen auch psychologische Hintergründe eine wichtige Rolle. Ein Thema ist diesmal die mögliche Beeinflussung der Justiz, Interventionen auf Grund persönlicher Interessen. Es geht aber auch um Vorurteile und das Thema Transgender, denn auch diesmal sind dem Autor neben Spannung auch aktuelle, kritische Aspekte wichtig.

    Charaktere:
    Die erfolgreiche Anwältin Evelyn Meyers hat ein untrügliches Gefühl für Lügen. Dies macht sie unangepasst und auf Druck von oben reagiert sie mit Hartnäckigkeit. Sie hat ein stark ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Unterstützt wird sie durch ihren ebenso hartnäckigen Assistenten Florian „Flo“ Zock.
    Kommissar Walter Pulaski, ein zynischer Vegetarier, ist eigentlich im ruhigen Kriminaldauerdienst tätig, da er als alleinerziehender Vater der siebzehn Jahre alten Jasmin kein Risiko mehr eingehen will. Doch wenn ein Fall sein Misstrauen weckt und man noch dazu versucht, ihn am weiteren Ermitteln zu hindern, wird er hartnäckig. Er hat noch Freunde beim LKA, die ihn unterstützen. Diesmal ist er besonders gefordert, da seine Tochter und ihre Freundin eigenmächtig ermitteln, ohne sich der Gefahren bewusst zu sein.

    Handlung und Schreibstil:
    Der Zeitrahmen umfasst wenige Tage, was die Handlung zusätzlich strafft. Ein Prolog, fünf Teile mit fortlaufenden Kapiteln und ein Epilog erzählen die Geschehnisse, wobei Zeitangaben den Ablauf zusätzlich strukturieren. Handlungsorte sind Leipzig und Wien. Glaubt man als Leser, die Fakten zu kennen, bringen überraschende Wendungen neue Zweifel und die Hintergründe enthüllen sich langsam, wie Puzzleteile. Gekonnt verknüpft der Autor schließlich die beiden Handlungsstränge. Der rasante Thriller ist packend erzählt, mit einer guten Prise Humor. Die drastischen Morde bleiben teilweise angedeutet und wem das zu wenig gruselig ist, dem bleibt genug Spielraum für die eigene Phantasie.

    Fazit:
    Evelyn Meyers und Walter Pulaski sind nach drei Jahren zurück, noch immer eigenwillig, unangepasst und von einer gefährlichen Hartnäckigkeit. Man kann diesen spannenden Thriller mit Tiefgang auch als Standalone lesen, wird dann vermutlich aber auch die beiden vorhergehenden Bücher lesen wollen. Packende Lesestunden sind garantiert.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 28. Okt 2018 

    Gören

    In Wien beobachten zwei Arbeiter etwas, das wie ein Mord aussieht. Einer der Beiden filmt den Vorgang. Kurz darauf meldet sich ein junger Mann bei der Anwältin Evelyn Meyers und bittet sie, das Mandat zu übernehmen. Nahezu gleichzeitig bekommt Kommissar Walter Pulaski von Kriminaldauerdienst in Leipzig die Aufgabe, einen Toten zu untersuchen, der in einem Hotelzimmer gefunden wurde. Überrascht muss Pulaski feststellen, er kennt den Toten. Es handelt sich um den Vater von Nina, der besten Freundin seiner Tochter. Zusätzlich machen einige Feststellungen, die er während seiner ersten Beschau trifft, ihn misstrauisch. Dennoch kann er nicht anders als festzustellen, dass alles nach einem Unfall aussieht.

    Bereits zum dritten Mal durchleben Meyers und Pulaski ihre Fälle. Dabei scheinen die Ereignisse zunächst so weit entfernt wie Leipzig und Wien. Wenn man die Beiden allerdings kennt, beginnt man natürlich sofort nach einem Zusammenhang zu suchen. Gespannt verfolgt man, wie Evelyn Meyers bei ihren Nachforschungen behindert wird. Ebenso gefesselt ist man von Pulaskis Bemühungen im Gedächtnis zu behalten, dass er nichts zu ermitteln hat und er außerdem seine Tochter und ihre Freundin daran hindern muss, selbst private Untersuchungen anzustellen, wobei er nicht allzu deutlich werden lassen darf, dass sich die beiden jungen Frauen erstaunlich geschickt anstellen.

    Meyers und Pulaski sind kein Team im eigentlichen Sinne, eher zwei Pole, die verschiedene Geschehnisse zusammenhalten. Genau das macht es so interessant, ihre Fälle zu verfolgen, nach Zusammenhängen zu suchen, einiges zu erahnen und mit anderem völlig daneben zu liegen.

    Mit seinem spannenden verschachtelten Krimi greift der Autor ein Thema auf, über das der Durchschnittsleser vielleicht nicht so informiert ist. Er weckt Verständnis für die Nöte der agierenden Personen. Mit Meyers und Pulaski hat er zwei Pole geschaffen, die zu einem echten Team werden, wenn sie sich endlich treffen. Mit diesem packenden Kriminalroman lässt sich die Zeit bestens vertreiben. Die Augen werden dafür geöffnet, dass die eigenen Probleme möglicherweise kleiner sind als gedacht.
    4,5 Sterne