Provenzalischer Stolz: Ein Fall für Pierre Durand (Die Pierre-Durand-Krimis 7)

Rezensionen zu "Provenzalischer Stolz: Ein Fall für Pierre Durand (Die Pierre-Durand-Krimis 7)"

  1. Spannend, wenn auch bisweilen etwas viel Zufall

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 20. Mai 2020 

    Mit "Provenzalischer Stolz" von Sophie Bonnet liegt mittlerweile der siebte Fall für Pierre Durand vor. Dieser ist aufgrund seines "Dienstvergehens" (Nicht-Befolgen einer Anweisung seines Bürgermeisters) im letzten Roman vom Dienst suspendiert und lässt sich hängen, so dass es nach seinem endgültigen Abschied aus dem Polizeidienst aussieht. Zudem bahnt sich Beziehungsstress mit seiner Partnerin Charlotte an. Da trifft es sich gut, dass ihm ein Bekannter das Angebot macht, ein Hausboot auf der Rhone und dem Canal du Midi nach Beziers zu überführen. Am Morgen liest Pierre in der Zeitung noch von einem Mord in der Carmague, der offensichtlich im Zusammenhang mit einem Kettenbrief steht, den er selbst auch erhalten hat. Der Inhalt: religiöse Visionen vom drohenden Weltuntergang und Ankündigung von Opfern, deren erstes nun offensichtlich gefunden wurde.

    Bevor Pierre das Hausboot betritt, trifft er eine alte Bekannte aus Paris, die Gitane Kalia, auf dem Boot einen blinden Passagier, der sich dort eingenistet hat. Beide Begegnungen werden sich im Verlauf des Romans als folgenreich erweisen, denn der blinde Passagier, ein verstörter junger Mann, ist offenbar Zeuge des Mordes in der Carmague. Piere entschließt sich, ihn mitzunehmen, offenbart ihm aber nicht, dass er (noch) zur Polizei gehört, nimmt aber Kontakt zu dieser auf. So erfährt er, dass der Ermordete ein verdeckter Ermittler war, der im Milieu der "gens du voyage" eingesetzt war. Da trifft es sich gut, dass Pierre über seine alte Bekannte Kontakte in diese Kreise aufnehmen kann. Er selbst wird auf Druck seines Präfekten auch wieder in die Reihen der Polizei aufgenommen und in die Mordermittlungen eingebunden, doch zunächst treten diese auf der Stelle, bis ein zweiter Mord, der wiederum ins Bild der Prophezeiungen passt, geschieht. In Pierre reift ein unglaublicher Verdacht heran.

    Der Roman vermag den Leser gut zu unterhalten, stellt man mal die Frage der Glaubwürdigkeit mancher erzählerischer Kniffe zurück (warum trifft Pierre ausgerechnet den Zeugen des ersten Mordes, so klein die die Carmague ja nun auch nicht, wieso begegnet er seiner alten Bekannten, die mit nahezu allen Menschen der "gens du voyage" verwandt oder zumindest bekannt ist?). Ärgerlich ist auch ein Rechtschreibfehler, der offensichtlich niemanden vor der Drucklegung aufgefallen sind. Es gibt zwar das Substantiv Schützen, doch aus dem Kontext des Satzes geht klar hervor, dass das Verb schützen gemeint ist. Sorry für diese Beckmesserei.