Pirlo - Gegen alle Regeln

Buchseite und Rezensionen zu 'Pirlo - Gegen alle Regeln' von Ingo Bott
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5 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Pirlo - Gegen alle Regeln"

Pirlo ist charismatisch, chaotisch – und unter Druck. Erst ist der Job weg. Dann handelt sich der Khatib-Clan Ärger ein: ausgerechnet seine eigenen Brüder. Jetzt soll Pirlo ihre Schulden begleichen. Den Preis dafür bezahlen, dass er sich von der Familie losgesagt hat. Dazu muss er den einen Fall, der ihm noch bleibt, gewinnen. Die Anklage wirft seiner Mandantin vor, ihren Mann umgebracht zu haben. Die Medien berichten pausenlos. Für alle, außer Pirlo und die junge Anwältin Sophie Mahler, scheint die Verurteilung sicher. Pirlo steht mit dem Rücken zur Wand: Er braucht einen Freispruch. Unbedingt. Dafür muss er Wege gehen, die er nie gehen wollte.

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:400
Verlag:
EAN:9783651001046

Rezensionen zu "Pirlo - Gegen alle Regeln"

  1. toller Schreibstil

    Dieses Buch besticht durch einen humoristischen und sehr unkonventionellen Schreibstil. Das hat für mich einen hohen Wiedererkennungs - und Erinnerungswert. Pirlo und Sophie sind Protagonisten, die man so schnell nicht vergisst.
    Pirlo - ist ein brillanter Strafverteidiger, mit einer sehr ungewöhnlichen Familie :) und dem Hang zum Chaotentum. Nach seinem Rauswurf in einer großen Kanzlei gründet er eine Wohnzimmerkanzlei. Tolle Idee und gut umgesetzt. Prima fand ich auch die Charakterisierung des Protagonisten mit seinen Höhenflügen und Abstürzen. Das macht die Figur eventuell nicht immer sympathisch, aber sehr authentisch!
    Sophie Mahler - stehen alle Türen offen - und doch keine, wünscht der gnädige Herr Papa doch den Eintritt in die Familienkanzlei. Aus Trotz landet sie bei Pirlo und findet ihren eigenen Weg – trotz oder gerade wegen des ungewöhnlichen Arbeitsambientes. Auch die berufliche Unsicherheit mag dazu beitragen, dass Sophie immer sicherer wird. Sophie empfand ich ebenfalls weder sympathisch noch unsympathisch, aber ich fand sie mit ihren Problemen sehr nah - und erlebbar.
    Der Schreibstil ist absolut klasse. Kodderschnautze mit Stil würde ich es beschreiben. Alleine schon die Kapitelüberschriften sind eine Wucht und jeweils die passende rätselhafte Zusammenfassung des Kapitels.
    Der Fall an sich hat viele verschiedene Facetten und die Spannung ist durchweg hoch.

    Ich freue mich definitiv auf die Fortsetzung :)

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  1. Endlich mal wieder ein Krimi, der sich frisch und unverbraucht l

    Vor allem der Protagonist ist interessant: eben noch war Anton Pirlo Staranwalt bei einer großen Kanzlei, dann wurde er rausgeschmissen und löst seine Fälle jetzt vom heimischen Wohnzimmer aus. Oder, na ja … Fall. Einzahl. Wenigstens ist der prestigeträchtig und ein Gewinn könnte der neuen Mini-Kanzlei zu einem rasanten Aufstieg verhelfen.

    Allerdings ist er deswegen so prestigeträchtig, weil er ziemlich aussichtslos erscheint: Die Angeklagte, Pirlos Klientin, war nachweislich zu Hause, als ihr Mann mit fünf Messerstichen in den Rücken ermordet wurde, und es gibt keinerlei Hinweise dafür, dass sich jemand anderes Zutritt zum Haus verschafft hätte. Dass es andererseits bereitwillige Zeugen für den oft explosiven Streit zwischen den Eheleuten gibt, macht die Sache nicht besser. Darüber hinaus wirkt die Angeklagte vor Gericht in etwa so sympathisch wie ein kalter Fisch – wie soll Pirlo das bitteschön vernünftig präsentieren?

    Zusammen mit seiner ersten Angestellten, Sophie Mahler, die eigentlich noch an ihrer Diplomarbeit schreibt, muss Pirlo schon bald Wege gehen, die vielleicht nicht immer hundertprozentig legal sind, um die Unschuld seiner Klientin zu beweisen. Sofern sie denn überhaupt wirklich unschuldig ist …

    ⁣⁣⁣Aber das Interessanteste an diesem Krimi ist, dass Anton Pirlo nicht wirklich der ist, als der er sich präsentiert. Da seine Familie ein waschechter Verbrecherklan ist, macht sich der echte Nachname einfach nicht gut für einen Anwalt, und der Vorname Ramzes könnte ebenfalls nachteilig sein für sein Image und seine beruflichen Chancen. Und als hätte er nicht schon mehr als genug Stress, wollen seine Brüder auch noch Geld von ihm. VIEL Geld. Und zwar sofort. Also muss Pirlo den Fall wirklich dringend gewinnen …

    Wenigstens sind seine Brüder gerne bereit, ihm bei seinen weniger gesetzeskonformen Ermittlungen zu unterstützen – allerdings mit mehr Enthusiasmus als Finesse. Was wiederum erklärt, warum sie ihr kriminelles Familienbusiness in letzter Zeit ziemlich gegen die Wand gefahren haben. Da fährt der Autor einen großartigen Humor auf; das könnte ich mir wunderbar verfilmt vorstellen!

    Auch ansonsten habe ich wenig zu meckern: Der Krimi punktet mit Einfallsreichtum und unerwarteten Wendungen, der Spannungsbogen baut sich schnell auf; die Charaktere spielen zwar mit den Klischees, sind aber dennoch originell und glaubhaft. Auch der Schreibstil liest sich lockerflockig und schnürt das ganze Paket zu einem interessanten ersten Band zu sammen.

    Fazit

    Anton Pirlo ist ein Staranwalt im freien Fall. Gerade eben war er noch in einer großen prestigeträchtigen Kanzlei beschäftigt, jetzt sitzt er, frisch gekündigt, im heimischen Wohnzimmer und erholt sich vom beruflichen Schleudertrauma. Von dort aus versucht er, mithilfe seiner einzigen Angestellten Sophie Mahler (die noch nicht mal mit ihrer Diplomarbeit fertig ist) den einzigen Fall zu lösen, den er an Land ziehen konnte. Und das auch nur, weil den sonst niemand anpacken wollte, da er aussichtslos erscheint.

    Kurz auf den Punkt gebracht: Der Krimi hat einfach Spaß gemacht! Der Schreibstil ist knackig, mit viel Humor; die Dynamik zwischen Pirlo und Sophie ist großartig, erfreulicherweise (noch?) ohne Liebesgeschichte, der Fall ist originell, komplex und spannend, mit einigen unerwarteten Wendungen. Den zweiten Band, der im nächsten August erscheinen soll, werde ich sicher auch lesen.

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  1. Ein unangepasstes Anwaltsteam

    Dr. Anton Pirlo war auf dem Weg nach oben, die Partnerschaft bei Ohmsen und Partner stand kurz bevor. Doch nun wurde er abserviert. Die Art und Weise, wie er seinen Job verloren hat, wirft ihn erst einmal aus der Bahn. Aber dann sorgt sein Mentor dafür, dass er einen Fall erhält und vermittelt ihm gleichzeitig die junge Anwältin Sophie Mahler. Die Kanzlei „Recht.Schaffen“ in Pirlos Wohnzimmer wird eröffnet. Um seinen Ruf wiederherzustellen, muss Pirlo den fast aussichtslosen Fall unbedingt gewinnen. Er ahnt nicht, welche Dimensionen dieser Fall wirklich hat und dass es Verbindungen zu seiner Familie gibt, von der er sich losgesagt hat.
    Ich mag Justiz-Krimis und dieser erste Fall für Anton Pirlo ist wirklich sehr spannend. Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen und Ingo Bott ist selbst Anwalt, weiß also, wovon er schreibt.
    Die Charaktere sind gut und individuell gezeichnet. Pirlo ist ein charmanter und smarter Typ, allerdings auch ziemlich chaotisch. Er war erfolgreich in seinem Beruf bis der Absturz kam, den er aber nicht zu verantworten hat. Doch nicht nur sein neuer Fall fordert ihm alles ab, auch seine Familie macht es ihm schwer. In Sophie Mahler findet er eine engagierte Partnerin und ihr familiärer Hintergrund hat für Pirlo keine Bedeutung. Gemeinsam beschreiten Pirlo und Mahler unkonventionelle Wege, um ihre Mandantin Marlene von Späth zu verteidigen.
    Diese Geschichte verläuft von Anfang an rasant und spannend. Mir hat das Lesen Spaß gemacht und ich bin gespannt auf den nächsten Fall mit den Anwälten Pirlo und Mahler der Kanzlei „Recht.Schaffen“.

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