Papiersoldaten - Lyrik

Buchseite und Rezensionen zu 'Papiersoldaten - Lyrik' von Lars Kramer
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4 von 5 (1 Bewertungen)

»Ich habe viel Spaß gehabt.« Hape Kerkeling (über »Papiersoldaten«) »Geh? damit auf Tour!« Cindy aus Marzahn (über »Zickenzoff im Märchenland«) »Wer herzhaft lachen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen.« Leuchtfeuer (über »Axt im Wald«) »Seine Texte wirken, wie ein kräftiger Hieb mit dem Säbel.« NWZ (über »Axt im Wald«) - in flagranti, Der Heinz lag entspannt in der Wanne, ums Eck bog die schöne Susanne, sie liebten sich schön, doch dann flog der Fön, geworfen vom grinsenden Manne.

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:110
EAN:

Diskussionen zu diesem Buch im Bücherforum

- parden vor 4 Jahre

Rezensionen zu "Papiersoldaten - Lyrik"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 01. Jan 2015 

    Bunt gemischt...

    Nach dem Buch 'Reimteile' von Lars Kramer, das mich so begeistern konnte, habe ich mich gefreut, auf ein weiteres Werk des Autors gestoßen zu sein. 'Papiersoldaten' allerdings versammelt nicht nur (Schwarz-)Humoriges, sondern auch durchaus Verse mit ernsten und nachdenklichen Tönen.
    Insgesamt wirkt dieser Band experimentierfreudiger, wie eine Tüte 'Bunt Gemischtes'. Limericks finden sich hier ebenso wie reimlose Verse und die ganz klassischen Gedichte. Mir persönlich haben wieder vor allem die schwarzhumorigen Verse gefallen.

    Als Beispiel sei hier ein zur Jahreszeit passendes Gedicht zitiert:

    Fast Christmas

    O Tannenbaum, O Tannenbaum,
    bedeckt von zartem Flockenflaum,
    stehst du an diesen kalten Tagen,
    von deinem Wurzelwerk geschlagen,
    behängt mit wirrem Kugelkrempel
    vor jedem grellen Einkaufstempel.

    Und diese platzen aus den Nähten.
    Man hört das Krachen mancher Gräten,
    wenn sich mit Tritten und mit Hieben
    die Massen Richtung Eingang schieben.
    Da wird gequetscht, geschubst, gezogen
    im trauten Glanz vom Lichterbogen.

    Man spürt den Atem im Genick
    und peilt mit starrem, irrem Blick,
    dem Menschenhaufen sich entreißend,
    auf Sonderangebote schmeißend,
    den Plunder an (für wenig Kohle):
    die Digicam, die Spielkonsole.

    Die Kinder schrein, die Eltern fluchen.
    Und wieder andre sind am Suchen,
    nach jedem preisgesenkten Teil,
    denn schließlich sei doch Geiz so geil.
    Dem Einzelhandel, dem gefällts;
    die Kasse klingelt: 'Jingle Bells'.

    So ziehn die Shopping-Karawanen
    noch übern Weihnachtsmarkt die Bahnen,
    vorbei an Punsch- und Glühweinbutzen,
    verschleppen sie, den Hals voll Mutzen,
    auf krummer Hüfte ihre Fracht
    durch schenkelhohe Neuschneepracht.

    Und endlich trifft die ganze Schar
    (wie Caspar, Melchior, Balthasar)
    zu Hause ein, erschöpft und klamm
    und bis zur Oberlippe stramm.
    Vom Geldballast ist man befreit.
    So freut euch, es ist Weihnachtszeit.

    Auch wenn in diesem Band das ein oder andere schon einmal etwas holperte, hat mir dieser doch auch wieder ausgesprochen gut gefallen. Sicher nicht mein letztes Buch von Lars Kramer!

    © Parden