Pandolfo

Rezensionen zu "Pandolfo"

  1. Der Zeichner

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 20. Mai 2021 

    In einem Haufen Unrat wird ein schwer verletzter junger Mann gefunden. Der reiche Bernardino Bellapianta nimmt ihn in sein Haus auf. Bernardo selbst und sein Zwillingsbruder waren einmal Findelkinder, doch sein Ehrgeiz und seine Energie haben ihm zum Aufstieg in das Mailand des Jahres 1493 verholfen. Und nun will er etwas Gutes zurückgeben. Es erweist sich das der junge Pandolfo ein begnadeter Zeichner ist. Und so kann er, obwohl er durch die Verletzung sein Gedächtnis verloren hat, seinen Lebensunterhalt verdienen. Verständlicherweise will Pandolfo auch herausfinden, wer er einmal war und wo er herkam.

    In diesem historischen Roman sucht ein junger Mann nach seiner Vergangenheit und dabei erlebt er einen Teil der Geschichte. Gerade hat Kolumbus Amerika entdeckt. Eigentlich war Asien sein Ziel und es ist noch nicht klar, was für eine Entdeckung er da gemacht hat. Pandolfo interessiert sich nach seiner Verletzung nicht so sehr für die große Welt. Er möchte seine kleine Welt wieder erobern. Aber immer noch lässt sein Gedächtnis im Stich, so dass ihm erstmal nichts bleibt als einen Neuanfang zu wagen. Mit seinem Retter Bernardino Bellapianta hat Pandolfo Glück gehabt. Doch anscheinen gibt es Menschen in Mailand, die Pandolfo kennen, Menschen, mit denen er sich jetzt nicht mehr herumtreiben würde. Manchmal fragt sich Pandolfo, ob er überhaupt wissen will, wer er war.

    Gekonnt vorgetragen wird dieses Hörbuch von Frank Stöckle. Aus verschiedenen Perspektiven erzählt er Pandolfos Geschichte, teils in Rückblenden, wenn Pandolfo wegen des Gedächtnisverlustes nicht selbst erzählen kann. Dabei kommt eine spannende Geschichte aus der beginnenden Neuzeit zustande. Es ein Zeitalter des Aufbruchs, der Entdeckungen und Erfindungen. Und bei seinem Meister und dessen Zwillingsbruder ist Pandolfo mittendrin. Die beiden Brüder sind das, was man heut Selfmademan nennen würde. Und das strahlt auch auf Pandolfo ab. Dieses Hörbuch ist sehr kurzweilig und gibt einen fesselnden Einblick in eine vergangene Zeit.

  1. Mörderhatz in Romanform

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Apr 2021 

    Dieses Buch war eine höchst interessante Zeitreise, absolut spannend geschrieben, die über 500 Seiten flogen nur so an mir vorbei. Dabei streift der Autor viel interessantes aus dieser Gegend/aus dieser Zeit, macht diesen Roman damit zu einem Erlebnis. Das Buch handelt in Italien, im Mailand des Jahres 1493, der junge Pandolfo wird von dem reichen Seidenhändler Bernardino Bellapianta mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden, mitgenommen und gesund gepflegt. Doch Pandolfo hat sein Gedächtnis verloren. Die weitere Handlung klärt die Geschehnisse um diese kriminelle Handlung auf und erzählt wie neben-bei eine Geschichte um Intrigen, Mord, Machtgier und Liebe, ist menschlich und menschelnd, lässt neue Entwicklungen/Entdeckungen/Erfindungen sichtbar werden, erzählt von dem Einfluss der Türken in dieser Zeit, lässt Vergangenes lebendig werden, ist schillernd und fantasievoll. Ein richtig informatives Buch, dass die Leser bildet, schlauer zurücklässt, spannend Wissen vermittelt. Das einzige wirklich kleine Manko, Michael Römling erzählt etwas distanziert, aber die Kraft, die in der Geschichte liegt, lässt mich dies schnell vergessen und natürlich verzeihen. Ein wunderbares Buch und eine tolle Unterhaltung und auch Ablenkung für diese momentan höchst unschöne Zeit. Und wieder ein Buch, welches ich empfehlen kann. Ich habe mir gleich während der Lektüre noch Michael Römlings Buch „Mercuria“ zugelegt. In der Hoffnung, dass es mich ähnlich mitnimmt und fesselt.