Operation Romanow

Rezensionen zu "Operation Romanow"

  1. bewertet:
    1
    (1 von 5 *)
     - 27. Feb 2020 

    Hanebüchen

    Heijeijei, was für ein Buch, das ich mir da aus dem öffentlichen Leseschrank geholt habe.

    Positiv: spannend? Ja!

    Negativ: Man hat das Gefühl, einen Thriller zu lesen, der auf dem Reißbrett entstanden ist.

    Die Geschichte handelt von einem angeblichen Rettungsversuch, der die Romanow-Familie in letzer Sekunde vor der Hinrichtung durch die Bolschewisten retten sollte. Das Team: ein kanadischer Abenteurer, als Geheimagent unterwegs, ein amerikanisch-russischer Jude, der schon vor Ort ist, sowie ein Ex-Offizier der Zarenarmee und eine irische, selbstvertändlich hübsche Freiheitskämpferin, die gezwungen werden muss, sich am Unternehmen zu beteiligen. Es kommt, wie es kommen muss, der Offizier und die Irin verlieben sich, beinahe möchte man sagen natürlich. Die Mission ist fast, aber eben nur fast erfolgreich, aber die Mär von der überlebenden Anastasia bekommt neue Nahrung.

    Der Held ist jemand, gegen den Supermann wie ein Hampelmännchen aussieht, er kann alles, er weiß alles und findet selbst in den auswegslostesten Situationen immer einen Ausweg. Er flieht mal so eben mir nichts, dir nichts erst aus einem deutschen Gefangenenlager, dann aus einem der Bolschewisten und kann, wenn es nötig ist, auch mal eine Lokomotive in Gang setzen. Dass er dabei schier Unmögliches einstecken muss, versteht sich von selbst. Aber Helden sind ja aus hartem Holz geschnitzt.

    Demgegenüber kommen einem die Bolschewisten wie die Orks im "Herrn der Ringe" vor, verschlagen, brutal, sadistisch und stets in der Überzahl, aber am Ende doch die Verlierer. Wenn die in der Realität so gewesen wären, hätten sie wohl kaum für gut 70 Jahre die Sowjetunion leiten können, geschweige denn den Bürgerkrieg gewonnen.

    Alles in allem: So stellt sich Klein-Doofie ein Abenteuer der guten (westlichen) Demokraten gegen die bösen russischen Bolschewisten vor, warum der Autor im Begleittext mit John Le Carré verglichen wird, wissen nur die Götter und SAT 1.

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 09. Okt 2014 

    Väterchen Frost

    Bei einer archäologischen Grabung in der Nähe von Jekaterinburg findet Dr. Linda Pawlow im Permafrostboden eine gut erhaltene Frauenleiche, die ein Medallion in der Hand hält. Diese Spur führt sie nach Irland zu einem alten Mann namens Michail Jakow, mit dem sie bereits Briefe ausgetauscht hat. Als sie ihm das Schmuckstück zeigt, beginnt er, eine unglaubliche aber seiner Ansicht nach plausible Geschichte zu erzählen. Eine Historie, um die letzten Wochen der Familie Romanow, des letzten Zaren. Gefangen und in steter Bedrohung leben diese. Kann es in letzter Minute eine Rettung geben. Jedenfalls startet das britische Königshaus, mit dem die Romanows verwandt sind, eine spektakuläre Rettungsaktion.

    Fesselnd beschreibt der Autor wie die Teilnehmer der Aktion an den verschiedensten Orten rekrutiert werden, Abenteurer, Revolutionäre, Militärs. Sie alle haben verschiedene Gründe, ihre Teilnahme zuzusichern oder müssen auch erst mit sanfter Gewalt überzeugt werden. Doch auch der russische Geheimdienst schläft nicht und versucht alles die Verschwörung zum Scheitern zu bringen.

    Zwar deutet der Autor an, vieles in seinem Buch hätte tatsächlich so geschehen können, nur hin und wieder habe er sich dichterische Freiheiten erlaubt. Dies kann und soll an dieser Stelle nicht überprüft werden. Dass das Ableben der Romanows geheimnisumwittert ist, ist wohl unbestritten. Und um diesen Ansatz herum hat der Autor seine Verschwörungstheorie auf packende und unterhaltsame Weise entwickelt. Auch wenn schließlich einiges der Phantasie der Leser überlassen bleiben muss, bietet dieser historisch angehauchte Verschwörungs-Thriller eine spannende Lektüre.