Offline

Buchseite und Rezensionen zu 'Offline' von Arno Strobel
4
4 von 5 (3 Bewertungen)

Fünf Tage ohne Internet. Raus aus dem digitalen Stress, einfach nicht erreichbar sein. Digital Detox. So das Vorhaben einer Gruppe junger Leute, die dazu in ein ehemaliges Bergsteigerhotel auf den Watzmann in 2000 Metern Höhe reist. Aber am zweiten Tag verschwindet einer von ihnen und wird kurz darauf schwer misshandelt gefunden. Jetzt beginnt für alle ein Horrortrip ohne Ausweg. Denn sie sind offline, und niemand wird kommen, um ihnen zu helfen ...

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:368
EAN:9783596703944

Rezensionen zu "Offline"

  1. Wenn deine Auszeit zum Horrortrip wird...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 16. Jan 2020 

    Das Cover, welches aussieht wie ein Tablet, hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Da ich im Urlaub ohne Internet und andere digitale Kommunikation unterwegs war, erschien mir dies als passende Lektüre.

    In der Geschichte will eine Gruppe von Leuten fünf Tage auf ihr Handy verzichten und sehen was das mit ihnen macht. Womit sie nicht gerechnet haben: heftige Schneefälle und einem Mörder unter ihnen. Wem kann man noch trauen? Und vor allem: wer wird überleben?

    Gemächlich führt ein beobachtender Erzähler uns zunächst einmal in die Handlung ein. Wir lernen die Figuren kennen und merken schnell, dass davon jeder sein Päckchen und sein Geheimnis zu tragen hat.

    Das Hotel, in dem die Handlung spielt, gefiel mir als Setting wirklich sehr gut. Zum einen ist es groß genug und zum anderen bietet es aufgrund der Renovierungsarbeiten reichlich Verstecke und Möglichkeiten der Tarnung. Das hat der Autor wirklich sehr geschickt gemacht.

    Zu den Figuren selbst kann ich nur sagen, dass mir nicht eine wirklich sympathisch war. Alle sind so voller Vorurteile und Klischees, das ging für mich gar nicht. Andererseits bilden sie sehr schön die heutige Gesellschaft ab. Besonders heftig fand ich, dass einige immer sofort einen Schuldigen parat haben, nur um nicht selbst dran zu sein. Das war schon sehr beängstigend. Müsste ich mir jedoch eine Figur wählen, dann würde ich mich wohl für Jenny König entscheiden, die zumindest hilfsbereit ist und versucht einen klaren Kopf zu behalten.

    Die beschriebenen Taten waren schon sehr hart und haben mich ein ums andere Mal schlucken lassen. Und selbstverständlich hatte ich Gänsehaut.

    Die Spannung war eigentlich konstant vorhanden und aufgrund der kurzen, knackigen Kapitel und der schnellen Szenenwechsel liest sich der Thriler sehr flott.

    Die Auflösung erschien mir persönlich etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen, aber dennoch schlüssig. Mir persönlich ist es lieber, wenn man als Leser selbst auf die Lösung kommen kann, was hier in meinen Augen nicht der Fall war.

    Fazit: Solider Thriller mit etwas schwachem Ende. Trotzdem gibt es von mir eine Empfehlung, da ausreichend Nervenkitzel vorhanden war. Zudem sehr leicht und ohne Anstrengung zu lesen.

  1. Spannend

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Nov 2019 

    Eine Gruppe junger Leute entschließt sich, dem digitalen Stress zu entfliehen. Sie reisen in ein ehemaliges Bergsteigerhotel auf 2500 Metern Höhe, wo sie ohne Internet, also offline sind. Doch am zweiten Tag verschwindet einer von ihnen und wird kurz darauf schwer misshandelt aufgefunden.

    Auf diesen Thriller war ich sehr gespannt, da es bereits sehr viele positive Rezensionen dazu gab.
    Der Einstieg ist mir aufgrund des schnell und flüssig zu lesenden Schreibstils sehr gut gelungen. Die Beschreibungen waren eindringlich und bildhaft, so dass ich alles sehr gut miterleben konnte und praktisch mittendrin war.
    Sehr gelungen fand ich die Darstellung der Gruppe und wie sich jeder einzelne entwickelte. Jeder misstraute jedem, was absolut authentisch war. Ich selbst konnte nicht sagen, wem ich ganz sicher vertraute und wer ein falsches Spiel spielen könnte.
    Das Thema des Thrillers war äußerst aktuell, denn heutzutage ist fast jeder stets und ständig online und checkt sein Handy. Dass man mehrere Tage komplett offline ist, ist absolut unvorstellbar. Genau das machte für mich den Reiz dieser Story aus.
    Die Spannung wurde sehr gut aufgebaut und hielt sich bei mir durchgängig. Dazu trugen auch interessante und überraschende Wendungen bei.

    Ein spannender Thriller, der ein sehr aktuelles Thema behandelt. Ich wurde prima unterhalten und vergebe 5 von 5 Sternen.

  1. Das Digital-Detox-Experiment

    3
    (3 von 5 *)
     - 15. Sep 2019 

    In seinem neusten Psychothriller „Offline“ greift Arno Strobel ein altbewährtes Thema auf: Eine Gruppe ist abgeschnitten von der Umwelt, als ein Mörder sein Unwesen treibt. Dieser 368-seitige Roman ist im September 2019 als FISCHER-Taschenbuch erschienen.
    Eine Gruppe, bestehend aus 13 Personen, ist in einem ehemaligen Bergsteigerhotel im Berchtesgadener Land eingeschneit. Ziel des Unternehmens war es ursprünglich, fünf Tage ohne Smartphone, Internet und Co. zu verleben. Doch dann geschieht das Unvorhergesehene: Schon in der ersten Nacht verschwindet ein Teammitglied spurlos. Nach langer, intensiver Suche wird der junge Mann gefunden, all seiner Sinne beraubt, gequält und geschunden. Als er kurz darauf stirbt, macht sich Misstrauen breit, denn alle wissen: Eine/r von ihnen muss ein Mörder sein. Als es in der Nacht darauf zu einem zweiten Unglücksfall kommt, spitzt sich die Lage zu.
    Der Thriller beginnt spannend mit einem Prolog, der mich ein wenig an Thriller für Teenager erinnert hat: Eine Frau wird mithilfe ihrer digitalen Geräte terrorisiert. Dann schwenkt der Autor zur Reisegruppe über, deren Unternehmen von Anfang an unter keinem guten Stern steht, denn gleich zu Beginn kommt es zu ersten Animositäten und Sticheleien. Gleichzeitig dient dieser Einstieg dazu, Leserinnen und Leser mit den Charakteren vertraut zu machen, was dem Autor auch sehr geschickt gelingt. Auch wenn es, wie im realen Leben, hier sowohl Figuren gibt, die eher sympathisch, als auch solche, die eher unsympathisch und ein wenig verschroben wirken, bleibt doch bis kurz vor Ende rätselhaft, wer denn nun der Täter ist. Die Auflösung des Rätsels hat mich beim Lesen dann jedoch enttäuscht, denn sie wirkt auf mich sehr konstruiert und kommt recht abrupt.
    Zeitweise ist der Roman aus zwei Perspektiven erzählt: Zum einen aus derjenigen der Reisegruppe an sich, zum anderen erhalten die Leser/innen Einblick in das Innenleben des zweiten Opfers, einer jungen Frau, die ebenfalls ihrer Sinne beraubt wurde, aber immer wieder versucht, mit den Mitgliedern ihrer Reisegruppe zu kommunizieren. Obwohl ich persönlich von Computertechnik wenig Ahnung habe, gelang es mir doch schneller, den Code zu verstehen, als der Computerexpertin im Thriller selbst. Dieses erschien mir beim Lesen ein wenig unglaubwürdig.
    Zwar lässt Strobel die Anspannungen innerhalb der Gruppe nach und nach wachsen, bis es schließlich zur Zersplitterung der Gruppe kommt, was durchaus glaubwürdig ist, jedoch fehlte es mir als Leserin einfach an emotionaler Beteiligung, sprich: So richtig packen konnten mich das Geschehen und die Gruppendynamik nicht. Zum Teil liegt dieses bestimmt auch an der einen oder anderen Figur, die ich recht penetrant fand (z.B. das Ehepaar Annika und Matthias Baustert), zum anderen auch daran, dass ich zwar wusste, dass sich vor dem Hotel ein Schneesturm abspielt, die Brisanz der Lage aber nicht richtig ausgearbeitet und quasi im Nebenbei erwähnt wurde. Außerdem muten andere Umstände ziemlich naiv an, z.B. dass man eine solche Reise ohne Verbandsmaterial antritt, jemandem einfach Schmerzmittel verabreicht etc.
    Gut gelungen indes ist, dass der Begriff „Offline“ gegen Ende des Thrillers noch eine zweite, übertragene Bedeutung erhält, sodass der Titel in zweifacher Hinsicht zur Handlung passt.
    Strobels Sprache ist flott und schnörkellos zu lesen und die Darstellung der Opfer ist prägnant, ohne die Lesenden zu überfordern.
    Alles in allem lässt sich das Buch gut lesen, es enthält auch durchaus spannende Momente, wirklich packen und in seinen Bann ziehen konnte es mich indes nicht. Meiner Meinung nach ein Thriller, den man lesen kann, aber nicht lesen muss.