Night Falls

Buchseite und Rezensionen zu 'Night Falls' von Jenny Milchman
3.65
3.7 von 5 (6 Bewertungen)


Denk nicht, du hast alles hinter dir gelassen


Sandra hat alles. Ein Traumhaus mitten in der Natur. Einen Mann, der sie auf Händen trägt. Eine 15-jährige Tochter, ihr großes Glück. Bis aus dem Traum ein Alptraum wird: Zwei Fremde dringen in ihr Haus ein, schlagen ihren Mann brutal nieder und nehmen Mutter und Tochter als Geiseln. Draußen tobt ein Sturm. Es gibt keinen Ausweg. Schon gar nicht für Sandra. Denn sie kennt einen der Männer — und wollte ihn um jeden Preis vergessen.

Format:Taschenbuch
Seiten:480
EAN:9783548287553

Rezensionen zu "Night Falls"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 05. Okt 2016 

    Viel Potential, enttäuschende Umsetzung

    Die beschriebene Situation verspricht gemütliche Leseabende voller Thrillerspannung:

    1.) Ein einsam gelegenes Haus. durch einen Schneesturm noch unerbittlicher von der Außenwelt abgeschnitten. 2.) Zwei entflohene Strafgefangene, der eine ein tumber Riese, der andere ein eiskalter Psychopath. 3.) Vater, Mutter und Teenagertochter, die den beiden wehrlos ausgeliefert sind. Und die Lage spitzt sich von Minute zu Minute mehr zu....

    Das klingt vielleicht nicht nach etwas weltbewegend Neuem, aber dennoch nach den perfekten Zutaten für einen soliden psychologischen Thriller. Tatsächlich bringt die Autorin auch durchaus spannende Ideen ein und legt von Anfang an ein gutes Tempo vor! Leider ging die Rechnung für mich trotzdem nicht vollständig auf, sondern hinterließ bei mir einen zarten Beigeschmack der Enttäuschung.

    Die Geschichte spielt sich auf zwei Zeitebenen ab: einerseits die albtraumhaften Geschehnisse in der Gegenwart, andererseits die Kindheit des Psychopathen Nick in den 70er Jahren. Gerade diese Rückblicke fand ich anfangs sehr interessant, denn ich war sehr gespannt darauf, wie die Autorin das zunehmend absurde Verhalten von Mutter und Sohn begründen würde - leider konnte mich die Erklärung dann jedoch nicht komplett überzeugen.

    Was mich schon nach wenigen Kapiteln immer mehr störte (auf beiden Zeitebenen), waren vor allem die in meinen Augen maßlosen Übertreibungen. Zum Beispiel wird Harlan, der dumme, aber gutmütige Sträfling, als geradezu grotesk riesig beschrieben: so wird an einer Stelle gesagt, dass die 15-jährige Ivy ihm nur bis zum Bauchnabel reicht! Die kann sich später im Buch übrigens an einer Hauswand festhalten, in dem sie ihre Fingernägel in die Holzfassade krallt. Es gibt außerdem Charaktere, die anscheinend literweise Blut verlieren können, ohne zu sterben - und vieles mehr.

    Auch das Verhalten der Hauptfiguren erschien mir oft unglaubwürdig. Ja, es ist eine Extremsituation, und in Extremsituationen tun Menschen unlogische Dinge, aber dennoch war es mir oft einfach zu weit hergeholt. (Leider kann ich hier kein Beispiel bringen, ohne schon zu viel zu verraten.) Dadurch fiel es mir auch immer schwerer, mit ihnen mitzufühlen und mitzufiebern, und das nahm mir wiederum viel der Spannung, obwohl das Buch wirklich sehr temporeich erzählt wird und auch viel Action zu bieten hat.

    Ja, ich habe mich von dem Buch durchaus irgendwie unterhalten gefühlt, und ich hatte es trotz aller Vorbehalte auch schnell durch. Man kann es meines Erachtens ganz gut lesen, aber es ist einfach kein Muss und ich vermute, dass es mir auch nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Das ist natürlich alles Geschmacksache, aber auf mich wirkte die Geschichte wie ein Actionfilm, bei dem man besser nicht zu genau darauf achten sollte, ob auch alles realistisch ist - und darauf lege ich bei einem Thriller einfach Wert.

    Die Charaktere fand ich von ihren Anlagen her an sich alle interessant. Sie haben viel Potential, bleiben aber meiner Meinung nach in ihrem Verhalten doch oft zu flach, um wirklich authentisch, lebendig und glaubhaft zu wirken. Das ist aber wirklich nur eine Gratwanderung: ich hatte oft das Gefühl, dass nur ein winzig kleiner Schritt fehlte, um aus einem interessanten Klischee einen echten Menschen zu machen.

    Auch der Schreibstil war für mich so eine Gratwanderung: er liest sich flüssig, er vermittelt gekonnt Atmosphäre und ein Gefühl der Dringlichkeit und Gefahr, aber die Metaphern und Bilder sind oft sehr weit hergeholt und rissen mich eher aus dem Lesefluss heraus. Ich habe nichts gegen detailverliebte Schreibstile, aber wenn die Details zu zahlreich werden und sich immer wieder überbieten, dann stumpft die Wirkung meines Empfindens irgendwann ab.

    Fazit:
    Von der Grundidee und den wichtigsten Charakteren her hätte "Night Falls" in meinen Augen das Potential für einen nervenzerfetzenden Thriller gehabt, wird diesem Potential aber leider nicht vollkommen gerecht. Viele Geschehnisse fand ich nicht glaubwürdig, und auch das Verhalten der Charaktere war für mich nicht immer schlüssig. Ich hatte oft das Gefühl, dass das Buch versucht, zu viel zu sein, immer noch schneller, noch grausamer, noch überraschender, und dass das gerade durch diese Übersteigerung irgendwann nicht mehr funktioniert.

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 06. Sep 2016 

    Thriller ohne Spannung

    Klappentext
    Denk nicht, du hast alles hinter dir gelassen Sandra hat alles. Ein Traumhaus mitten in der Natur. Einen Mann, der sie auf Händen trägt. Eine 15-jährige Tochter, ihr großes Glück. Bis aus dem Traum ein Alptraum wird: Zwei Fremde dringen in ihr Haus ein, schlagen ihren Mann brutal nieder und nehmen Mutter und Tochter als Geiseln. Draußen tobt ein Sturm. Es gibt keinen Ausweg. Schon gar nicht für Sandra. Denn sie kennt einen der Männer — und wollte ihn um jeden Preis vergessen.

    Die Autorin
    Jenny Milchman lebt mit ihrer Familie im Staat New York. Wenn sie nicht selbst schreibt, vermittelt sie anderen Autoren die Kunst des Thrillers.

    Meine Meinung

    Story
    Zwei Männer, die aus dem Gefängnis geflüchtet sind, dringen in das Haus von Sandra ein. Sandra, die etwas abgeschieden wohnt, muss um ihr Leben und das ihres Mannes und der 15 jährigen Tochter fürchten. Als in der Nacht ein Schneesturm aufzieht und die beiden nicht wie geplant weiter können, beginnt für die kleine Familie ein Alptraum. Sandras Mann und ihre Tochter wissen dabei gar nicht das Sandra einen der Einbrecher kennt.

    Schreibstil
    Das Buch ist einfach zu lesen und wird aus unterschiedlichen Sichtweisen Erzählt. Es gibt im Wechsel Einblicke in die Vergangenheit von Sandra.

    Charaktere
    Die Hauptfigur ist Sandra. Man kann mit ihr mitfühlen und mit den andren Charakteren ist das schwer möglich, da die eigentliche Geschichte immer wieder von langen Beschreibung unterbrochen wird.

    Mein Fazit

    Nach den ersten paar Seiten stellt sich der Leser die Frage, ob es sich um ein Kinderbuch handelt. Mit kurzen abgehakten Sätzen und Beschreibung von Nebensächlichkeiten entsteht ein Schreibstil, der so seltsam ist, dass es gerade der ist, der das Buch interessant macht Auch das Vergleiche ziehen hat es in sich, da werden dann bereitgestellte Küchen Utensilien mit Düsenjäger auf ein Flugzeugträger verglichen .Im Laufe der Geschichte wird das etwas besser. Die Geschichte als solche hat man schon gefühlte 100 mal in Filmen gesehen. Dadurch das die Autorin die eigentliche Geschichte immer wieder mit langen Erklärungen unterbricht, kommt kaum Spannung auf. Von einer Autorin die kreatives Schreiben lehrt, sollte man eigentlich mehr erwarten.
    Ich kann das Buch nicht empfehlen und vergebe nur zwei von fünf Leseratten/Sterne.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 01. Sep 2016 

    Fesselnder Thriller mit starken Charakteren

    Sandra Tremont lebt mit ihrem Mann Ben, Tochter Ivy und ihrem Hund Mac in einem großen, einsam gelegenen Haus. Die 15jährige Ivy ist sich sicher, dass ihre Mutter lügt, weiß aber nicht warum. Sie beschließt, dem gemeinsamen Abendessen fern zu bleiben, nicht ahnend, dass schon bald ein Albtraum über sie hereinbrechen wird. Sandra und Ben Tremont sind gerade fertig mit dem Abendessen, als zwei fremde Männer in ihr Haus eindringen und Ben brutal niederschlagen. Sandras größte Angst ist es, dass ihre Tochter Ivy herunter kommt und den beiden Männern in die Hände fällt. Was wollen die Fremden von ihnen? Ist es wirklich ein Zufall, dass sie gerade in dieses einsam gelegene Haus mitten im Wald kommen?

    Jenny Milchman hat hier in meinen Augen einen tollen Thriller geschrieben. Keinen richtig bluten Thriller, aber einen, der aufgrund der Handlungen und den psychologisch interessanten Charakteren sehr spannend ist.

    Die Geschichte wird zunächst in drei, später noch in zwei Handlungssträngen erzählt, die nach und nach weiter zusammengeführt werden. Der Leser ahnt allerdings zwischendurch immer mehr worauf es hinauslaufen wird, bzw. wie die Teile zusammenhängen.

    Zum einen das Geschehen in der Gegenwart, die Familie Tremont in ihrem Haus, bevor die Männer ins Haus eindringen. Dann die beiden Männer, wie es kam, dass sie dorthin gehen. Der dritte Erzählstrang spielt in der Vergangenheit: 1975 gibt es eine Frau namens Barbara und ihren Mann Gordon. Sie haben einen gemeinsamen Sohn Nicholas, mit dem Barbara total überfordert ist, hat man den Eindruck. Sie überschüttet ihn mit Liebe.

    Ich hatte zwar beim Lesen schon früh eine Ahnung, wie alles zusammenhängen könnte, dennoch hatte ich nie das Gefühl, das Buch aus der Hand legen zu wollen. Die Spannung war groß genug um weiterzulesen.

    Besonders gefallen mir in diesem Buch die Figuren und Charaktere, die alle irgendeinen Hintergrund haben, selbst der Hund hat seine Erfahrungen, die man in ein oder zwei Kapiteln aus seiner Sicht erlebt. Hier wurde wirklich an alles gedacht, die Charaktere sind authentisch dargestellt, die Geschichte lebt durch ihre Handlungen und Erfahrungen. Es ist einfach toll zu lesen. Vielleicht kann die Autorin ja beim nächsten Mal noch ein bisschen mehr den Leser im Unklaren lassen, wie die Handlungsstränge miteinander zusammen hängen. Ansonsten ein unterhaltsamer und spannender Thriller, der einen packt und mitreißt!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Jul 2016 

    Beängstigendes Szenarium, spannend bis zum Schluss

    Sandra ist Therapeutin und lebt mit ihrem Mann Ben und ihrer Tochter Ivy in einem wunderschönen, einsamen Traumhaus mitten in der Natur. Alles ist perfekt und doch hat Ivy das Gefühl, dass ihre Mutter ihr etwas verheimlicht.
    Alles könnte so schön sein und doch stehen an diesem Tag plötzlich zwei Männer in ihrem Haus und bedrohen Sandy und ihre Familie. In der Annahme, dass beide Männer nur weitere Ausrüstung für ihre Flucht benötigen, fällt auch die Gegenwehr nur sehr spärlich aus. Auch Ivy ist keine Hilfe. Sie ist oben in ihrem Zimmer und scheint von allem gar nichts mitzubekommen. Doch die Situation eskaliert. Ben liegt schwerstverletzt im Keller, der Hund ist eingesperrt und auch Ivy kann keine Hilfe mehr holen, sie wurde entdeckt.

    Und da ist Barbara. Sie liebt ihren Nicky über alles. Die Liebe geht so weit, dass sie sich jeglichen Erziehungsmaßnahmen verweigert, in der Annahme, dass ihr Sohn hochbegabt sei und deshalb nicht immer so reagiert, wie die Umwelt es von ihm erwartet. Ihre gesamte Aufmerksamkeit konzentriert sich auf ihren Sohn. Sie wird dann doch ungewollt mit dem zweiten Kind schwanger. Ihr Tochter Cassandra hat einen schweren Stand in der Familie. Die Mutter beachtet und liebt sie nicht, der Bruder quält sie auf grausame Art und Weise. Unterstützung erhält sie nur vom Vater, doch der ist selten da.
    Was, wie und warum die beiden Erzählstränge zusammen kommen, lest es selbst.

    Jenny Milchman hat hier einen extrem spannenden Thriller geschrieben. Gekonnt wechselt sie in der Erzählperspektive von Vergangenheit und Gegenwart und bringt so die Geschichte voran. In ihrer sprachlichen Ausdrucksform schafft sie es das Psychoduell zwischen den Protagonisten immer wieder auf den Punkt zu treiben. Bereits im ersten Moment der Bedrohung wird schnell klar, dass kann nur ein Albtraum sein. Jedoch setzt sich die unterschwellige Bedrohung, trotz einiger Hoffnungsmomente, fort und mündet in einem atemberaubenden, überraschenden Finale. Letztlich kann ich sagen, das ich echt erleichtert darüber war, als es dann zu Ende war.

    Hier von mir eine klare Leseempfehlung an alle Thrillerfans und verdiente fünf Lesesterne.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 07. Jul 2016 

    Denkst du wirklich, du hast alles hinter dir gelassen?

    Denkst du wirklich du hast alles hinter dir gelassen? - Als eines Abends zwei vermeintlich unbekannte in das schöne Traumhaus in der Natur von Sandy, ihrem Mann Ben und ihrer Teenagertochter Ivy eindringen nimmt das Unheil seinen Lauf!
    Als besten Thriller des Jahres würde ich dieses Buch nicht betiteln, dennoch hat es mir gut gefallen und mich mit einigen Spannenden Phasen durchaus in seinen Bann gezogen. Besonders gut hat mir das Mädchen Ivy gefallen, da ich ungefähr in ihrem Alter bin und mich deshalb sehr gut mit ihr Identifizieren konnte. Sie reagiert auf die gewaltbereiten Eindringlinge sehr realistisch. Auch mit der Tatsache, dass ihr Vater lebensgefährlich verletzt wurde geht sie sehr natürlich um.
    Ihre Mitter, den Hauptcharakter Sandy, fand ich von Beginn an spannend, weil man durch den ausgefeilten Schreibstil schnell merkt, dass sie etwas verheimlicht, aber nicht sofort dahinter kommt, was es ist.
    Insgesamt finde ich die Story sehr ansprechend, auch wenn mich das Ende etwas enttäuscht hat und ich mir zwischendurch noch etwas rasantere Handlungsabläufe gewünscht hätte.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 03. Jul 2016 

    Ein einsames Haus, ein Drama bahnt sich an

    Night Falls- Du kannst dich nicht verstecken

    Sandy wohnt mit ihrem Mann Ben und ihrer Tochter Ivy in einem einsam gelegen Traumhaus. Die Idylle scheint perfekt. Doch als zwei geflohene Sträflinge gewaltsam bei Ihnen einbrechen, droht Sandys Welt zu zerbrechen. Bald schon muss Sandy erkennen, dass sie einen der Verbrecher kennt. Nun holt ihre eigene, verdrängte Vergangenheit sie wieder ein.

    Jenny Milchman bringt dem Leser dieses Szenario sehr detailreich näher. Beim lesen dieses Thrillers kam es mir so vor, als würde ich alles hautnah erzählt bekommen, so wie es es sich zugetragen hat.
    Zum besseren Verständnis der Vorgeschichte, die sehr wichtig für die Hauptgeschichte ist, gibt es immer wieder kurze Rückblicke in die Vergangenheit. Diese geben der Story so nach und nach die wichtigen Informationen, so dass sich das Rätsel langsam zusammenfügt.
    Interessant war für mich ganz besonders die Analyse der Personen. So erfährt man viel über die Hintergründe, wie Sandy zu dem Menschen wurde, der sie ist. Auch erklärt es viele ihrer Handlungen, wenn man der Geschichte folgt. Nick und Harlan, die Entflohenen, sind sehr unterschiedlich. Nick ist der Kopf, und Harlan führt aus Naivität blind alles ihm befohlene aus. Doch auch bei diesen beiden Charakteren darf der Leser direkt am Schicksal teilhaben. Jenny Milchman bringt ein komplexes Bild der Personen zu Stande. Das ist es auch, was diesen Thriller ausmacht. Das macht die Geschichte der Geiselnahme so interessant und spannend, und rechtfertigt somit dann auch den Umfang von knapp 500 Seiten.
    Herzzerreißend fand ich die Beschreibung des alten Hundes der Familie, Mac.Er war ein gequältes Tier, bevor er in Sandys Familie ein zu Hause fand, und von Ivy heiß und innig geliebt wurde. Doch auch ihm wird in diesem Thriller eine entscheidende Rolle zugedacht.

    Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen. Ich fühlte mich manchmal direkt in dieses schöne Haus versetzt, um dort mit den Insassen um ihr Leben zu bangen.