Neuntöter: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Neuntöter: Thriller' von Ule Hansen
3.75
3.8 von 5 (4 Bewertungen)

Vor Menschen hat sie Angst. Serienmörder versteht sie.


Berlin, Potsdamer Platz. Beim Klettern auf einem Baugerüst macht ein Junge eine grausame Entdeckung: Drei Leichen, einbandagiert in Panzertape, hängen in schwindelerregender Höhe an den Gerüststangen. Sie sehen aus wie Mumien und scheinen in dieselbe Richtung zu blicken, als würden sie auf etwas warten. Als die menschenscheue Fallanalystin Emma Carow auf den Fall angesetzt wird, ist ihr schnell klar, dass er für ihre Karriere entscheidend ist. Doch je fester sie sich verbeißt, desto mehr droht ein altes Trauma sie in den Abgrund zu ziehen.


Autor:
Format:Broschiert
Seiten:496
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453438040

Rezensionen zu "Neuntöter: Thriller"

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 03. Dez 2016 

    Mumien...

    Es wurde Abend. Es wurde Morgen. Und niemand fand sie. Berlin, Potsdamer Platz. Auf einem Baugerüst macht ein Junge eine grausame Entdeckung: Drei Leichen, einbandagiert in Panzertape, hängen in schwindelerregender Höhe an den Gerüststangen. Sie sehen aus wie Mumien und scheinen in dieselbe Richtung zu blicken, als würden sie auf etwas warten. Fallanalystin Emma Carow wird schnell klar, dass dieser Fall entscheidend für ihre Karriere ist. Doch je tiefer sie sich verbeißt, desto mehr droht ein altes Trauma sie in den Abgrund zu ziehen.

    "Carow, Sie sind der unglücklichste Mensch, den ich kenne..."

    Es gibt die Bücher, die man mit einem Seufzer schließt. Bestenfalls mit einem Seufzer des Bedauerns, weil das Buch einen aus der ihm innewohnenden Welt entlässt, bevor man wirklich bereit dazu ist. Schlimmstenfalls, weil die Erleichterung groß ist, das Buch endlich beendet zu haben. Dieser Thriller gehört für mich leider zur letzten Kategorie - und der Seufzer war groß.

    Beim Überfliegen der bisherigen Rezensionen hatte ich schon entdeckt, dass das Buch - und allen voran vermutlich die Ermittlerin Emma Carow - polarisiert. Von vollkommener Begeisterung bis zur absoluten Enttäuschung ist da alles dabei. Ich kann die enttäuschten Stimmen leider nur zu gut verstehen. Allein aufgrund des interessanten Tathintergrundes vergebe ich hier zwei Sterne statt einem, so viel schon einmal vorweg...

    Zunächst einmal zum Fall selbst: mumienartig verpackte Leichen baumeln tagelang unentdeckt an einem Baugerüst - und als sich herausstellt, dass die Opfer davor schon etliche Tage noch lebendig mit dem Klebeband umwickelt waren und dadurch langsam verhungerten und verdursteten, hat der Täter seinen Spitznamen weg: 'Neuntöter'. Im Mittelalter glaubte man nämlich dass der so benannte Vogel, der seine Beutetiere auf Dornen aufspießt, zunächst neun Opfer sammelt, bevor er sie verspeist.

    "Warum tötet ein Mörder seine Opfer nicht?"

    Diese Frage beschäftigt das Berliner Team um die Fallanalystin Emma Carow, und noch eine Reihe anderer Fragen dazu. Wie beispielsweise schafft es jemand, unerkannt mehrere Leichen oben auf ein Gerüst zu wuchten und sie dann aufzuhängen? Was könnte das Motiv hinter den Morden sein? Waren das schon alle Opfer? Doch diese durchaus interessanten Fragestellungen und der eigentlich brisante Fall geraten rasch in den Hintergrund, denn hier geht es vor allem um eines: um Emma Carow.

    Schwer traumatisiert seit einer Vergewaltigung mit 19 Jahren, kann sich Emma zwar in komplizierte Mörderseelen hineinversetzen, vor Menschen im Allgemeinen hat sie jedoch Angst. Und so tappt sie sozial inkompetent von einem menschlichen Fettnäpfchen ins nächste und hat es nur der Fürsprache ihres Chefs zu verdanken, dass sie nicht längst hat umschulen müssen. Im Laufe der Erzählung gerät der Fall tatsächlich immer wieder aus dem Fokus, und Emmas Leben und Entscheidungen stehen im Mittelpunkt. Ihr Umgang mit Männern beispielsweise oder die wiederaufkeimende Angst, nachdem ihr Vergewaltiger nach einigen Jahren in Haft wieder auf freien Fuß gesetzt wurde - noch dazu mit einer Buchveröffentlichung, in der es um genau diese Tat geht, geschildert aus der Sicht des Täters.

    "Wenn Emma ihre Nichte anschaute, sah sie ein kuscheliges Bündel Vertrauen, das rein zufällig dem sexuellen Ideal der meisten Exhibitionisten, Voyeure, Vergewaltiger und Mörder entsprach."

    Langatmig, langweilig, viel zu ausschweifend und teilweise wenig glaubwürdig - so empfand ich diese Passagen um die Person Emmas im Wesentlichen. Dazu kommt, dass ich etliche Schlussfolgerungen, die Emma bezüglich des Falls zieht, selbst nach mehrfachem Lesen z.T. nicht nachvollziehen konnte oder schlichtweg nicht verstand. Die Zufälle, die den Fall mit dem Privatleben Emmas verquickten, waren für mich ebenfalls des Guten eindeutlig zu viel. Und die Handlungen Emmas waren für mich darüberhinaus oftmals mehr als fragwürdig. Insgesamt empfand ich die Figur der Fallanalystin als schwer gestört und sehe hier bei aller vermeintlichen Genialität in ihrem Fach eher einen Fall für die Psychiatrie denn eine geeignete Person für den Kampf gegen die Kriminalität.

    Ich gehöre jedenfalls zu denjenigen, denen sich der (geschürte) Hype um das Buch in keinster Weise erschließt. Von einem Thriller erwarte ich mehr: mehr Spannung, mehr Glaubwürdigkeit, mehr Authentizität, mehr Ausgewogenheit zwischen Fall einerseits und Ermittlerhintergründen andererseits. Für mich hatte das Ganze etwas von 'Durchquälen'. Sehr schade...

    © Parden

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 18. Mai 2016 

    Solider Thriller

    Berlin, Potsdamer Platz. Beim Klettern auf einem Baugerüst macht ein Junge eine grausame Entdeckung: Drei Leichen, einbandagiert in Panzertape, hängen in schwindelerregender Höhe an den Gerüststangen. Sie sehen aus wie Mumien und scheinen in dieselbe Richtung zu blicken, als würden sie auf etwas warten. Als die menschenscheue Fallanalystin Emma Carow auf den Fall angesetzt wird, ist ihr schnell klar, dass er für ihre Karriere entscheidend ist. Doch je fester sie sich verbeißt, desto mehr droht ein altes Trauma sie in den Abgrund zu ziehen. (Quelle: Amazon)

    Eigentlich habe ich ja so ziemlich die Schnauze voll von psychisch angeschlagenen Ermittlern. Aber der Klappentext hörte sich so gut an, dass ich nicht widerstehen konnte und als mir der Heyne-Verlag das Buch anbot, griff ich freudig zu. Und das war auch gut so. Nochmal vielen Dank dafür.

    Obwohl Emma wirklich schwer gestört ist, fand ich den Thriller richtig gut. Ich konnte zwar ihr Handeln oft nicht nachvollziehen und verstand sie auch oft nicht in dem was sie bewegte und wie sie reagierte, aber das tat der Spannung keinen Abbruch.

    Seltsamer weise funktioniert Emma ganz gut mit ihrem Team, auch wenn sich das auf das rein Geschäftliche bezieht. Privat verkriecht sie sich lieber in ihr Schneckenhaus und stalket ihren ehemaligen Peiniger. Aber als ein Neuer in ihr Team kommt, kann sie damit absolut nicht umgehen. Das hat dann doch ein bisschen genervt. Auch reagiert sie oft total überzogen und heftig. Den Rest des Teams fand ich ganz in Ordnung.

    Die Geschichte ist wirklich spannend und ich kam einfach nicht auf die Beweggründe des Killers. Warum macht jemand so was? Was ist seine Motivation? Ein paar mal ließ ich mich in die Irre führen oder verunsichern.

    Das Buch hat mich richtig gut unterhalten und war spannend bis zum Schluss. Darum vergebe ich 4 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung für alle Thrillerliebhaber. Den Namen Ule Hansen werde ich mir merken.

    © Beate Senft

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Apr 2016 

    Eine eigenwillige Protagonistin, Spannung bis zum Schluss

    Scheinbar gibt es auch unter Vögeln kriminelle Elemente. Insbesondere jene, die zur Familie der Würger gehören. Der Neuntöter ist so ein Exemplar. Er ernährt sich von Großinsekten, macht aber auch vor kleinen Säugetieren und Vögeln nicht halt. Auch wenn der Verdacht nahe liegt ... der Neuntöter erwürgt seine Opfer nicht. Er spießt sie auf. Ein Neuntöter sieht mit seinen 16 - 18 cm Größe und dem hübschen Gefieder eigentlich ganz putzig aus. Kaum zu glauben, dass hinter dem kleinen Kerl ein Killer steckt, der sich auf eine ungewöhnliche Tötungsmethode spezialisiert hat.

    Womit wir bei diesem ebenfalls ungewöhnlichen Thriller "Neuntöter" von dem Autorenduo Ule Hansen wären. Auch hier hat sich ein Mörder auf eine ungewöhnliche Tötungsmethode spezialisiert. Er wickelt seine Opfer in Panzertape und stellt sie an Orten aus, die zwar einsam und verlassen sind, aber dennoch eine unmittelbarer Nähe zum Stadtleben haben. Das kann ein Baugerüst hinter einer Plane sein, eine stillgelegte Fabrik oder ein Dachboden, der nie benutzt wird. Was bringt den Mörder dazu, seinen Opfer einen Kokon aus Panzertape zu verpassen?

    "Nachdenklich betrachtete sie das Haus, an dem das Plakat hing. Das falsche Haus mit den aufgemalten Türen, das mit Planen bespannte Gerüst, das immer noch so tat, als wäre es ein stinknormales Eckgebäude, unschuldig, unverdächtig, unberührt. Die Stadt schluckt ihre Morde, ihre Ungerechtigkeiten, ihre Opfer, deren Leben sie zerstört hat, und macht fröhlich weiter, bietet so viele neue Aufregungen, bis die Toten, die Einsamen, die Verletzten langsam verblassen und irgendwann keiner mehr ihre Namen kennt. Die Stadt heilt alle Wunden." (S. 161)

    Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht die Fallanalystin Emma Carow. In "Fernseh-Deutsch" würde man Emma eine Profilerin nennen. Ihre Aufgabe ist es, ein Täterprofil zu erstellen. Anhand der Spuren, die an den Tatorten gefunden werden, versucht sie, das Verbrechen zu rekonstruieren, sich in den Täter hineinzuversetzen und so Aussagen über seine Persönlichkeit zu treffen. Ihre Untersuchungsergebnisse sollen dem Ermittler-Team wertvolle Hinweise geben und dabei helfen, die Verbrechen aufzuklären. Doch Emma gibt sich nicht damit zufrieden, lediglich als Zulieferer von Informationen zu dienen, zumal das Ermittler-Team ihre Hinweise nicht in der Form interpretiert, wie sie es gerne hätte. Ihr Instinkt beschert ihr Verdachtsmomente, die sie nicht immer belegen kann. Doch sie vertraut auf ihr Bauchgefühl und scheut sich nicht, Kollegen zu manipulieren, damit diese ihre Aufklärungsansätze nachverfolgen, auch wenn diese wider jeder Logik sind. Dabei legt sie eine Besessenheit an den Tag, die ihr keine Sympathiepunkte einbringt.

    "Emma mochte Tatorte. Überall geschäftige Kollegen, jeder ein Experte, die intensive Suche nach Spuren, das geballte Fachwissen, diese selbstverständliche Konzentration auf Dinge, die für die meisten Menschen unsichtbar sind. Sie mochte es, Teil davon zu sein. Vor allem aber mochte sie Tatorte, wenn die anderen weg waren. Dann erst entfalteten sie ihre volle Wirkung. Erst dann gaben sie ihre Botschaft preis. Erst dann konnte sie sie auch hören." (S. 71 f.)

    Mit Emma Carow hat das Autorenduo Ule Hansen einen Charakter geschaffen, der lange in Erinnerung bleiben wird. Sie ist keine toughe Heldin, die von ihren männlichen Kollegen als Kumpeltyp anerkannt wird. Nein, Emma ist ein verstörter und eigenwilliger Mensch, der sich von anderen fernhält und dem man mangelnde Sozialkompetenz vorwirft. Männern gegenüber verhält sie sich abweisend. Kein Wunder, denn schließlich ist sie vor einigen Jahren vergewaltigt worden. Ihr Vergewaltiger hat mittlerweile seine Haftstrafe abgesessen und befindet sich wieder auf freiem Fuß. Scheinbar ist er geläutert und bereut seine Tat. Zumindest versucht er dies in einem Buch über seine Straftaten und sein Leben im Gefängnis glaubhaft zu machen. Der "ehemalige" Vergewaltiger hat Erfolg mit seinem Buch und präsentiert sich gern in der Öffentlichkeit. Ein Hohn für Emma, denn schließlich hat er sie zu der gestörten Persönlichkeit gemacht, die sie heute ist. Durch die Vergewaltigung hat sie ihre Unbeschwertheit verloren. Ihr Leben ist von Misstrauen gegenüber anderen geprägt. Umso quälender, dass ihr Peiniger wieder auf freiem Fuß ist und sich auch nicht scheut, den Kontakt zu ihr zu suchen.

    "Endlich, endlich war sie draußen. Allein. Keiner kam ihr nach. Sie atmete tief durch. Zwei, drei Mal. Mehr wollte sie nicht. Draußen sein, an der frischen, verpesteten Berliner Luft. Ein kleiner, kalter, dreckiger, ungefährlicher Teil der Realität, der nicht ihr Feind war. Für den Rest war sie zu schwach." (S. 133 f.)

    In dem Thriller sind 3 Handlungsstränge miteinander verwoben. Im Vordergrund steht die Aufklärung der Mordserie des "Mumienmörders", der seine Opfer in einen Kokon aus Panzertape wickelt und aufhängt. Begleitet wird dies von der Geschichte der Vergewaltigung von Emma und den psychischen Auswirkungen, die diese Tat auf sie hat, bis hin zum heutigen Konflikt mit ihrem Vergewaltiger. Zusätzlich wird der Leser noch Zeuge eines Konkurrenzkampfes, der zwischen Emma und einem Kollegen stattfindet. Beide interessieren sich für die Position der Abteilungsleitung der Fallanalyse, die in Kürze zur Verfügung steht, da die derzeitige Leiterin in Mutterschutz gehen wird. Dieser Konkurrenzkampf wird mit harten Bandagen ausgefochten. Insbesondere Emma's Gegner ist nicht zimperlich bei der Wahl seiner Waffen. Fairness wird bei diesem Kampf ausgelassen.

    In den Rezensionen, die ich bisher zu diesem Buch gelesen habe, kam häufiger die Kritik auf, dass der Sprachstil von Ule Hansen sehr gewöhnungsbedürftig sei und sich negativ auf den Lesefluss auswirken würde. Das habe ich völlig anders empfunden. Sicher, der Sprachstil wirkt zerhackt, hauptsächlich hervorgerufen, durch kurze Sätze, Aneinanderreihung von Nebensätzen und Satzfragmenten. Aber man muss bedenken, dass die Geschichte aus der Perspektive von Emma geschrieben ist. Einem Menschen, der zutiefst verstört ist, und der unter den Nachwirkungen eines traumatischen Erlebnisses zu leiden hat. Sie steht unter permanentem seelischen Stress. Und dies spiegelt sich in dem besonderen Sprachstil von Ule Hansen wieder und gibt dem Charakter Emma ein hohes Maß an Authentizität.

    Fazit:
    Ein verstörender Thriller, bei dem die Spannung von Anfang an sehr hoch ist und sich auch noch zum Ende hin steigern kann. Der Leser tappt - genau wie das Ermittlerteam - lange Zeit im Dunkeln. Erst zum Schluss entwickelt sich ein Szenario, mit dem man nicht gerechnet hat und für das es auch während des Handlungsverlaufs so gut wie keine Hinweise gab. Das Buch fesselt von Anfang bis zum Ende, macht also genau das, was ich von einem guten Thriller erwarte. Daher: Klare Leseempfehlung!

    © Renie

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Mär 2016 

    Wettlauf um die Zeit

    Neuntöter ist ein Thriller des Autorenduos Ule Hansen, erschienen im Heyne Verlag

    Ein grausiger Leichenfund am Potsdamer Platz. Drei in Panzertape eingewickelte Kokons hängen oben im Gerüst, ein langsamer und grausiger tot. Es dauerte mehrere Tage bis die Opfer tot waren. Das schlimmste ist, dass sie dort hingen und viele Menschen tagtäglich an ihnen vorbeiliefen ohne sie zu bemerken, ohne ihnen helfen zu können.
    Emma Carow arbeitet als Fallanalystin nun mit ihrem Team an der Aufklärung der Mumienmorde, wie sie nun genannt werden. Emma kann sich gut in die Lage der Täter hinein versetzten, sie macht ihren Job gut. Doch privat ist sie selbst ein Opfer, und es lässt sie auch nach vielen Jahren nicht los.

    Die Story in Neuntöter, die sich um die Mumienmorde dreht hat mir sehr gut gefallen, echt erstklassiger Thrillerstoff. Das Autorenteam beschreibt die Szenen sehr detailliert, das Grauen ist dem Leser wirklich ins Gesicht geschrieben. Das Ermittlerteam hat Ecken und Kanten. Emmas Vorgesetzte ist schwanger, und sucht einen geeigneten Nachfolger. Emma rechnet sich große Chancen aus. Als Felix Schreiner zum Team stößt und auch Anspruch auf diesen Posten erhebt, sind Reiberein vorprogrammiert. Sie würzen die Geschichte zusätzlich. Lutz Bogner ist als Emmas Mentor zu sehen, er setzt sich oft für sie ein, hat ihr in der Vergangenheit schon oft geholfen.Emma würde vor Jahren vergewaltigt, und ist trotz Therapie noch lange nicht über dieses Trauma hinweg. Im Gegenteil, es erweckt manchmal den Anschein, als ob sie daran zerbricht. An sich gefällt mir Emma Carow als Charakter sehr gut. Aber für mich wurde ihr Leidensdruck wegen der Vergewaltigung irgendwann einfach zu sehr ausgeführt. Es wurde fast schon zum zentralen Thema, die interessanteren Ermittlungen bezüglich des Mumienmorders gerieten in den Hintergrund. Da wäre in meinen Augen weniger mehr gewesen.

    Das Buch hat mich gut unterhalten. Ich spreche daher eine absolute Leseempfehlung aus. Auch wenn dieser Teil in sich abgeschlossen ist, wünsche ich mir eine Fortsetzung der Reihe um Emma Carow.