Nachtzug nach Lissabon

Buchseite und Rezensionen zu 'Nachtzug nach Lissabon' von Pascal Mercier
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3 von 5 (2 Bewertungen)

Raimund Gregorius, alternder Lateinlehrer, entdeckt in einem Antiquariat das Buch des Portugiesen Amadeu de Prado, dessen Betrachtungen über menschliche Erfahrungen, über Einsamkeit, Endlichkeit und Tod, Freundschaft, Liebe und Loyalität ihn nicht mehr loslassen und am Abend setzt er sich in den Nachtzug nach Lissabon. Er möchte herausfinden, wer dieser Amadeu de Prado war. Es beginnt eine rastlose Suche kreuz und quer durch Lissabon, die Suche nach einem anderen Leben, nach einem ungewöhnlichen Arzt und Poeten, der gegen die Diktatur Salazars gekämpft hat.

Format:Hörbuch-Download
Seiten:0
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Rezensionen zu "Nachtzug nach Lissabon"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Apr 2017 

    Hervorragendes Buch mit verfehltem Umschlag- und Klappentext

    Dieses Buch ist mal wieder ein gelungenes Beispiel für einen völlig mißlungenen Klappen- und Umschlagtext und was daraus wird: Mehr als die Hälfte der Bewertungen sind gut bis sehr gut, ca. ein Drittel schlecht bis sehr schlecht und lediglich 10% finden es 'so ok'. Kein Wunder: Wer sich ein Buch kauft aufgrund der vollmundigen Ankündigung als Krimi ('Bewußtseinskrimi!'), in dem der Protagonist Raimund Gregorius um sein Leben fürchten muss, wird schwer enttäuscht sein von dieser Lektüre. Statt Verbrechen und gefährlichen Situationen ist der Schwerpunkt dieser Reise nach Lissabon eine Suche. Die Suche nach dem, was den wahren, echten Menschen ausmacht.
    Klingt, als ob sich um einen weiteren der zahllosen Lebensratgeber handelt: Wer bin ich? Was will ich? Erkenne dich selbst! Das Ganze verpackt in eine unterhaltsame Rahmenhandlung, die Gregorius auf der Suche nach einem portugiesischen Autor (Prado) nach Lissabon führt. Doch weit gefehlt. Statt der üblichen mittlerweile alltäglichen Ratschläge wie 'Gönnen Sie sich eine Auszeit und entdecken Sie, was SIE wollen!', legt der Autor Schicht für Schicht all die Einflüsse offen, die das eigene Ich einzwängen, bedrängen, leiten.... Doch ist das was dann bleibt, das eigene ICH?
    Durch das Lesen der Schriften des verstorbenen Prados und der Erforschung dessen Lebens erfolgt Gregorius' zunehmende Erkenntnis seines eigenen Ich. Prado war besessen von dieser Frage, wer er selber war und Gregorius beginnt verstärkt sich ebenso diesen Fragen zu stellen wie ganz zwangsläufig auch die Leserinnen und Leser.
    Doch dies ist nur ein Thema (wenn auch das hauptsächliche) um das dieses Buch kreist. Es geht um Gott, um den Tod, das Miteinander der Menschen... Ein ungemein reichhaltiges, inhaltsschweres Werk das sich dennoch nicht allzu schwer liest. Doch es ist keine Unterhaltungslektüre die nur zu konsumieren ist. Um's eigene Gedanken machen wird man kaum herum kommen :-)

  1. bewertet:
    1
    (1 von 5 *)
     - 20. Feb 2016 

    Gut gewählter Titel ...

    das hat schon einen Stern verdient! Warum? In einem Nachtzug wird geschlafen. Bei der Lektüre auch! Der Autor, Pascal Mercier, hat sich meines Erachtens ohne Skrupel einer Vorlage bedient: "Die folgende Geschichte" von Cees Noteboom. Ideen sind nicht urheberrechtlich geschützt, aber dennoch ist eine solche Anlehnung für mich intellektuell fragwürdig. Dennoch: Der Zwerg auf den Schultern des Riesen sieht weiter als der Riese. Merciers Roman hätte besser sein können, ist er aber nicht.
    Eine Story, in der sich Handlungsstränge im Nichts auflösen, eine Figur, deren Motivation im Dunkel bleibt, eine wirre Abfolge von Ereignissen ... Für mich ist "Nachtzug nach Lissabon" ein literarischer Blender, bei dem es medial gelungen ist, einen Bestseller zu fabrizieren. Dies ist durchaus erstaunlich . Noch erstaunlicher ist die positive Aufnahme durch viele Leser. Aber ... die Geschmäcker sind verschieden und mag sein, ich erkenne den Wert des Romans nicht.