Nacht des Begehrens

Buchseite und Rezensionen zu 'Nacht des Begehrens' von Kresley Cole
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Nacht des Begehrens"

[Taschenbücher ]

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:448
Verlag: Egmont LYX
EAN:9783802581748

Diskussionen zu "Nacht des Begehrens"

Rezensionen zu "Nacht des Begehrens"

  1. Belletristik oder Literatur?

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 20. Feb 2016 

    Die Nacht des Begehrens von Kresley Cole ist ein gutes Beispiel dafür, wie abartig eine Trennung von (anspruchsloser) Belletristik zu (anspruchsvoller) Literatur ist.
    Cole versteht es in der Verfremdung einer Fantasy-Welt, ein erotisches Szenario aufzubauen, wie ich es lange nicht mehr gelesen habe. Das Abgestoßen-Sein von einer Person und gleichzeitig die Faszination, die von ihr ausgeht, wird hier perfekt dargestellt. Was kümmert es da, dass der Mann ein Werwolf und die Frau eine Halb-Vampirin ist?
    Als Message lese ich aus dem Roman heraus, dass es wichtig ist, Vorurteile und Pauschalisierungen abzulegen, wenn man Individuen gegenübersteht.
    Allerdings muss ich als Mann sagen, dass mich an dem ganzen Genre stört, dass zwar die Frauen Persönlichkeiten sind, die Männer aber als mehr oder minder fehlerfreie Traumkonstrukte weiblichen Denkens gezeichnet wurden: Stark und brutal gegen die Feinde aber zart, sensibel und beschützend gegen die Geliebte. Mir als Mann fehlt hier die Möglichkeit der Identifikation. Dies ist allerdings ein "Fehler" der Romane dieses Genres, die hauptsächlich von Frauen für Frauen geschrieben werden. Schade eigentlich :-(
    Den kitschigen Einband hat der Roman nicht verdient, aber das ist wohl dem Genre geschuldet.
    Eine Einschränkung zu dieser Rezension muss ich allerdings machen: Ich habe die englische Originalversion (A hunger like no other) gelesen und hoffe, dass die deutsche Übersetzung nichts vom Original zerstört hat. Dann bitte hier Kommentare dazu schreiben!

    Zum Thema Belletristik oder Literatur: Shakespeare wäre im Barock vermutlich zur Belletristik gezählt worden. Die Kreativität der Literatur wird kastriert, legt man ihr die erwähnte Zwangsjacke an, die viele Autoren dazu animiert, möglichst langweilig und abgehoben zu schreiben. Den Literaten ist es so bereits gelungen, in Deutschland eine ganze Sparte zu töten: Kurzgeschichten sind in unserem Sprachraum durch die Bölls und Karaseks nahezu unverkäuflich geworden.