N und K. Die Detektive I. Wer hat den schwarzen Hund gesehen

Rezensionen zu "N und K. Die Detektive I. Wer hat den schwarzen Hund gesehen"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Mär 2019 

    Sehr guter Kinderkrimi

    Inhalt:
    Niko und Klaus, beide zwölf und am Nikolaustag geboren, teilen sich ein Zimmer im Essener Waisenhaus Isenburg. Als scharfsinniges Detektiv-Duo haben sie sich bereits einen Namen gemacht. Deshalb kommt Cornelia aus der Neunten auch zu ihnen, als sie merkt, dass mit ihre Freund Heiner etwas nicht stimmt. Niko und Klaus nehmen die Fährte auf und stoßen auf eine Gang, die offenbar Jugendliche zum Klauen schickt.

    Über den Autor (Quelle: Wikipedia):
    Jo Pestum, eigentlich Johannes Stumpe, wurde 1936 in Essen geboren. Er kam über viele Berufe und Berufungen zur Schriftstellerei, studierte Malerei, absolvierte eine Ausbildung zum Glasmaler und Restaurator, jobbte auf dem Bau, als Barkeeper, als Taucher und als Trucker. Für verschiedene Zeitschriften war er als Karikaturist, Chefredakteur und Verlagslektor tätig. Seine ersten Romane erschienen Ende der sechziger Jahre, seit 1973 ist Jo Pestum freiberuflicher Schriftsteller. Zu seinem Werk gehören Kinder- und Jugendbücher, Krimis, Lyrik, Drehbücher und Hörspiele. Er wurde mehrfach ausgezeichnet. Jo Pestum lebt mittlerweile in Billerbeck im Münsterland.

    Persönlicher Eindruck:
    Die Bücher atmen das Flair der achtziger Jahre im Ruhrgebiet. Die Protagonisten sind zwei typische zwölfjährige Jungs, der Kopf immer voller verrückter Ideen. Teilweise sind sie etwas überzeichnet, besonders im Hinblick auf ihre literarischen und kulinarischen Vorlieben. Beide sind ab und an vorlaut und bedienen sich gern schräger Sprüche. Das Ensemble wird ergänzt durch Charaktere, die jeweils ihre ganz eigene Farbe ins Spiel bringen, wie die Hauspostbotin Spicky, die immer für einen Tipp gut ist, die Squaw, wie die strenge und doch warmherzige Leiterin des Heims genannt wird, und vor allem Ex-Polizist Käpt'n Habakuck als poltriger Erzieher, letzter Halt, wenn es brenzlig wird, und irgendwo auch Vater-Ersatz.
    Es gibt zwei Eigenheiten, die das Buch (bzw. die ganze Reihe) für mich aus anderen Kinderdetektiv-Geschichten aus der gleichen Zeit herausheben. Da ist zunächst einmal das Kinderheim als persönliches Lebensumfeld der Protagonisten, ein Kinderheim mit ganz alltäglichen Herausforderungen und ohne finsteren, heimtückischen Leiter, den Waisenhäuser in Film und Literatur sonst oft haben. Und da ist zum anderen die Normalität der beiden Jungdetektive, die auch mal auf die Nase fallen, weil sie nicht mitkriegen, dass sie beobachtet werden, weil ihnen im entscheidenden Moment die richtige Idee fehlt, weil sie zu voreilig sind.
    Alles in allem: Spannend, humorvoll, manchmal ein bisschen zum Haareraufen, aber wahrscheinlich eher für Leser, die in den Achtzigern Kind waren.

    Fazit:
    Lesenswerter Kinderkrimi für alle, die (noch mal) zurück in die Achtziger wollen.