Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar

Buchseite und Rezensionen zu 'Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar' von Robert Thorogood
4.15
4.2 von 5 (6 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar"

Der gute alte englische Krimi ist zurück! Als die leicht exzentrische Judith Potts mitbekommt, dass ihr Nachbar ermordet wird und die Polizei ihr das nicht glaubt, nimmt sie die Sache resolut selbst in die Hand. Die siebenundsiebzigjährige Judith Potts lebt allein in einem verfallenen Herrenhaus im idyllischen Marlow und arbeitet als Kreuzworträtsel-Autorin für eine Zeitung. Sie genießt ihren beschaulichen, selbstbestimmten Alltag mit gelegentlichem Nacktschwimmen in der Themse und dem ein oder anderen Whisky. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als sie Zeugin eines Mordes auf dem Nachbargrundstück wird. Weil es weit und breit von der Leiche keine Spur gibt und die ansässige Polizei den Fall nicht ernst nimmt, beginnt Judith, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei lernt sie die Hundesitterin Suzie und die neurotische Pfarrersfrau Becks kennen, die ihr fortan als »Marlow Murder Club« bei den Ermittlungen helfen. Als es zu einem weiteren Mord kommt, erscheint der Fall immer rätselhafter …

Format:Taschenbuch
Seiten:416
EAN:9783462001983

Rezensionen zu "Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar"

  1. Marlow Murder Club

    Die siebenundsiebzigjährige Kreuzworträtsel-Autorin Judith Potts lebt in einem heruntergekommenen Herrenhaus im idyllischen Marlow. Sie genehmigt sich gerne mal einen Whisky und genießt auch das Nacktbaden in der Themse. Dabei hört sie eines Tages einen Schuss und findet ihren Nachbarn tot auf. Doch als die Polizei erscheint, ist die Leiche verschwunden. Daher nimmt man die alte Dame nicht ernst. Als sie der Sache auf den Grund gehen will, lernt sie die Hundesitterin Suzie Harris und die Pfarrersfrau Rebecca (Becks) Starling kennen. Als „Marlow Murder Club“ ermitteln sie nun gemeinsam. Dann gibt es einen weiteren Mord.
    In diesem Krimi geht es etwas beschaulich und sehr britisch zu. Der Schreibstil ist bildhaft und erfrischend.
    Die Charaktere sind gut und skurril dargestellt. Judith Potts mag ihr selbstbestimmtes Leben im idyllischen Marlow und pflegt ihre kleinen Marotten. Allerdings mag sie es nicht, wenn man sie nicht vor voll nimmt und so will sie die Sache mit ihren Helferinnen selbst klären. Die Polizei soll mit geringem Aufwand möglichst erfolgreiche Ermittlungsarbeit leisten. Nicht einfach! So stellt Detective Sergeant Tanika Malik das Trio kurzerhand als Hilfspolizistinnen ein und das Trio scheint bei den Ermittlungen der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein.
    Dieser Krimi verleitet dazu, dass man mit ermittelt und man kann sich nie sicher sein, ob man auch auf der richtigen Fährte ist. Es gibt eine Reihe von Verdächtigen
    Ein Lesespaß für Agatha-Christie-Fans. Mir hat dieses ungewöhnliche Ermittler-Trio gut gefallen und ich würde gerne wieder mit den Damen ermitteln.

  1. Mord beim Nacktschwimmen in der Themse

    Inhalt
    Die 77-jährige Judith Potts lebt allein in einem alten Herrenhaus in Marlow an der Themse. Sie arbeitet als Kreuzworträtsel-Autorin für eine Zeitung und genießt ihren beschaulichen, selbstbestimmten Alltag. Jeden Abend gegen 18 Uhr genehmigt sie sich ein kleines Glas Whisky. Im Sommer bereitet gelegentliches Nacktschwimmen in der Themse ihr viel Vergnügen. Zudem besitzt sie kriminalistische Fähigkeiten, die sie immer wieder dazu verleiten, auf eigene Faust zu ermitteln. Sehr zum Missfallen der örtlichen Polizei.

    Es herrscht Hochsommer, als Judiths beschauliches Leben „eine Wendung nahm“. Sie beschließt an jenen Abend ein Bad in der Themse zu nehmen. Nackt lässt sie sich schwerelos in der Themse stromaufwärts gleiten mit wenigen Schwimmbewegungen. „Gerade als Judith dachte: Ist das ein herrliches Leben!, hörte sie einen Schrei.“ (S. 9)
    Der Schrei kam von dem Grundstück ihres Nachbarn Stefan Dunwoody auf der anderen Flussseite. Sie benachrichtigt die Polizei, die nichts Verdächtiges auf seinem Grundstück finden kann. Judith nimmt daraufhin die Suche selbst auf und entdeckt ihren Freund und Nachbar erschossen im verwilderten Teil des Gartens.
    Doch noch immer nimmt die Polizei an, dass es sich nicht um einen Mord handelt.
    Judith beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Unterstützung bei ihren Ermittlungen bekommt sie von der Hundeausführerin Suzie und der neurotischen Pfarrersfrau Becks, die sie dabei kennengelernt.

    Sprache und Stil
    Robert Thorogood nutzt einen einfachen Schreibstil, der Spannung aufbaut und gleichzeitig unterstrichen wird mit britischen Humor.

    „Judith trank den Rest des Whiskys in einem Zug. Und goss dich noch einen ein. Das half beim Denken.“ (S. 93)

    Oder

    Das Ermittlerauto der drei Amateurdetektivinnen:
    „Die Sitze in Suzies Lieferwagen waren aufgerissen, der Boden war mit Fetzen alter Fast-Food Verpackungen übersät, und anstelle eines Zündschlüssels steckte ein alter Schraubenzieher in der Lenksäule. Judith versuchte so zu tun, als sei der Transporter keine Todesfalle […]. (S. 172)

    Die Figuren werden skurril und doch als sehr liebenswert beschrieben. Man kann sich jeden Charakter unglaublich gut und einprägsam vorstellen.
    Die harmlose alte Dame Judith Potts, die ihr Alleinsein genießt. Die neurotische und unsichere Pfarrersgattin Becks und die Hundeausführerin Suzie, die ebenfalls außerhalb der Norm ihr Leben führt.
    Unterstützt wird das Trio von Detektive Sergant Tanika Malik, die etwas „Oberlehrerhaftes“ an sich hat.

    Doch DS Malik gewöhnt sich mit der Zeit an das Gespann. Der Fall wird im Laufe der Ermittlungen schwieriger, da es nicht nur einen Toten bleibt. DS Malik nimmt die Unterstützung des Trios gerne an und kann am Ende den Fall lösen. Bis zum Schluss bleibt es spannend, turbulent, aber auch humorvoll. Man glaubt scheinbar Unschuldige als Täter ausschließen zu können, und der Verdacht wird auf andere Figuren gelenkt. Doch am Ende des Buches kommt die ganze Klärung des Falles durch das Trio insbesondere durch Judith Potts nach aussen, die mit mit ihrer brillanten Kombinationsgabe aufklärt.

    Die Stadt Marlow wird als klassische englische Stadt beschrieben, die es tatsächlich gibt.

    Das Cover zeigt eine typische englische Straße.

    Fazit
    Robert Thorogood eröffnet einen gelungenen Auftakt zu einer englischen Cosy Serie im Stil von Mrs Potts Mordclub. Der Krimi ist gelungen mit sympathischen Hauptprotagonistinnen. Man kann gespannt auf neue Folgen sein.

    „»Also, wer möchte einen Champagner?«“

  1. Rezension zu mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar

    Die siebenundsiebzigjährige Judith Potts lebt allein in einem Herrenhaus im idyllischen Marlow und arbeitet als Kreuzworträtsel-Autorin. Sie genießt ihren beschaulichen Alltag mit gelegentlichem Nacktschwimmen in der Themse. Ihr Leben wird jedoch auf den Kopf gestellt, als sie Zeugin eines

    Judith Potts lebt alleine in einem Herrenhaus in dem kleinen Örtchen Marlow und arbeitet mit ihren 77 Jahren als Kreuzworträtsel-Autorin. Sie genießt ihr beschauliches Leben und gönnt sich zwischendurch immer wieder ein Nacktbad in der Themse. Dabei wird sie Zeugin eines Mordes bei ihrem Nachbar. Die herbeigerufen Polizei findet aber nichts und nehmen Judith nicht ernst. So bleibt ihr nichts anderes übrig als die Sache selbst in die Hand zu nehmen und beginnt ihre eigenen Ermittlungen. Dabei lernt sie die Hundesitterin Suzie kennen und die neurotische Pfarrersfrau Becks, die ihr mal mehr, mal weniger freiwillig bei ihren Ermittlungen helfen. Ein weiterer Mord macht den Fall noch rätselhafter…

    Mrs Potts´ Mordclub und der tote Nachbar ist der erste Teil der Reihe von Robert Thorogood.

    Judith Potts führt ein beschauliches Leben, liebt ihren Schluck Whisky abends und das Nacktschwimmen in der Themse. Im Ort kenn sie eigentlich jeder, denn irgendwie wirkt sie exzentrisch. Der Mord auf dem Nachbargrundstück bringt eine gute Portion Aufregung in ihr Leben, was sie sichtlich genießt und sich natürlich sofort in die Ermittlungen stürzt. Dabei wird sie von Suzie und Becks unterstützt. Während Suzie die Ermittlungen fast genauso genießt wie Judith, hat die neurotische Becks so ihre Probleme damit und kann nur schwer aus ihrem Dasein als Pfarrers-Ehefrau ausbrechen.

    Die Ermittlungen führen die Damen quer durchs Dorf, aber irgendwie scheint alles nicht zu einander zu passen. Die Polizei hat natürlich Probleme mit einem ermittelnden Damenclub, aber eine doch recht verständnisvolle Ermittlerin, die sich zwar an ihre Regeln klammert, aber gerne die Erkenntnisse der Damen nutzt. Das Vorgehen der Damen ist oftmals erfrischend Naiv und bringt sie in oftmals in ungemütliche Situationen.

    Der Fall scheint verzwickt, denn nichts scheint zusammen zu passen. Die Ermittlung der Damen haben mir gut gefallen, manchmal zielstrebig manchmal am Ziel vorbei versuchen sie dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Die Charaktere fand ich meist sympathisch, allerdings empfand ich Becks neurotische und für mich zwangsgestörte Art manchmal ein wenig anstrengend.

    Das Finale empfand ich wirklich spannend erzählt, allerdings die eigentlich Auflösung dagegen etwas einfallslos und schon mehrfach gelesen und im Film und Serien gesehen.

    Mein Fazit:

    Ein schöner, runder englischer Krimi, der zu unterhalten weiß, ich werde die Reihe gerne weiter verfolgen.

  1. 4
    11. Feb 2022 

    Lady Spürnase

    Mit 77 Jahren ist Judith Potts fit wie ein Turnschuh. Wenn möglich schwimmt sie jeden Tag im Fluss. Während einer ihrer Schwimmtouren beobachtet sie, wie ihr Nachbar von der gegenüber liegenden Flussseite umgebracht wird. Die Polizei geht von Selbstmord aus und will die Ermittlungen schnell abschließen. Das geht gegen Judiths analytische Fähigkeiten, die sie mit ihrer Tätigkeit als Kreuzworträtsel-Autorin auf Trab hält. Aber wenn die Polizei nicht will, dann wird Judith eben selbst herausfinden, wer einen Grund hatte, ihren Nachbarn zu töten und wieso. In ihrem kleinen Heimatstädtchen Marlow dürfte es so ein verbrechen überhaupt nicht geben.

    Mit diesem Reihenbeginn stellt der Autor seine kleine Gang von besonderen Detektivinnen vor. In der englischen Kleinstadt Marlow treiben sie gerade kein Unwesen. Judith lebt schon seit langem allein in einem Herrenhaus, dass sie von ihrer Tante geerbt hat. Rebecca, genannt Becks, führt ihrem Mann, dem Pfarrer, mit Hingabe den Haushalt. Und Suzie ist sicherlich die beste Hundeausführerin in ganz Marlow. Doch noch kennen sich die drei Frauen nicht. Wie sie es gewohnt ist, begibt Judith sich erstmal alleine auf Spurensuche. Das Opfer soll ein Gauner gewesen sein. Das passt so garnicht zu dem Bild, welches sie von ihrem Nachbarn hatte.

    Drei vielleicht etwas exzentrische, aber sehr liebenswerte Hobby-Detektivinnen beginnen hier mit ihren ersten Ermittlungen. Ob sie die diversen Drinks, die sie zu sich nehmen, tatsächlich brauchen, kann wohl dahingestellt bleiben. Jedenfalls haben die drei unverhofften Ermittlerinnen jede ihre speziellen Qualitäten, mit denen sie sich bei den Nachforschungen ergänzen. Beim Lesen macht es Spaß, die Fähigkeiten der drei Frauen zu entdecken. Sogar die Polizistin Tanika kann sich ihrem Charme nicht entziehen, auch wenn sie ihnen sicher manchmal die Leviten lesen möchte. Das kleine Örtchen Marlow kann man zudem im Internet besichtigen und sich ausmalen, welche Wege Judith wohl benutzt und wie sie mit dem Boot über den Fluss stakt.

    Dieser Cozy-Crime mit seinem verzwickten Fall, der klassisch gelöst wird, macht gute Laune. Man kann sich gerne auf mehr von Judith und ihren Freundinnen freuen.

  1. Ein "typischer" englischer Cosy-Krimi zum Wohlfühlen

    Mrs.Judith Potts (77) wohnt in einem alten Herrenhaus in Marlow direkt an der Themse.Als sie eines Tages Ihren Freund und Nachbarn Stefan Dunwoody tot in seinem Garten findet glaubt Mrs.Pott's sofort dass er ermordet worden ist.Die Polizei geht aber nicht davon aus.Also stellt Mrs.Potts ihre eigenen Ermittlungen an.

    Der Schreibstil ist eher ruhig und sehr leicht zu lesen.Die Protagonisten passen hervorragend in diesen Cosy-Krimi hinein.Der Spannungsbogen verläuft dabei genau richtig.

    Fazit:Schon auf den ersten Seiten zog mich die Geschichte in ihren Bann.Die Story spielt sich in einem idyllischen kleineren Dorf in England ab.Die Kapitel sind nicht allzu lang so dass die Geschichte kurzweilig zu lesen ist.Die Charaktere sind äußerst sympathisch und Mrs.Potts muss der Leser einfach mögen.Sie ist ein wenig exzentrisch und skurril.Ich merkte sofort dass der Autor diese Geschichte feinfühlig und mit Liebe und zum Detail geschrieben hat.Eine kleine Prise unaufdringlicher Humor ist auch mit dabei.Und gerade dies machte diese Geschichte für mich zu etwas besonderem.Zudem dreht sich der Krimi um eine Freundschaft bei der drei sehr unterschiedliche Frauen zusammen finden:Der Mords-Club ist gegründet.Dieser typische Cosy-Krimi liest sich am besten an einem gemütlichen Wochenende mit Kaffee und Kuchen. Es ist ein Buch in das ich hineingetaucht bin und am liebsten gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen.Dieser Krimi zählt auf jeden Fall zu meinen Lesehighlights.Deshalb vergebe ich auch gerne fünf Sterne.Das Buch ist der erste Band einer neuen Reihe. Es ist in sich abgeschlossen.

  1. 3
    10. Feb 2022 

    Sehr konstruiert

    Die 77-jährige Judith Potts lebt allein in ihrem Herrenhaus, das sie von ihrer Tante geerbt hat, im kleinen Dorf Marlow. Sie ist Kreuzworträtsel-Autorin und liebt es, nackt im Fluss zu schwimmen und sich den ein oder anderen Whisky zu genehmigen. Doch dann wird ihr beschauliches Leben durch den Mord an ihrem Nachbar durcheinandergebracht. Oder eigentlich eher aufgepeppt, denn Judith denkt gar nicht daran, zu warten, bis die Polizei den Fall gelöst hat. Sie nimmt die Ermittlungen lieber selbst in die Hand.

    Robert Thorogood war mir bisher nur als Autor der erfolgreichen „Death in Paradise“-Reihe (die übrigens auch eine durchaus gelungene Umsetzung als TV-Serie besitzt) ein Begriff. Nun startet er mit „Mrs Potts‘ Mordclub und der tote Nachbar“ eine neue Reihe, die ganz im Stil von Miss Marple daherkommt. Die Geschichte wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschildert und bleibt die meiste Zeit über bei ihrer Protagonistin Judith. Im späteren Verlauf kommen jedoch auch deren neue Freundinnen, Hundesitterin Suzie, Pfarrersgattin Becks und Dectective Sergeant Tanika Malik zu Wort.

    Ein englisches Dörfchen und eine ebenso neugierige wie resolute „Privatdetektivin“ - das sind leider auch schon die einzigen Parallelen zur Kultfigur Jane Marple. Judith Potts ist, um ehrlich zu sein, leicht nervtötend und stellt sich bei ihren Ermittlungen manchmal reichlich ungeschickt an. Ihre offensichtlichen Versuche, im Fall herumzuschnüffeln, werden daher auch schon bald von allen Beteiligten durchschaut. Dennoch ist sie die einzige, die zur Lösung des Falles beiträgt, alle Hinweise fallen ihr in den Schoß und alle wichtigen Schlussfolgerungen stammen von ihr.

    Die arme Tanika rückt dabei nicht nur völlig in den Hintergrund, sondern heuert aus lauter Hilflosigkeit die drei Damen auch noch an, um den Fall überhaupt lösen zu können. Und eben diese Auflösung ist dann auch ein wenig hanebüchen und sehr konstruiert. Glänzen kann der Roman jedoch in den Momenten, wenn die drei neuen Freundinnen ihre Kräfte bündeln, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam Großartiges erreichen – davon in Zukunft gerne mehr.