Mordsand: Kriminalroman (Elbmarsch-Krimi, Band 4)

Buchseite und Rezensionen zu 'Mordsand: Kriminalroman (Elbmarsch-Krimi, Band 4)' von Romy Fölck
4.5
4.5 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Mordsand: Kriminalroman (Elbmarsch-Krimi, Band 4)"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:432
Verlag: Lbbe
EAN:9783785727270

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Rezensionen zu "Mordsand: Kriminalroman (Elbmarsch-Krimi, Band 4)"

  1. Ein Hörfest

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 03. Apr 2021 

    Am Strand einer kleinen Elbinsel werden Knochen gefunden. Zunächst ist nicht einmal klar, ob es sich um menschliche Überreste handelt, doch leider klärt sich diese Frage schnell. Jemand wurde in sitzender Stellung und mit gefesselten Händen vergraben. Doch nach einer langen Liegezeit kann der Gerichtsmediziner nicht viel zu dem Toten sagen. Nur wenig später wird erneut ein Toter auf einer anderen Elbinsel gefunden, unter ähnlichen Umständen, doch diesen hat sein Schicksal erst vor kurzem ereilt. Dieser Fall gibt Frieda Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Polizei Itzehoe Rätsel auf. Nach akribischen Ermittlungen führt eine Spur in die ehemalige DDR.

    Zum vierten Mal ermitteln Bjarne Haverkorn und Frieda Paulsen zusammen. Bjarne kümmert sich um seine Tochter, die nach einer Operation noch nicht ganz wiederhergestellt ist. Und Frieda hat sich daran gemacht, ihren Eltern bei der Renovierung des Obsthofes zu helfen. Die Verarbeitung der Ernte hat ein Nachbar übernommen, so dass eine Halle leer steht. Frieda hofft, dass dort ein Box-Studio entstehen kann. Es läuft also und die beiden Polizisten können ihre ganze Kraft für diesen kniffeligen Fall verwenden. Sollte eines der Opfer tatsächlich in der ehemaligen DDR aufgewachsen sein?

    Dieses Hörbuch wird hervorragend vorgetragen von Michael Mendl, der dem schon etwas älteren Bjarne Haverkorn die richtige Knarzigkeit verleiht. Ein Buch, dass man wirklich gerne hört und für das man ebenso gerne zusätzliche Hörstunden einplant, weil man wissen will, was und wer hinter den Morden steckt. Die Beamten decken eine packende Geschichte aus der Vergangenheit der DDR auf, die sehr nachdenklich macht. In diesem Staat wurden Menschen nicht immer gut behandelt. Sicher kann man sich nicht aufs hohe Ross setzen und sagen: „Die“, doch man schluckt schon, ob der Taten von Staats wegen und welche Auswirkungen sie hatten. Mit diesem Kriminalroman hat die Autorin ein beeindruckendes Leseerlebnis geschaffen, das nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.

    4,5 Sterne

  1. Sehr spannend

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 19. Mär 2021 

    Am Strand der kleinen Insel Bargsand wird ein Skelett entdeckt. Für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn wirft dieser Fall viele Fragen auf, denn wer war dieser Mann, der vor dreißig Jahren dort vergraben wurde? Dann wird auf einer Nachbarinsel ein Hamburger Bauunternehmer tot aufgefunden, der auf die gleiche Weise gefesselt war, die der Tote von Bargsand. Die Spuren führen die Ermittler in die Vergangenheit zu Kinderheimen in der damaligen DDR.

    Da ich bereits einige Fälle um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn kannte und mir diese hervorragend gefallen haben, war ich voller Vorfreude auf diesen neuesten Fall. Das toll gestaltete Cover und der spannende Klappentext taten ihr Übriges dazu, dass ich sehr gespannt auf diesen Krimi war.
    Der Schreibstil war gewohnt locker und flüssig zu lesen. Ich war sofort in der Geschichte drin und völlig gefesselt. Ich mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
    Die Charaktere wurden hervorragend gezeichnet. Gerade Frida und Bjarne sind einfach klasse und ich mag insbesondere die privaten Einblicke und Weiterentwicklungen bei ihnen. Das hält mich immer wieder an dieser Reihe fest. Aber auch die anderen Charaktere wurden toll und sehr passend zu ihren jeweiligen Rollen beschrieben.
    Der Plot hat mir wieder sehr gut gefallen. Er war spannend und undurchsichtig konstruiert, so dass ich ausreichend Möglichkeiten zum Miträtseln und Mitfiebern hatte. Ich war sehr gespannt, ob und welche Verbindung es zwischen den beiden Toten gab und welche Geheimnisse und Verbindungen sich zu der Vergangenheit in der DDR ergeben würden. Gerade diese Einblicke in die Kinderheim und wie die Kinder damals gelitten haben unter den Behandlungen und Misshandlungen war schlimm zu lesen. Aber vor der Realität darf man nicht seine Augen verschließen. Und dies wurde hier sehr gut eingearbeitet.
    Die Aufklärung war schlüssig und nachvollziehbar und ich konnte das Buch entspannt zu machen. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall!

    Ein hervorragender Krimi und vierter Fall für Frida und Bjarne. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

  1. Der Tote von Bargsand

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 11. Mär 2021 

    Ein behutsamer Beginn lässt die Zeit, die Protagonisten und das Umfeld kennenzulernen und sich die Entwicklung von Frida und Bjarne Haverkorn in Erinnerung zu rufen. Für Neuleser finde ich das sehr gut und obwohl ich alle Bände der Elbmarsch-Serie kenne, ist das eine prima Aktualisierung.

    Am Ufer einer Elbinsel hat die Flut ein Skelett freigespült. Kein aktuelles Geschehen, die Knochen liegen seit 30 Jahren im Schlick, aber die Haltung und die Seilreste zeigen, dass es ein Mordopfer war. Dann wird nur wenige Tage danach ein weiterer Toter gefunden, ebenfalls auf eine Elbinsel, die gleiche Haltung, die gleiche Fesselung. Die zweite Leiche führt die Ermittler auf eine erste Spur und die weist in die ehemalige DDR und zwar zu den Jugendwerkhöfen genannten Erziehungsheime. Besonders der Hof in Torgau scheint eher einem Arbeitslager geglichen zu haben, im Volksmund damals auch Margots (Honecker) Kinder-KZ genannt.

    Die Autorin lässt ihren Roman auf zwei Zeitebenen spielen, die gegenwärtigen Ermittlungen von Frida und ihren Kollegen ergänzen die Erlebnisse einiger Jugendlicher im Jugendwerkhof zu DDR-Zeiten. Besonders dieser Handlungsstrang ist eindringlich und schwer auszuhalten.

    Neben den Ermittlungen lässt Romy Fölck auch Einblicke in Frida und Bjarnes Privatleben zu, vielleicht mehr als in den vorangegangen Bänden, aber immer in perfekter Mischung zu den Ermittlungen. Das hat mir sehr gut gefallen, Frida und Bjarne Haverkorn werden dadurch noch menschlicher. Auch die Ereignisse auf dem Apfelhof der Paulsens sind eine unterhaltsame Ergänzung.

    Romy Fölck hat einen sehr wendungsreichen Plot komponiert, der die Spannung kontinuierlich steigern kann. Dabei gefielen mir auch die abwechselnden Erzählperspektiven. Was die Beamten über die Jugendwerkhöfe herausfinden, ist ein interessanter, zeitgeschichtlicher Aspekt, den man mit dem beigefügten Link im Nachwort noch vertiefen kann. Die genaue Recherche der Themen ihrer Kriminalromane finde ich bei der Autorin immer bemerkenswert.

    So hat mich auch das neue Buch von Romy Fölck überzeugt.

  1. Ein neuer Fall für Paulsen und Haverkorn

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Mär 2021 

    Auf der kleinen unbewohnten Insel Bargsand mitten in der Unterelbe wird der Schädel eines Skeletts gefunden. Beim Ausgraben entdecken Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, dass der Tote mit gefesselten Händen vor dreißig Jahren im Schlick eingegraben wurde. Als kurze Zeit später ein bekannter Bauunternehmer auf fast ähnliche Art und Weise tot aufgefunden wird, kommen einem schon Gedanken über die Ähnlichkeiten dieser beiden Fälle. Aber die Spurenlage ist dann noch nicht so eindeutig, es gibt sogar Hinweise bis nach Russland und auch in die damalige DDR.

    Die Suche nach Hinweisen führt die beiden Ermittler in einen ehemaligen Jugendwerkhof, einer Art Jugend- und Arbeitsgefängnis. Hier wurde Jugendliche, die sich nicht unterordnen wollten eingesperrt und zur Arbeit verurteilt, damit wollte man sie resozialisieren und auf den rechten Weg bringen. Die Spur führt die Ermittler weiter nach Torgau, dem schlimmsten und berüchtigsten aller Jugendwerkhöfe. Hier landeten nur die ganz schweren Fälle. Die Schilderungen dessen, was damals dort passierte, lässt einem beim Lesen die Haare zu Berge stehen. Es stellt sich dann auch heraus, dass wenigstens eines der Opfer dort gewesen sein muss. Doch was haben die Fälle miteinander zu tun? Warum stirbt das zweite Opfer erst viele Jahre später?

    Romy Fölck hat in ihrem Krimi wieder viele falsche Fährten gelegt. Beim Lesen war ich mir nie sicher, ob es nun so gewesen sein könnte, oder ob es da noch andere Möglichkeiten gab.

    Spannend fand ich auch die Ereignisse im Privatleben der beiden Ermittler. Diese beiden wachsen einem, je mehr man von ihnen liest, Stück für Stück mehr ans Herz. Das kommt sicher auch daher, dass bei beiden nicht immer Eitel Sonnenschein ist, sondern dass sie neben den Ermittlungen auch immer wieder mit privaten Sorgen und Problemen zu kämpfen haben.

    Für mich war dieses Buch ein Stück Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit in Bezug auf die Jugendwerkhöfe. Davon wusste man einfach zu wenig. Ich habe im Nachhinein noch vieles mehr an Informationen gefunden. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesessterne.