Mörderische Wahrheiten

Buchseite und Rezensionen zu 'Mörderische Wahrheiten' von Theresa Prammer
4.6
4.6 von 5 (5 Bewertungen)

Ein Serienmörder geht um in Wien. Mehrere Teenager werden tot aufgefunden, alle gekleidet in gelbe T-Shirts, die Fingernägel rosa lackiert. Das Tatmuster erinnert an eine alte Mordserie zwanzig Jahre zuvor. Doch der
verurteilte Mörder ist gerade im Gefängnis gestorben. War er unschuldig? Carlotta Fiore, Kaufhausdetektivin und gescheiterte Opernsängerin, ermittelt. Sie kennt die Familie des Mörders, der drei Kinder hat. Eine Art Hassliebe verbindet die Geschwister. Carlotta wünscht sich, ihr alter Partner Konrad Fürst könnte ihr helfen, Licht ins Dunkel des verstrickten Familiengeflechts zu bringen. Er hat damals die Ermittlungen geleitet. Doch Konrad ist gerade erst aus dem Koma erwacht und erinnert sich an nichts. Nicht mal an sie. Dann gerät Carlotta ins Visier des Mörders. Werden Konrads Erinnerungen zurückkehren, bevor es zu spät ist?

Format:Broschiert
Seiten:496
EAN:9783471351376

Rezensionen zu "Mörderische Wahrheiten"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Jun 2016 

    Carlotta Fiore unberechenbar, aber erfolgreich

    Die Ermittlungen um zwei verschwundene Mädchen in Wien stagnieren. Keiner hat etwas gesehen, es gibt keine Spur. Dann taucht eines der Mädchen wieder auf. Seltsam verkleidet in grauen Baumwollhosen, gelben T-Shirt und pink lackierten Fingernägeln wird sie ermordet aufgefunden. Von dem anderen Mädchen fehlt jede Spur.

    Carlotta Fiore ist Ermittlerin, aber nicht bei der Polizei. Sie ist Kaufhausdetektivin. Trotzdem wird sie bei dem aktuellsten Fall der Wiener Polizei relativ schnell mit einbezogen. Jedoch ist der Grund hierfür nicht ihre Ermittlungsstärke. Die Bitte um Mitarbeit ist dem Umstand geschuldet, dass Konrad Fürst - ein ehemaliger Ermittler im nun wieder aktuellen Fall gerade aus dem Koma erwacht ist. Carlotta hat sich während des Komas intensiv um Konrad gekümmert und ihn sofort nach dem Erwachen mit nach Hause genommen. Sie hat persönliche Gründe um sich um ihn zu kümmern.

    Der aktuelle Fall ist deshalb so sonderbar, weil er in vielen Einzelheiten und Details, einem alten bereits aufgeklärten Fall entspricht. Nur der Täter von damals ist gerade verstorben. Und dann findet man auch noch seine DNA auf den Opfern. Konrad Fürst hatte damals den Täter überführt, deshalb erhofft man sich nun von ihm die entscheidende Hilfe.

    Ob Carlotta und Konrad den Fall aufklären können und den Mörder überführen. Lest es selbst.

    Ich habe selten so einen rasanten Krimi gelesen. Ja rasant. Carlotta als Ermittlerin ist ein wenig verrückt, sehr impulsiv und man kann eigentlich nie voraussehen, was als nächstes geschehen wird. Sie war mir als Protagonistin ausgesprochen sympathisch. Ihre Eigenarten, ihre Handlungen waren manchmal einfach nur verrückt. Aber das Buch hat davon so unglaublich profitiert. Es hat Spaß gemacht und es war spannend diesen Krimi zu lesen.

    Ich vergebe verdiente 5 Lesesterne für diesen Krimi.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Mai 2016 

    Wieder ein großer Wurf

    Teresa Prammers zweiter Krimi „Mörderische Wahrheiten“ knüpft nahtlos an ihren ersten Erfolgsband „Wiener Totenlieder“ an. Aber keine Angst, man muss das erste Buch nicht kennen, um sofort von der Geschichte gefangen genommen zu sein und allen Handlungssträngen zu folgen zu können.
    Konrad Fürst ist aus dem Koma erwacht und gleich danach fordert sein ehemaliger Polizeichef seine Hilfe ein. Vor 30 Jahren, noch als aktiver Polizist, überführte Fürst den Serienkindermörder Riedl und nun, kurz nach dem Tod des Mörders im Gefängnis, gibt es erneut eine Serie von Kindermorden, die nicht nur alle Merkmale der damaligen Taten aufweist, sondern auch die DNA Spuren Riedls. Carlotta Fiore, die schon mit Fürst im letzten Band zusammenarbeitete und vielleicht sogar noch engere Bande an ihn hat, ist nun gefordert, denn Fürst hat nach der langen Zeit im Koma noch erhebliche Gedächtnislücken. So führt sie Gespräche mit Riedls Kindern und der Ehefrau, die nur ungern an die Stigmata erinnert werden, die sie als Familie eines Mörders zu erleiden hatten. Besonders zu Moritz Riedl, den jüngsten Sohn, in den sie sich sehr gut einfühlen kann, entwickelt sie eine besondere Verbundenheit, da sie die Gemeinsamkeit einer traumatischen Kindheit teilen.
    Der Ermittlungsdruck ist hoch, weil es bereits mehrere getötete Kinder gibt und als nun Fanny, eine taffe 13jährige verschwindet, die Carlotta seit einiger Zeit gut kennt und auch als Babysitterin im Haushalt Fiore/Fischer fast ein zweites Zuhause hat, nimmt dieser Fall auch eine persönliche Wendung für Lotta.
    Das Buch ist stark geprägt von der vielschichtigen Persönlichkeit der Carlotta Fiore, die zwar etwas zur Ruhe gekommen ist, aber noch lange nicht alle seelischen Verletzungen überwunden hat. Immer noch muss sie mit ihren inneren Dämonen kämpfen und hat auch immer noch Schwierigkeiten, Nähe zuzulassen. Spontan, kein Risiko scheuend, trotzt Carlotta dem Kripochef ihre Teilnahme an den Ermittlungen ab. Manche ihre Aktionen scheinen überzogen, passen aber zur beschriebenen Persönlichkeit. Darunter leidet auch ihre Beziehung zu Hannes Fischer, dem Vater ihres Kindes, der ihre Alleingänge wenig schätzt. So wird diese noch junge Beziehung bis zur Zerreißprobe belastet. Genau wie Carlottas Temperament ist die Spannung des Buches immer kurz vor dem Siedepunkt. Bis zur Auflösung um das Rätsel des Wiederholungstäters erleben die Protagonisten ein Auf und Ab der Gefühle, die den Leser kaum zu Atem kommen lassen. Dieses Tempo und die Spannung machen auch kleine Logiklücken wieder wett (kann ein hoher Beamter eine Zivilperson mit Amnesie vor eine Pressekonferenz zerren?)
    Bis hin zu den Nebendarstellern, hat die Autorin kraftvolle Persönlichkeiten beschrieben, die mit ihren Ecken und Kanten sehr lebendig werden. Sie sind psychologisch stimmig, Henriette zum Beispiel, ist eine solche Person, die zwar in diesem Band eine Nebenrolle spielt, die dem Leser trotzdem ans Herz wächst.
    Mit Carlotta hat die Autorin eine Figur geschaffen, die aus der Masse der Privatermittler herausragt. Unangepaßt, menschlich und verletzlich, aber letztendlich auch daraus ihre Stärke schöpfend. Schon nach dem ersten Band „Wiener Totenlieder“ war ich begeistert, die Autorin hat in diesem Buch ihr Können nochmal unter Beweis gestellt.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 05. Mai 2016 

    Carlotta ermittelt wieder

    In Wien treibt ein Serienkiller sein Unwesen, der anscheinend die Taten eines vor 30 Jahren verurteilten und inzwischen verstorbenen Mörders imitiert und sogar dessen DNA an den Opfern zurücklässt. Die Polizei steht vor einem aussichtslos erscheinenden Rätsel. Diese Tatsache veranlasst den Ermittler Krump Konrad Fürst in die Ermittlungen einzubeziehen, der die damaligen Ermittlungen geleitet hatte. Konrad, der gerade erst aus einem 18-monatigen Koma erwacht ist und an Amnesie leidet. Unterstützt wird er von Lotta Fiore, die mit ihm vor seinem Unfall zusammen an den Opermorden gearbeitet hat und die möglicherweise seine Tochter ist. Lotta und ihre Lieben werden immer tiefer in die Ermittlungen verstrickt und geraten in höchste Gefahr.

    „Mörderische Wahrheiten“ ist der zweite Teil der Trilogie um die eigenwillige Ermittlerin Lotta Fiore von der Autorin Theresa Prammer. Es ist ein Band, der für sich steht, es ist nicht nötig, den ersten Band gelesen zu haben. Doch ich bin mir sicher, wer dieses neue Buch lieben wird, möchte danach gern genau wissen, wie die Geschichte um Lotta und Konrad begann. Theresa Prammer hat all ihre Figuren liebevoll und tiefgehend angelegt, die netten ebenso wie die unausstehlichen. Ihre Art zu schreiben sowie die Perfektheit ihrer Dialoge vermitteln mir als Leserin Authentizität und lassen die Geschichte regelrecht zum Leben erwecken und als Film vor meinen Augen ablaufen. Die Autorin verwendet eine schöne und runde Sprache, sie schreibt in einem hervorragenden Tempo, das mich oft atemlos zurückgelassen hat, sie kann den von ihr kreierten Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht erhalten.

    Nur zu gerne vergebe ich dem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und vergebe ihm ein gedachtes Extra-Sternchen für die besonders starken Emotionen, die das Buch mir geschenkt hat, und die exzellent angelegten Figuren, mit denen ich im echten Leben befreundet sein möchte. Der Autorin Theresa Prammer kann ich nur gratulieren und meinen imaginären Hut vor ihrer Leistung ziehen; sie hat mit diesem neuen Band um Carlotta Fiore erneut ein Meisterwerk vorgelegt und anspruchsvolle Hochspannung abgeliefert. Absolut empfehlen möchte ich das Buch allen Lesern feinster Kriminalliteratur, die Tiefgang in den Charakteren bevorzugen und eine bis ins Detail stimmige Geschichte erwarten.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 26. Apr 2016 

    Carlotta ermittelt wieder

    Mörderische Wahrheiten ist ein Kriminalroman von Theresa Prammer und im List Verlag erschienen

    Carlotta Fiore, Tochter der Verstorbenen Opernsängerin Maria Fiore, wird in einen Fall verwickelt, der anscheinend von Alfred Riedl verübt wurde. Nur Alfred Riedl, der für seine Taten bereits vor 30 Jahren inhaftiert wurde, verstarb vor wenigen Tagen in der Haft. Wie kann es also sein, dass die Taten nicht nur nach demselben Muster verübt wurden, sondern Riedls Blut an den Opfern gefunden wurde. Ist der 21er Mörder, wie Riedl damals genannt wurde, wieder da? Wie hängt alles zusammen? Carlotta möchte den Fall lösen, zumal ihr guter Freund Konrad Fürst, die damalige Ermittlung führte, und Riedl auch im Nachhinein noch im Gefängnis besuchte. Er schien Zweifel gehabt zu haben, denn er notierte sich eine Zahl , die von Bedeutung sein könnte. Doch Carlotta kann Konrad nicht fragen, denn dieser ist kürzlich erst aus dem Koma erwacht, und leidet an Amnesie. Er weiß auch nicht mehr, dass er wahrscheinlich Carlottas leiblicher Vater ist, und Maria Fiore sie damals lediglich aufgriff und als ihr Kind aufzog.
    Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn es gibt mittlerweile mehrere Opfer, alle im gelben T-Shirt und lackierten Fingernägeln, wie bei Alfred Riedl.......

    Carlotta Fiore ermittelt wieder! Dies ist der zweite Teil aus dieser Reihe.
    Das Buch hat mir gut gefallen, es lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Zu Beginn war es schwierig für mich den privaten Dingen der Figuren zu folgen, da mir der erste Teil nicht bekannt ist. So nach und nach bekam ich dann aber doch genügend Informationen, um mir auch über die Vergangenheit von Carlotta und Konrad ein Bild machen zu können. Das ist auch relativ wichtig, da diese Details sich durch die gesamte Story ziehen.

    Carlotta als Person wirkte sehr quirlig auf mich. Sie hat ihren Weg noch nicht so ganz gefunden, da viele Enttäuschungen und turbulente Ereignisse sie immer wieder aus der Bahn geworfen haben. Dennoch gibt sie nicht auf, und versucht auch Konrad zu helfen wo sie nur kann. Der Zwiespalt, ob er nun ihr Vater ist oder nicht, macht es nicht leichter.
    Hannes Fischer hat als Carlottas Freund mit ihrer Sprunghaftigkeit zu kämpfen, spielt auch eher eine nebensächliche Rolle in diesem Teil. Ihr gemeinsamer Sohn Konny ist ein halbes Jahr alt, und wird sehr oft bei der Nachbarin Anna, oder der verrückten Schwester Carlottas geparkt, damit Carlotta Nachforschungen betreiben kann. Das wirkte manchmal schon ein wenig unglaubwürdig. Immer wenn Carlotta einer Eingebung folgen möchte ist ein passender Babysitter zur Stelle.....

    Die Geschichte um Riedl und den damaligen und jetzigen Morden ist interessant. Hätte mir aber ein spektakuläreres Ende gewünscht. Dennoch spreche ich eine Lesemphlung für diesen Krimi aus, da er mich gut unterhalten hat.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 16. Apr 2016 

    Der 21-Mörder

    Nach achtzehn Monaten erwacht der ehemalige Kommissar Konrad Fürst endlich aus dem Koma. Charlotta Fiore, die vielleicht seine Tochter ist, hat ihn jeden Tag besucht. Sie ist überglücklich. Doch zunächst erkennt Konrad sie überhaupt nicht und alles ist anders als gehofft. Zur gleichen Zeit verschwindet ein junges Mädchen, das kurz darauf ermordet aufgefunden wird. Die Tatumstände erinnern sehr an eine Mordserie, die vor dreißig Jahren stattgefunden hat. Damals war Konrad der leitende Ermittler. Sein damaliger Kollege Krump möchte ihn am Liebsten zu den Ermittlungen hinzuziehen. Doch wie soll das gehen, wo Konrad sich kaum an etwas erinnert. Erstmal nimmt Charlotta Konrad zu sich in die Wohnung, die früher Konrads war.

    Morde an Kindern und Jugendlichen erscheinen immer ganz besonders perfide und schlimm. Man wünscht sich, sie würde erst nicht geschehen. Natürlich ermittelt die Wiener Polizei fieberhaft. Krump allerdings zeichnet sich eher durch schnelles und vor allem voreiliges Vorpreschen aus. Und auch Hannes kann nicht so engagiert agieren, wie man vielleicht von ihm erwarten würde, schließlich hat Charlotta gerade seinen Heiratsantrag abgelehnt. Charlotta beginnt deshalb selbst Nachforschungen anzustellen. Wie so oft hilft dabei der berühmte Name ihrer verstorbenen Mutter, durch den sich viele Türen öffnen. Das Weiterkommen gestaltet sich jedoch schwierig und bald gibt es den nächsten Todesfall.

    Auch in diesem zweiten Band um Charlotta Fiore steht der jungen Frau ihre Vergangenheit und ihr mangelndes Selbstwertgefühl im Weg. Ihr Privatleben gerät dadurch sehr aus den Fugen. Auch die Übernahme von Konrads Betreuung macht die Sache nicht leichter. Der neue Fall ist da beinahe eine willkommene Ablenkung. Erst als der Eindruck entsteht, es könnte Konrad etwas besser gehen, treten die Ermittlungen mehr in den Vordergrund. Man bekommt eine Ahnung wie eine Zusammenarbeit zwischen Konrad und Charlotta aussehen könnte. Vielleicht erscheint die Konzentration aufs Private bei diesem Kriminalroman zunächst sehr betont, doch wenn im weiteren Verlauf die Hintergründe klarer werden, rückt doch alles an seinen Platz. Die Klärung des komplexen Falles gestaltet sich unkonventionell und spannend. Je weiter die Handlung voran schreitet, desto mehr wird man von den Ereignissen in den Bann gezogen. Von Charlotta Fiore und ihren Lieblingsmenschen möchte man gerne mehr erfahren.