Mit kalter Präzision

Buchseite und Rezensionen zu 'Mit kalter Präzision' von Prof. Dr. Michael Tsokos
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4 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Mit kalter Präzision"

»Mit kalter Präzision« ist der Start der neuen rechtsmedizinischen Reihe von Michael Tsokos. Hauptfigur ist Dr. Sabine Yao, die wir bereits als Rechtsmedizinerin im Sektionssaal an der Seite von Dr. Fred Abel aus der berühmten Fred Abel-Thriller-Reihe von Michael Tsokos kennen. Als neue stellvertretende Chefin der Abteilung Rechtsmedizin bei der BKA-Einheit »Extremdelikte« in Berlin steht sie nun vor ihrem ersten eigenen Fall: Die Ehefrau des renommierten Schönheitschirurgen Roderich Kracht wurde in ihrer Villa in einem exklusiven Berliner Wohnort stranguliert. Da Roderich Kracht ein einflussreicher Mann ist, mit vielen prominenten Freunden, die für sich, ihre Frauen oder Geliebten seine Dienste diskret in Anspruch genommen haben, zieht der Fall schnell Kreise in die Höhen von Politik und Justiz. Den ermittelnden Behörden darf kein Fehler unterlaufen, erste Ergebnisse werden von höchster Instanz erwartet. Unter Hochdruck arbeiten die Ermittler und Rechtsmediziner am Tatort. Zusammen mit ihrem Kollegen Jörgensen aus dem Landesinstitut untersucht die deutsch-chinesische Rechtsmedizinerin die tote Ehefrau. Tötungsart und Todeszeitpunkt sind schnell bestimmt. Und damit scheidet Roderich Kracht sofort als Täter aus, er hat für die Todeszeit seiner Frau ein wasserdichtes Alibi. Aber es tauchen Unstimmigkeiten auf, denn das Stadium der Totenstarre des Opfers sorgt für große Irritationen und lässt alle Experten am festgelegten Todeszeitpunkt zweifeln. Ein rechtsmedizinisches Novum: Totenstarre und die errechnete Todeszeit stimmen partout nicht überein. Als in einem weiteren Fall, der möglicherweise mit dem Mord in Zusammenhang steht, ebenfalls Unstimmigkeiten auftreten, erkennt Sabine Yao, dass sie von nun an mit größter Vorsicht vorgehen muss. Offensichtlich ist ein Serienkiller mit rechtsmedizinischer Expertise am Werk, der Yao immer einen Schritt voraus ist. Mit der Unterstützung ihres Chefs und Mentors Prof. Paul Herzfeld und der IT-Spezialistin Sara Wittstock gelingt es Yao schließlich, dem Täter und seinen perfiden Taten immer weiter auf die Spur zu kommen. Doch der Mörder schreckt vor nichts zurück und lockt die Rechtsmedizinerin in eine tödliche Falle ...

Format:Broschiert
Seiten:400
Verlag: Knaur TB
EAN:9783426528709

Rezensionen zu "Mit kalter Präzision"

  1. Erster Fall für Sabine Yao

    Inhalt:
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    Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao hat vorher an der Seite von Dr. Fred Abel gearbeitet und tritt nun seine Nachfolge an. In ihrem ersten eigenen Fall befasst sie sich zunächst mit dem Tod der Ehefrau des Schönheitschirurgen Roderich Kracht. Da dieser ein sehr einflussreicher und angesehener Mann ist, ist der Fall besonders heikel. Alles deutet zunächst darauf hin, dass Kracht nichts mit dem Tod zu tun hat. Doch dann ergeben sich Unstimmigkeiten bei der Bestimmung des Todeszeitpunkts und auf einmal merkt Yao, dass es möglicherweise auch bei anderen Todesfällen Zusammenhänge mit Kracht geben könnte. Doch dies gerichtsfest nachzuweisen ist nicht so einfach. Und während der Ermittlungen merkt Yao nicht, dass sie sich selbst in tödliche Gefahr begibt.

    Mein Eindruck:
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    Ich hatte schon viel über Michael Tsokos und seine Gerichtsthriller gehört. Dennoch war dies der erste Roman, den ich von ihm gelesen hatte. Somit musste ich mich erst mal mit der Protagonistin Sabine Yao vertraut machen und auch ihr Chef Prof. Paul Herzfeld und ihr Ex-Kollege Dr. Fred Abel kommen dieses Mal wieder vor. Diesbezüglich ist es Herrn Tsokos gelungen, mich abzuholen. Die Charaktere werden ausreichend beschrieben und ich kam schnell in die Handlung hinein.
    Eigentlich lese ich gerne Krimis mit realen Hintergründen und bin auch an rechtsmedizinischen Themen sehr interessiert. Obwohl der Fall sehr raffiniert ist und man dabei viel über Todesstarre und deren Beeinflussung sowie über Gifte und Möglichkeiten der Strangulation erfährt, empfand ich viele Passagen als zu ausführlich und vor allem zu nüchtern ausgeführt. Der Lesefluss wurde durch zu detaillierte Beschreibungen der Tatorte und der medizinischen Details immer wieder unterbrochen. Es wirkte, als wäre der Autor einen Tick zu bemüht, sein umfangreiches Fachwissen unbedingt in die Handlung einbringen zu müssen. Durch die Einschübe, in denen die Handlung sich mit der Schwester von Sabine Yao befasst, die in einer psychiatrischen Klinik verweilt und um die sie sich sehr sorgt, hätte es meiner Ansicht nach auch nicht bedurft. Sie ziehen die Handlung unnötig in die Länge.
    Sabine Yao wirkt auf mich wie der perfekte Mensch, der seine Emotionen immer unter Kontrolle hat und für den Arbeit stets an erster Stelle steht. Es mag solche Charaktere geben, aber für mich ist sie dadurch einen Hauch zu perfekt und unnahbar und ich konnte wenig Empathie für sie aufbringen.
    Alles in allem ist dies für mich weniger Thriller als gerichtsmedizinischer Krimi. Erst gegen Ende nimmt die Spannung stark zu, aber das betrifft nur geschätzt das letzte Viertel des Romans.

    Fazit:
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    Ein Krimi mit zu viel Detailverliebtheit und Szenen, die die Handlung unnötig in die Länge ziehen. Gerichtsmedizinisch sehr aufschlussreich!

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  1. Ein anschaulich geschriebener Rechtsmedizin-Thriller

    Inhalt: Die Frau des bekannten Berliner Schönheitschirurgen Roderich Kracht wird in der Villa des Ehepaars ermordet aufgefunden. Da Kracht Kontakte in die höchste Riege der Politik und Polizei besitzt, werden weder Kosten und Mühen noch Personal gescheut, um den Mord möglichst schnell aufzuklären. Auch die Rechtsmedizinerin Sabine Yao wird in dem Fall eingesetzt – und entdeckt bei der Obduktion rechtsmedizinisch Unmögliches: Der errechnete Todeszeitpunkt findet keine Entsprechung in dem Zustand der Leichenstarre.

    Persönliche Meinung: „Mit kalter Präzision“ ist ein Thriller von Michael Tsokos. Es handelt sich um den Auftakt einer neuen Reihe, in der Sabine Yao in die Rolle der Ermittlerfigur schlüpft (man trifft aber auch auf einige bekannte Figuren aus anderen Tsokos-Thrillern). Erzählt wird die Handlung von einem allwissenden Erzähler, der meist die personale Perspektive von Yao einnimmt. Wie der Untertitel von „Mit kalter Präzision“ schon angibt, handelt es sich bei dem Roman um einen „Rechtsmedizin-Thriller“ – und das findet sich auch an mehreren Stellen in der Handlung wieder: Leichen werden detailliert obduziert, Todesursachen werden diskutiert, Todeszeitpunkte werden berechnet und historische rechtsmedizinische Kriminalfälle werden erzählt. Dies erfolgt – soweit ich es als Laie beurteilen kann – authentisch sowie theoretisch fundiert. Spannung entsteht in „Mit kalter Präzision“ weniger durch die Frage nach der Täterfigur (diese steht – durch fehlende zusätzliche potentielle Täter – vergleichsweise früh fest), sondern eher durch die Frage, wie man der Täterfigur ihre Taten nachweisen kann (und generell durch das wahre Ausmaß der Tathandlungen). Neben dem eigentlichen Fall spielt auch das Privatleben von Sabine Yao eine größere Rolle: Ihre Schwester befindet sich – aus Gründen, die ich hier nicht spoilern möchte – in psychiatrischer Behandlung, was auch Yao mitnimmt. „Mit kalter Präzision“ ist anschaulich geschrieben, trotz der „Theorielastigkeit“ eingängig (und nicht trocken) erzählt und lässt sich flüssig lesen. Insgesamt ist „Mit kalter Präzision“ ein anschaulich geschriebener Thriller, der mit einer gehörigen Portion Rechtsmedizin-Insiderwissen auftrumpft.

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  1. Gegner auf Augenhöhe

    Auch dieses Buch hat mich wieder begeistert. Der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut und er weiß auch, wovon er schreibt.
    Das kann die eine oder andere längere Schilderung aus dem Sektionssaal sein, oder auch schon recht detaillierte Schilderungen, waie es in der Rechtsmedizin so zugeht. Aber das ist eben auch ein Alleinstellungsmerkmal dieses Autors. Und das gefällt mir persönlich sehr gut, diese andere Sichtweise und Ermittlungsweise.
    Wobei die Figur der Sabine Yao , ja ein bisschen so angelegt ist, dass sie in die Welt der polizeilichen Ermittlungen eintauchen kann. Was mir auch sehr gut gefällt, ist, dass Herr Tsokos mit immer wiederkehrenden Figuren arbeitet, die auch ein paar charakteristische Eigenheiten mitbringen, so dass man sie serienübergreifend ganz gut einordnen kann. Alle Protagonisten auf Seiten der Polizei sind sehr gut ausgearbeitet und stehen auf der richtigen Seite des Gesetzes. Auch die Mischung zwischen privaten Befindlichkeiten und Problemen und dem eigentlichen Fallensemble ist sehr gut ausbalanciert.
    Man weiß immer genauso viel wie die Ermittler, was die Spannung die ganze Zeit über hoch hält, obwohl die Auflösung relativ früh kommt. Aber dann bezieht das Buch seine Spannung aus dem Charakter des Antagonisten und der Frage, welche perfiden Tricks es in der Rechtsmedizin wirklich gibt.
    Zwei Gegner auf Augenhöhe, so könnte die Überschrift lauten, wobei Sabine Yao durch und durch zu den Guten gehört.
    Das Ende des Buches war mir etwas zu rasant, ich persönlich hätte mir einen anderen Showdown gewünscht. Aber gut, das ist Meckern auf hohem Niveau.

    Fazit: Ein toller Thriller mit vielen forensischen Elementen, spannend und irgendwie freut man sich als Leser schon auf eine mögliche Fortsetzung.

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  1. Auftakt einer neuen Reihe

    Dr. Sabine Yao wird zu einem Tatort gerufen. Die Frau des renommierten Berliner Schönheitschirurgen Roderich Kracht wurde erwürgt aufgefunden. Trotz wasserdichtem Alibi wird der Ehemann verdächtigt, denn bei der Obduktion traten Unstimmigkeiten auf. Als weitere teilweise ältere Todesfälle Kracht zugeordnet werden gerät die Rechtsmedizinerin in den Focus des Täters.
    Nach Fred Abel und Paul Herzfeld ist nun Dr. Sabine Yao der Star der neuen Rechtsmedizin-Thriller-Reihe von Michael Tsokos. Ich war sehr gespannt auf den ersten eigenen Fall von Dr. Yao. Etwas ausschweifende Personen- und Ortsbeschreibungen machten es mir anfangs schwer in die Story abzutauchen. Mit Informationen zu Obduktionen und Untersuchungen teilweise überladene Sätze erfordern Konzentration beim Lesen. Viele Passagen im Fachjargon bremsten meinen Lesefluss.
    Kurze Kapitel mit Zeit- und Ortsangaben erschaffen eine spannende Atmosphäre, allerding hätte ich mir in der Handlung mehr Nervenkitzel gewünscht. Obwohl ziemlich schnell der Täter feststand, fand ich es sehr interessant zu verfolgen, wie Dr. Yao beharrlich und zielstrebig die vorhandenen Spuren untersucht hat und letztendlich den Täter festgenagelt hat.

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