Mind Control

Buchseite und Rezensionen zu 'Mind Control' von Stephen King
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

In Zimmer 217 ist etwas aufgewacht. Etwas Böses. Brady Hartsfield, verantwortlich für das Mercedes-Killer-Massaker mit vielen Toten liegt seit fünf Jahren in einer Klinik für Neurotraumatologie im Wachkoma. Seinen Ärzten zufolge wird er sich nie erholen. Doch hinter all dem Sabbern und In-die-Gegend-Starren ist Brady bei Bewusstsein – und er besitzt tödliche neue Kräfte, mit denen er unvorstellbares Unheil anrichten kann, ohne sein Krankenzimmer je zu verlassen. Ex-Detective Bill Hodges, den wir aus Mr. Mercedes und Finderlohn kennen, kann die Selbstmordepidemie in der Stadt schließlich mit Brady in Verbindung bringen, aber da ist es schon zu spät.


Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:528
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453270862

Rezensionen zu "Mind Control"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 25. Sep 2016 

    Leider nicht so gut wie die Vorgänger

    Mit „Mr. Mercedes“ hat Stephen King (wieder einmal) die Fangemeinde gespalten. Die einen verdammten ihn dafür, einen ganz normalen Thriller geschrieben zu haben. Fern ab von Horror und übersinnlichem. Die anderen, zu denen auch ich mich zähle, fanden diese gänzlich untypische Geschichte klasse, habe auch den Nachfolgeband „Finderlohn“ inhaliert und voller Spannung auf den Abschluss der Hodges-Trilogie gewartet. Hier ist „Mind Control“ nun.

    Gleich vorab: Der Klappentext verrät meiner Meinung nach viel zu viel über den Inhalt der Geschichte. Zu viel des Überraschungsmoments wird genommen, den das Buch beim Leser hätte erzeugen können. Auf der anderen Seite war man allerdings so auch vorgewarnt, dass King den Abschluss der Reihe in eine etwas andere Richtung laufen lassen wird. Und hier liegt für mich dann auch das größte Problem. Ich mochte die Art, in der die ersten beiden Bücher verfasst waren. „Mind Control“ verfolgt diesen Weg zwar zum Teil auch, dreht aber etwa ab 110 Seiten in Richtung Übersinnlich ab. Eben diese Wendung konnte mich dann auch bis zum Schluss nicht so richtig überzeugen, sondern wirkte stellenweise, als ob sie nur dazu gedacht wäre, Hodges Nemesis am Leben zu erhalten. Das ist natürlich jetzt in erster Linie mein persönlicher Geschmack und ändert nichts daran, dass es King gelungen ist, seinem Roman ein konstant hohes Spannungslevel zu verpassen. Die Krimi-/ Thrillerwurzeln, die die Bill Hodges-Reihe hat, werden aber glücklicherweise nicht gänzlich verlassen. Weite Teile des Romans folgen immer noch dem Schema der Vorgänger. Das Finale setzt dann in Sachen Spannung noch einen oben drauf, ist sehr temporeich und hat es wieder mal geschafft, mich sprichwörtlich direkt an der Kehle zu packen.

    Die Charaktere seiner Bücher gelten schon lange als Kings größte Stärke, was er auch in „Mind Control“ wieder unter Beweis stellt. Besonders im Hinblick auf die komplette Reihe kann man eine groß angelegte, glaubwürdige und sehr interessante Figurengestaltung beobachten. Im Laufe der Jahre altern die Akteure um 6 Jahre; die Sprünge merkt man ihnen in jedem Band aufs Neue an. Die Entwicklung ist glaubwürdig, egal wen man hierbei genauer betrachtet. Besonders Hodges macht dabei das Alter dieses Mal sehr zu schaffen, wenn auch nicht ausschließlich auf Grund normaler Alterserscheinungen. Das sorgt für zusätzliche Dramatik und schlägt sich im Finale ordentlich nieder. Genial finde ich auch den Einfall, eine Nebenfigur aus den ersten beiden Bänden mit einem Fingerschnipsen in eine tragende Rolle zu hieven – und das auch noch so glatt über die Bühne zu bringen, dass man sich eigentlich nichts anderes vorstellen kann, als ob das von der ersten Seite in „Mr. Mercedes“ an Kings Plan gewesen wäre.

    Stilistisch muss man über Stephen King nicht viele Worte verlieren. Wo seine frühen Romane noch wild, ungeschliffen und mitunter sehr bissig ausgefallen sind, lässt sich seit einigen Jahren eine deutlich glattere Schreibweise feststellen. Dabei lässt sie aber die Stärken nicht vermissen. Die Fähigkeit, Bilder im Kopf des Lesers zu erschaffen und Charaktere aus dem Handgelenk zu schütteln, die echt und lebendig wirken. Sicherlich hat in der deutschen Fassung Bernhard Kleinschmidt seinen Teil dazu beigetragen, denn seine Übersetzung liest sich flüssig und rund.

    Fazit:

    „Mind Control“ lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite finden sich alle Stärken der Vorgängerromane wieder. Bodenständige, glaubhafte Figuren, ein konstant hohes Spannungslevel und eine lebendige Erzählweise. Leider kann ich mich mit dem übernatürlichen Part nicht anfreunden. Er wirkt streckenweise arg aufgesetzt und als notwendiges Übel eingebaut, um Brady Hartfield weiter in der Geschichte zu halten. Alles in allem überwiegen jedoch die starken Seiten, weswegen man das Buch immer noch als guten Abschluss für die Hodges-Reihe sehen kann.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 19. Sep 2016 

    Immer noch der Meister

    In Zimmer 217 ist etwas aufgewacht. Etwas Böses. Brady Hartsfield, verantwortlich für das Mercedes-Killer-Massaker mit vielen Toten liegt seit fünf Jahren in einer Klinik für Neurotraumatologie im Wachkoma. Seinen Ärzten zufolge wird er sich nie erholen. Doch hinter all dem Sabbern und In-die-Gegend-Starren ist Brady bei Bewusstsein – und er besitzt tödliche neue Kräfte, mit denen er unvorstellbares Unheil anrichten kann, ohne sein Krankenzimmer je zu verlassen. Ex-Detective Bill Hodges, den wir aus Mr. Mercedes und Finderlohn kennen, kann die Selbstmordepidemie in der Stadt schließlich mit Brady in Verbindung bringen, aber da ist es schon zu spät.

    Ich möchte mich ganz herzlich beim Heyne Verlag bedanken, die mir das Buch zur Verfügung gestellt haben.

    Nachdem mir "Mr. Mercedes" und "Finderlohn" sehr gut gefallen hatten, musste ich natürlich auch den 3. Band der Bill-Holges-Reihe "Mind Control" lesen. Ich musste ja wissen, wie die Geschichte endet. Und leider ist sie jetzt zu Ende. Viel zu schnell waren die 530 Seiten gelesen und jetzt heißt es warten, auf das nächste Buch des Meisters.

    Brady Hartsfield, der auch so schon durchgeknallt und böse genug ist, wacht aus dem Koma auf und hat neue Kräfte. Und die weiß er leider auch zu nutzen, so dass Holly und Bill wieder den Kampf gegen das Böse antreten müssen. Ich möchte nicht spoilern, deshalb kann ich nur sehr wenig zu der Geschichte schreiben. Ich fand sie, auch wenn es ein 3. Teil war, etwas kurz. Ich hätte noch ewig weiterlesen können.

    Die Charaktere sind wieder so liebenswürdig, böse oder nervig, wie auch in den beiden anderen Bänden. Neu ist, dass die Geschichte einen mystischen Touch bekommen hat. Das hat mir richtig gut gefallen. Aber irgend etwas hat mir dieses mal gefehlt. Es hätte ein klein wenig spannender sein können und das Ende kam leider genau so, wie ich es befürchtet hatte.

    Ich würde mir mal wieder einen King wie früher wünschen. Einen der trieft vor Horror und so richtig böse ist. Etwas wie "Es" oder "The dark Half" oder "The Stand" Etwas bei dem man sich so richtig schön gruseln kann, denn die letzten Bücher waren alle mehr Thriller als Horror.

    Trotzdem ist es Mister King wieder gelungen, mich mit seinem tollen Schreibstil zu fesseln und Bilder in meinen Kopf zu zaubern. Seine Charaktere sind so lebhaft, so authentisch, dass man eigentlich erwartet, dass sie gleich zur Tür hereinkommen. Es gibt keinen Schriftsteller, der mich seit 30 Jahren so bei der Stange hält. Der mich so beeindruckt, dass ich mir wirklich jedes Buch zulege, verschlinge und ins Regal stelle. Sie auch gerne mehrmals lese. Ein Leben ohne die Bücher des Autors kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.

    Auch wenn manche Kritiker vielleicht behaupten, es wäre Schund was King schreibt, ist er für mich einer der besten Schriftsteller überhaupt. Jedes einzelne Buch von ihm hat mich gefesselt und das sind nicht wenige. Alle Bücher bekamen von mir zwischen 4 und 5 Punkte und auch "Mind Control" bekommt 4 Punkte von mir, weil ich geradezu durch die Seiten flog. Ich hoffe, der Meister lässt uns nicht allzu lange auf ein neues Buch warten. Ja, ich bin King-süchtig und stolz drauf. Bitte noch viel mehr davon.

    © Beate Senft