Milchzähne: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Milchzähne: Roman' von Helene Bukowski
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2 von 5 (2 Bewertungen)

Broschiertes Buch
Eines Tages steht das Kind plötzlich da, die Haare feuerrot leuchtend inmitten des Kiefernwaldes, und gehört niemandem. Skalde nimmt es mit zu sich, obwohl sie weiß, dass die anderen, die in der abgelegenen Gegend leben, das nicht dulden werden.
Skalde und ihre Mutter Edith gehörten selbst nie richtig zur Gemeinschaft, seit Edith vor mehr als zwei Jahrzehnten plötzlich triefend am Ufer des Flusses stand, von dem die Anderen sich erhofft hatten, er würde sie vor der im Chaos versinkenden Welt beschützen. Mutter und Tochter lieben einander auch, weil ihnen nichts übrig bleibt: Gegen die Bedrohung müssen sie zusammenhalten. Vor allem jetzt, da immer klarer wird, dass das Leben des Kindes - und ihr eigenes - in Gefahr ist ...
Helene Bukowski hat einen atemberaubenden Debütroman von so zeitloser Gültigkeit wie brisanter Aktualität geschrieben, einen Bericht aus einer verrohten Welt, die irgendwo auf uns zu warten droht.

"Helene Bukowski hat ein modernes Märchen geschrieben. Warmherzig, doch nicht sentimental. Vertraut und doch geheimnisvoll. Für ein paar Tage lebte ich dort, in diesem alten Haus am Waldrand, mit Skalde, Edith und Meisis und als es vorbei war, musste man mich mit Gewalt vom Türrahmen lösen. Selten sind mir Figuren so ans Herz gewachsen." Philipp Winkler

"Ein Roman wie ein Wachtraum aus der verbotenen Zone. Wer sich hinein begibt, verliert sich darin. Und wird mit einem Finale belohnt, das zu Tränen rührt." Thomas Klupp

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
Verlag: Blumenbar
EAN:9783351050689

Rezensionen zu "Milchzähne: Roman"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 10. Aug 2019 

    Zeit- und ortlos

    Skalde lebt mit ihrer Mutter irgendwo im Nirgendwo. Mutter und Kind versorgen sich selber. Skalde lernt die Welt aus Büchern kennen. Nach und nach stellt sich heraus, dass es wohl eine Klimakatastrophe gegeben hat und dass die beiden wohl in einer Gemeinschaft mit anderen Menschen leben, von diesen aber nur geduldet werden. Dann findet Skalde im Wald ein Kind. Von diesem Zeitpunkt an kippt die Gemeinschaft, es beginnt ein zähes Verhandeln ums Überleben.
    Milchzähne ist der Debütroman der jungen Autorin Helene Bukowski. Die Schriftstellerin hat um sich auf dieses Buch vorzubereiten, selbst einige Zeit zurückgezogen in einer Hütte verbracht.
    Es ist eine zeit- und ortlose Geschichte, die aus Skaldes Perspektive erzählt wird. Es gibt keine konkreten Anhaltspunkte, was mit der Welt, mit den Menschen passiert ist. Edith warnt ihre Tochter Skalde, als diese noch klein war, vor einer diffusen Gefahr.
    »Geh nicht weiter als bis zur Brombeerhecke«, schärfte Edith mir ein. Für sie selbst galt diese Regel nicht. Sie ging, wenn sie glaubte, dass ich schlief.“
    Als Skalde ihren ersten Milchzahn verliert, ändert sich das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Skalde beginnt gegen die Mutter aufzubegehren, ihren Radius zu erweitern. Die Gefahr, vor der Edith gewarnt hat mag vielleicht im Unbekannten, im Fremden existieren. Doch die viel größere Gefahr lauert im Inneren, bei der restriktiven Mutter und der verblendeten, sektoiden Gemeinschaft.
    Milchzähne ist ein Roman über das Erwachsenwerden, verpackt in eine Dystopie. Skalde erzählt oft sehr bruchstückhaft, die Jahre vergehen von ihrer Kleinkindzeit zur jungen Frau schnell und übergangslos. Es sind viele Lücken, die sich mir aufgetan haben, viele Fragen, die ich mir beim Lesen gestellt habe. Es wird nicht viel davon beantwortet. Ratlos stehe ich am Ende des Buches da, weiß eigentlich nicht genau, was die Autorin mitteilen wollte. Mir ist nicht danach, Lücken in einem Roman selbst zu füllen. Könnte ich das, würde ich vielleicht selber schreiben.

  1. bewertet:
    1
    (1 von 5 *)
     - 09. Mai 2019 

    Zeitverschwendung

    Ich bin ja wirklich froh, dass ich auch ohne Bloggerstatus immer wieder die Gelegenheit bekomme, Rezensionsexemplare bzw. E-Books über Netgalley zu lesen. Für manch fantastische Lektüre hätte ich (im Nachhinein) auch gerne bezahlt. Aber immer wieder verirrt sich auch ein hochgelobter und vielgepriesener Roman in meine Bibliothek, wo ich mir hinterher denke "Warum?"
    Und so bin ich auch bei "Milchzähne", dem Debüt von Helene Bukowski, froh, nichts dafür bezahlt zu haben.

    Dieses Jahr scheinen Romane, die dystopisch angehaucht sind und den Klimawandel aufgreifen, Konjunktur zu haben. War es bei "Die Mauer" von John Lanchester die Kälte, die einem den Roman im wahrsten Sinne des Wortes vereist hat, war es bei "Milchzähne" die Hitze (und nicht nur die *g*), die einem den Schweiß auf die Stirn getrieben hat.

    Ich habe mich die ganze Zeit beim Lesen gefragt, was nicht ausfallende Milchzähne (eine von vielen fragwürdigen Dingen im Roman) mit der Story um eine kleine Kommune irgendwo in Skandinavien (besser lässt es sich nicht verorten) zu tun hat, die nach dem (Klima-)Wandel abgeschnitten vom Rest der Welt ums Überleben kämpft.

    Wenn es einen mystischen Touch in die Geschichte bringen sollte und die Andersartigkeit von Meisis betonen sollte, so ist der Schuss leider nach hinten losgegangen.

    Vielleicht habe ich den Roman nicht verstanden, aber ich habe das Gefühl, dass Helene Bukowski nur ein Stück vom viel zu großen Kuchen abhaben wollte, ohne der Leserschaft wirklich etwas zu sagen zu haben. Sorry für diese harten Worte, aber für mich war der Roman die reinste Zeitverschwendung und kann deshalb auch nur 1* vergeben.