Meine Königin: Roman (insel taschenbuch)

Buchseite und Rezensionen zu 'Meine Königin: Roman (insel taschenbuch)' von Jean-Baptiste Andrea
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Meine Königin: Roman (insel taschenbuch)"

Format:Broschiert
Seiten:151
Verlag: Insel Verlag
EAN:9783458363910

Rezensionen zu "Meine Königin: Roman (insel taschenbuch)"

  1. Zart und gewaltig

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Nov 2020 

    Man sieht es diesem Buch nicht an, aber es ist etwas Besonderes. Klein, kurz und in Tarnfarbe liegt es da und erzählt eine Geschichte, die anrührt, trifft und den Leser sofort gefangen nimmt.
    Da ist Shell, zwölf Jahre alt, irgendwo im tiefsten Frankreich auf der elterlichen Tankstelle mitten in den 60er Jahren. Zur Schule geht er nicht mehr, weil einfach nicht in seinem Kopf bleiben will, was man ihm beizubringen versucht. Vielleicht hat sein Gehirn einfach zu viele andere Dinge zu tun?

    Es fesselt und berührt, wenn man ihm hier beim Denken zusehen darf. Er weiß, dass ihn alle für dumm halten, er weiß auch, was er kann und was nicht. Mit gnadenloser Logik trifft er ein paar verhängnisvolle Entscheidungen und er trifft ein Mädchen, das sich tatsächlich nicht an seiner Andersartigkeit stört. Mit Viviane zusammen lernt er Fantasiereisen kennen, wie Kinder eben fantasiereisen, nur schillern solche Reisen in seinem Kopf ganz besonders.

    Diese Geschichte ist viel auf einmal: Zart und gewaltig, warmherzig und gnadenlos, schnörkellos toll erzählt. Ich bin beeindruckt.

  1. Wundervoll und bewegend

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 30. Apr 2019 

    Der 12-jährige Shell lebt mit seinen eltern auf einer Tankstelle. Die Schule besucht er nicht mehr, denn er ist anders als die anderen Kinder. Als seine Eltern ihn auf eine Sonderschule schicken wollen, beschließt er, fortzulaufen. In den Bergen lernt er neben einem scheuen Schäfer auch Viviane kennen, mit der plötzlich alles möglich scheint.

    Dieses dünne Büchlein mit gerade mal 152 Seiten konnte mich komplett verzaubern.
    Die Geschichte wurde in der Ich-Form von Shell erzählt, was ich hervorragend gewählt fand, denn so konnte ich perfekt in seine Gedanken und Gefühle eintauchen. Shell war mir von Anfang an super sympathisch, gerade weil er anders war, als alle anderen. Er war ein besonderer Junge und dabei absolut liebenswert. Sehr berührend fand ich, dass er sich seiner Andersartigkeit bewusst war, dennoch gleichzeitig so viel Positives wahrnahm und voller tiefgründiger Gedanken und Überlegungen war.
    Die Geschichte hat mich sofort in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Ich war sehr erstaunt, dass so viele unterschiedliche Empfindungen wie Trauer, Melancholie, Hoffnung und Freude bei mir erzeugt wurden. Und ich war sehr gespannt, wie sich das Buch bezüglich Shell und seiner Königin Viviane entwickelt.
    Das Ende war dann überraschend und unvorhersehbar, dennoch  für meinen Geschmack absolut passend. 

    Ein wundervolles und bewegendes Buch über das Anderssein, das sich zu lesen lohnt. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.