Makrelenblues

Buchseite und Rezensionen zu 'Makrelenblues' von Ute Haese
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Hanna Hemlokk geht aufs Ganze

Im brandneuen Luxus-Wohnpark für Senioren vor den Toren Bokaus geht der Tod um. Scheinbar wahllos rafft er Rentnerin um Rentner dahin. Ist das bloß der natürliche Lauf der Dinge – oder hilft da vielleicht jemand nach? Hanna Hemlokks Spürnase juckt. Die Opfer verbindet auf den ersten Blick nichts weiter als ihre ungewöhnlichen Hobbys. Das »Private Eye« ohne offizielle Lizenz riskiert am Ende Leib und Leben, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:352
Verlag: Emons Verlag
EAN:

Rezensionen zu "Makrelenblues"

  1. Hanna, the queen of Private Eyes

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 20. Apr 2020 

    “Konsum ist der neue Gott dieser Welt. (S. 310)“

    Ein neuer Fall von bzw. für Hanna Hemlokk und ihre Schöpferin Ute Haese ist immer wieder wie ein Familientreffen für die geneigte Leserschaft bzw. für mich *g*.

    Man kennt und schätzt sich nach sechs (gemeinsamen) Bänden einfach, weiß jeden zu nehmen, wie er/ sie ist und entdeckt doch immer wieder etwas Neues. So lässt es Ute Haese im nunmehr 9. Fall für Hanna und ihre Freunde mit dem musikalischen Titel „Makrelenblues“ eher Hardrock mäßig krachen als sie gemäß der titelgebenden Musikrichtung entspannt den (aufkommenden) Frühling im fiktiven Bokau genießen zu lassen (obwohl die Traurigkeit des Blues, gepaart mit scheinbar unlöslichen Aufgaben für Hanna auch zu ein paar Szenen passt *g*), gönnt dem deutschen Miss Marple-Pendant zwar einen (Kurz-)Trip nach Lissabon, bei dem auch punktuelle Frühlingsgefühle „entfacht“ werden, nur um sie nach der Rückkehr dann (nicht nur sprichwörtlich) ins kalte Wasser zu schmeißen, um an finsterstes Death Metal-Gegrowle erinnert zu werden – um bei den musikalischen Bildern zu bleiben *g*. Die dazugehörige Szene gehört übrigens zu den besten, die bisher in dieser Reihe veröffentlicht wurden – und es gab schon einige großartige Szenen!

    Diesmal darf bzw. muss Hanna einer mysteriösen Todesserie in einem vom Rest der Außenwelt mehr oder weniger abgeschotteten Seniorenpark namens „Elysium“ nachgehen, in dem es vor skurrilen Figuren und Freizeitaktivitäten nur so wimmelt. Außerdem begleitet sie ihren Lover Harry zu einem Taubenzuchtverein und – ach, lest doch einfach selbst, was Hanna, Harry, Marga, Theo, Daniel etc. erleben :-). Das ist für diese großartige Krimireihe sowieso das Beste.

    Wer auf (Galgen-)Humor, nebenbei vermitteltes Geschichtswissen (ein wichtiges Anliegen für die promovierte Politologin und Historikerin Ute Haese!) sowie bockstarke Dialoge abfährt, dem sei (nicht nur) „Makrelenblues“ uneingeschränkt empfohlen.

    Ich freue mich jedenfalls mächtig auf den Jubiläumsband – und ich „fürchte“, dass da das im Moment alles beherrschende (Welt-)Thema „verbraten“ wird. Wenn es allerdings (und da habe ich keinerlei Zweifel dran!) mit Humor geschickt in die Story eingebunden wird – nun, dann soll mir das recht sein *g*.

    5* und eine glasklare sowie virenfreie Leseempfehlung!

    ©kingofmusic

  1. Witzig und spannend

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 20. Apr 2020 

    Hanna Hemlokk verdient ihr Geld mit „Sülzletten“, das ist ihr eigener, etwas despektierlicher Ausdruck für Liebesromane im Heftchenformat, die sie unter diversen Pseudonymen verfasst. Doch ihre wahre Bestimmung ist ihre detektivische Spürnase. Als ihre Freundin Marga sie auf Todesfälle im luxuriösen Seniorenpark Elysium aufmerksam macht, die nicht nur gehäuft, sondern auch ziemlich unerwartet kommen, fängt ihre Nase auch an zu kribbeln. Nun sind Todesfälle im Altenheim eigentlich ein Naturgesetz – aber Marga hat schon Recht, irgendwas stinkt da gewaltig.

    Freund Harry Gierke hat derweil die Nase voll von den ewigen Berichten aus Tauben- und Kaninchenzüchtervereinen, die sein journalistisches Alltagsgeschäft ausmachen. Er wittert die große Story, denn er hat sich in den Kopf gesetzt, die Wahrheit über den Barschel-Fall herauszufinden. Für Hanna also Stress an allen Fronten.

    Der Titel „Makrelenblues“ weist schon die Himmelsrichtung. Hoch im Norden, in der beschaulichen Probstei, nahe der Ostsee, spielt dieser Krimi. Mit viel trockenem Humor und unverwechselbaren Figuren hat er einen besonderen Charme. Hanna Hemlokk, die nun schon zum neunten Mal ihrer Spürnase folgen darf, ist eine überaus sympathische und zupackende Person, Freunde können sich auf sie verlassen. Bei ihren Recherchen ist sie recht unkonventionell, aber als Privatperson hat sie ja auch alle Freiheiten. Schon bald merkt Hanna, dass es gar nicht so ungefährlich ist, sich auf die Ermittlungen im Altenheim einzulassen und hatte Freund Harry vielleicht richtig gelegen, als er von organisiertem Verbrechen faselte? Die Geschichte entwickelt sich zu einem wirklich spannenden Fall, bei dem auch nie die Situationskomik zu kurz kommt. Ute Haese kann beides sehr locker und flüssig verbinden und deshalb machte mir das Lesen auch sehr viel Spaß.

    Regionalkrimis leben auch von ihren Landschaften und die hier sind die Beschreibungen sehr farbig und lebendig. Der Küstenwind weht quasi aus den Seiten. Die Autorin hat einen sehr schönen Erzählstil. Ich mag auch in humorvollen und unterhaltenden Krimis eine gute Sprache und das ist oft nicht selbstverständlich, umso schöner, dass hier alles passt.