Lila Winkelbaum und das Geheimnis der Zeituhr

Rezensionen zu "Lila Winkelbaum und das Geheimnis der Zeituhr"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 01. Feb 2018 

    Eine nette Detektivgeschichte mit Fantasy-Elementen...

    Ein Museumsbesuch ist nicht gerade das, was Lila und den anderen Schülern am ersten Tag im Gymnasium vorschwebt. Doch die Lehrerin hält dies für einen tollen Ausflug, denn noch vor dem eigentlichen Ausstellungsbeginn darf die Klasse sich die Exposition "Die Zeit - Wahrnehmung und Bedeutung im Wandel der Geschichte" ansehen. Nichts, womit man Fünftklässler begeistern kann. Doch als sie zu dem mit einem Tuch verdeckten wertvollsten Ausstellungsstück kommen, horcht die Klasse auf: die Zeituhr aus dem alten Ägypten, eine antike Sonnenuhr, ca. 3000 v. Chr., der die Sage nachgeht, damit durch die Zeit reisen zu können. Doch als der Museumsdirektor in einer dramatischen Geste das Tuch von der Vitrine zieht - ist diese leer.

    Diebstahl! Bis die Polizei kommt, ist Lila voll in ihrem Element - schließlich ist sie der größte Fan des legendären Sherlock Holmes! So gut es geht, erkundet sie gemeinsam mit ihrer neuen Freundin Jane den Tatort und macht tatsächlich eine wichtige Entdeckung. Doch noch bevor sie sich intensiver damit beschäftigen kann, werden die Kinder aus dem Ausstellungsraum gedrängt, und die Polizei beginnt mit den Ermittlungen. Doch Lila und Jane sind sich sicher: die beiden Mädchen sind die einzigen, die den Fall wirklich auflösen können. Zum Glück erhalten sie unerwartet Unterstützung von einem 'kleinen Freund' aus der 5. Dimension. Was es damit auf sich hat? Selber lesen!

    Bei dieser Rezension gerate ich wirklich ins Schwitzen, denn hier gibt es zwei verschiedene Aspekte zu bewerten. Es gibt vieles, was ich wirklich schätze an dem Buch - die eigentliche Geschichte beispielsweise, die Mischung aus Detektivgeschichte und Fantasy, die Figuren, den Humor, den kindgerechten, eingängigen Schreibstil, die angemessene Spannung, die erfreulich geringe Fehlerrate, und nicht zuletzt auch das wirklich gelungene Cover, durch das ich als erstes auf das Buch aufmerksam wurde. Schon als Johanna Evelyn Miranda Liliane Winkelbaum von der Lehrerin aufgerufen wurde, musste ich gleich an Pippi Langstrumpf denken...

    Doch dann gibt es in dem Buch eben auch einiges, das mich beim Lesen zunehmend gestört hat: hier gibt es immer wieder logische Lücken und Fehler, die die Handlung an manchen Punkten einfach wenig realistisch erscheinen lassen. Und bei aller schriftstellerischer Freiheit: das merken auch Kinder. Der Jungautor (Julian Wolf ist gerade einmal 22 Jahre alt) ließ zudem in der Leserunde verlauten, dass er meistens Fantasy- und Kinderbücher liest, Psychothriller dagegen nicht ausstehen kann. Das erklärt vielleicht, weshalb gerade die kriminalistischen Aspekte (das Vorgehen von Polizei und Anwälten) nicht besonders glaubhaft gerieten. Manche Handlungsstränge versickern zudem, so dass am Ende noch Fragen offen bleiben.

    Bei einer entsprechenden Überarbeitung glaube ich durchaus an das Potential des Buches, denn Lila ist ein sympathischer Charakter und beweist in vielen Szenen Mut. Auch die Geschichte als solche bietet viele Möglichkeiten, gerade mit dem 'kleinen Freund' aus der 5. Dimension. Die Mischung aus Detektivgeschichte und Fantasy-Elementen ist eine nette Idee, doch an der Umsetzung muss dringend noch einmal gearbeitet werden.

    Ich wäre gerne euphorischer gewesen...

    © Parden