Lichtblaue Sommernächte: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Lichtblaue Sommernächte: Roman' von Emily Bold
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Lauren war sich so sicher, glücklich zu sein. Zusammen mit ihrem Mann Tim und den beiden Kindern wohnt sie in einem süßen, kleinen Haus in Vermont und will sogar ihr Studium wieder aufnehmen. Bis der Schicksalsschlag kommt: Diagnose Hirntumor. Lauren will kämpfen, will nicht aufgeben, will bleiben. Aber die Krankheit ist stärker. Laurens Zustand verschlechtert sich. Kann es nicht auch eine Lösung sein, wenn sie selbst entscheidet, wann sie das Leben loslassen wird? Aber wie soll sie das ihrer Familie klarmachen? Ihren Eltern und ihren Kindern? Nach und nach begreift Lauren, dass man mit allem seinen Frieden schließen kann.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:384
EAN:9783548287065

Rezensionen zu "Lichtblaue Sommernächte: Roman"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 18. Jul 2016 

    Zutiefst bedrückend und traurig

    Als ich das Buchcover vor mir sah, dachte ich das es eines dieser leichten Liebe-, Herz-, Schmerzbücher sei. Auch der Titel des Buches wurde durch diesen Eindruck verstärkt. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Gleich der Anfang beginnt mit einem Paukenschlag. Lauren Parker wird sterben. Sie hat ihre Familie und ihre Freunde noch einmal zu einem großen Fest zusammen gerufen um Abschied zu nehmen. Auf diesem Fest erzählen sie sich gemeinsam, wie alles begann. So durfte ich das Kennenlernen zwischen Lauren und Tim miterleben. Auch die unverhoffte Schwangerschaft und die Schwierigkeiten, die beide hatten damit umzugehen. Mir als Leser wird sehr schnell klar, dass beide eigentlich zusammen gehören. Nur sie selbst brauchten doch um einiges länger für diese Erkenntnis. In den einzelnen Abschnitten, immer wieder unterbrochen von Abschnitten der Abschiedsfeier erfahre ich, wie es damals alles begann und sich entwickelte.

    Als das Buch sozusagen mit dem Ende begann, fiel es mir sehr schwer, darüber zu lesen. Zu sehr bedrückte mich diese Geschichte von Anfang an. Jedoch je weiter ich las, desto mehr nahm mich die Geschichte von Tim und Lauren gefangen. Obwohl ich das Ende ja schon kannte, hoffte ich doch auf einen Ausweg, eine Lösung. Das diese nicht kommen konnte, war klar. Aber es war auch schön zu lesen, wie Lauren damit umging und wie sie für sich selbst die Lösung fand.

    Für mich war dieses Buch eine unheimlich traurige, aber gute Erfahrung. Der Umgang mit dem Tod nicht nur für Lauren, sondern auch für ihre Hinterbliebenden, die die zurückbleiben. Und letztlich ist der Buchtitel und das Cover für mich dann am Ende doch passend. Denn auch wenn Lauren gestorben ist, das Leben geht für alle anderen weiter, auch mit den Erinnerungen an Lauren.

    Eine überaus klare Leseempfehlung an alle.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Aug 2015 

    Sommernächte voller Erinnerungen - wunderschön und zutiefst wehm

    Tim begeht zusammen mit seiner 13-jährigen Tochter Mia den fünften Geburtstag seiner kleinen Tochter Alyssa, ihr Geburtstagsgeschenk ist ein kleiner Hundewelpen, sie nennen ihn Rowdy, das Geschenk war eine Idee von Lauren, der Mutter der beiden Mädchen, doch Lauren kann diesen Geburtstag selbst nicht mehr miterleben. Wunderschön, gefühlvoll, eindringlich schreibt die Autorin Emily Bold diese Geschichte, ich kann den Schmerz fühlen, der über dieser Restfamilie liegt. Tim und Mia versuchen sich gegenseitig zu stützen, einander Kraft zu geben. Mia, die sich in den letzten Monaten sehr verändert hat, schon rein äußerlich: schwarzgefärbte Haare, Bikerboots, sie ist verschlossen und unnahbar; nun taut sie ein wenig auf wegen des kleinen Hundewelpen. Alyssa, die kindlich unbeschwert ist und sich darauf freut, ihrer Mama beim nächsten Besuch auf dem Friedhof, Rowdy vorzustellen.

    Eine herzzerreißende Story mit Charakteren, die Tiefe versprechen und diese auch erfüllen. Ein Buch mit Momenten von verzweifelter Traurigkeit über einen viel zu frühen Abschied, mit Momenten der Hoffnung und des Erkennens und Momenten der Aufarbeitung der Zurückgebliebenen. Eindringlich und einfühlsam beschreibt die Autorin den Weg der zum Tode verurteilten Lauren, wie sie versucht, den Weg, den sie alle zusammen gehen müssen, ihren Liebsten erträglich zu machen und dann erkennt, sie muss auch an sich denken und ein Stück weit egoistisch sein, um erträglich und friedlich gehen zu können. Wie die Familienmitglieder verschieden mit ihrer Trauer umgehen und aus der Schwärze herauszufinden versuchen.

    Ich vergebe dem Buch fünf von fünf möglichen Sternen, da mich das Gewicht der Geschichte beeindruckt, mit der die Autorin schreibt und mich ihre Sprachwahl und ihr Gefühl für Sprache faszinieren und die Story trotz ihrer Traurigkeit und Melancholie ebenso Lichtblicke und Hoffnung vermittelt, das macht sie rund und stimmig. Emily Bold selbst sagt zu ihrem Buch, es sei ihre Liebeserklärung an das Leben und ich kann ihr da nur voll und ganz zustimmen, genauso habe ich beim Lesen ebenfalls gefühlt.