Licht zwischen den Bäumen

Buchseite und Rezensionen zu 'Licht zwischen den Bäumen' von Una Mannion
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Licht zwischen den Bäumen"

Am liebsten würde die vierzehnjährige Libby Gallagher den Sommer wie immer mit ihrer Freundin Sage verbringen. In ihrem heimlichen Königreich im Wald lauwarmes Bier trinken, reden und Menthol-Zigaretten rauchen. Doch diese Ferien fangen gar nicht gut an. Auf der Fahrt von der Schule nach Hause herrscht im Auto dicke Luft. Die fünf Geschwister liegen sich in den Haaren, und Libbys kleinere Schwester Ellen bringt die Mutter zur Weißglut. So sehr, dass sie am Straßenrand anhält und ihre Tochter auffordert, auszusteigen. Sollen die anderen Geschwister protestieren wie sie wollen, die Mutter legt den Gang ein und tritt aufs Gaspedal. Im schwindenden Tageslicht, im dunklen Schatten der Bäume bleibt die zwölfjährige Ellen zurück. Die Entscheidung eines Augenblicks, die alles verändert. Licht zwischen den Bäumen ist das bewegende Porträt einer zerrissenen Familie und literarischer Thriller. Ein Roman über Loyalität und Liebe, Scham und Schuld und den bitteren Geschmack wohlmeinenden Verrats.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:344
Verlag:
EAN:9783958299733

Rezensionen zu "Licht zwischen den Bäumen"

  1. Wenn das Fass überläuft

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 22. Nov 2021 

    !ein Lesehighlight 2021!

    Klappentext:

    „Am liebsten würde die vierzehnjährige Libby Gallagher den Sommer wie immer mit ihrer Freundin Sage verbringen. In ihrem heimlichen Königreich im Wald lauwarmes Bier trinken, reden und Menthol-Zigaretten rauchen. Doch diese Ferien fangen gar nicht gut an. Auf der Fahrt von der Schule nach Hause herrscht im Auto dicke Luft. Die fünf Geschwister liegen sich in den Haaren, und Libbys kleinere Schwester Ellen bringt die Mutter zur Weißglut. So sehr, dass sie am Straßenrand anhält und ihre Tochter auffordert, auszusteigen. Sollen die anderen Geschwister protestieren wie sie wollen, die Mutter legt den Gang ein und tritt aufs Gaspedal. Im schwindenden Tageslicht, im dunklen Schatten der Bäume bleibt die zwölfjährige Ellen zurück. Die Entscheidung eines Augenblicks, die alles verändert. Licht zwischen den Bäumen ist das bewegende Porträt einer zerrissenen Familie und literarischer Thriller. Ein Roman über Loyalität und Liebe, Scham und Schuld und den bitteren Geschmack wohlmeinenden Verrats.“

    Uff! Da mault man rum im Auto und wird glatt von der Frau Mama „ausgesetzt“. Eine Drohung wurde war. Eine Ausgesetzt ist sprachlos, die Geschwisterkinder vergessen das eben Gesagte, eine Mutter tut das, was man nie für möglich gehalten hätte - sie verliert die Kontrolle als „Mutter“ in der Erziehung ihrer Kinder. Was wie ein Abenteuer klingt, ist tatsächlich ein extrem trauriges „Spiel“. Una Mannion erzählt uns hier eine sehr tragische aber auch thriller-hafte Geschichte, vor der nicht nur jedes Kind, sondern auch insgeheim jeder Elternteil Angst vor hat. Was passiert denn, wenn man die Geduld verliert, wenn ein Tropfen das Fass zum überlaufen bringt? Was ist wenn man so dermaßen die Beherrschung verliert? Mannion hat harte aber treffende Worte dafür gewählt. Die Stimmung wird wahrlich irre eingefangen und lässt einen manchmal das atmen vergessen. Der Spannungsbogen ist, ob gewollt oder nicht, immens hoch und nimmt den Leser dadurch komplett ein. Die Stimmung steigt immer mehr an einen imaginären Siedepunkt, man wartet auf die weitere Entwicklung, auf die Zusammenführung, auf die Entschuldigung von Mum, auf ein Happy End….aber was wäre ein Familiendrama ohne „Drama“?! Eben….hier kommt vieles anders als erhofft, hier entstehen neue Bilder, die man nicht vermutet hätte….Einfach nur irre, traurig und ein gewisser Spiegel des dunklen Ich‘s welches in uns allen schlummert und genau deshalb gibt es eine klare Leseempfehlung mit 5 von 5 Sternen von mir!

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  1. ein literarischer Thriller voller Poesie

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Okt 2021 

    Der Roman „Licht zwischen den Bäumen“ der amerikanischen Autorin Una Mannion ist ein literarischer Thriller, der dieser Bezeichnung alle Ehre macht.
    Der Einstieg in diesen Roman sorgt bereits für Hochspannung:
    Eine Mutter ist mit ihren 5 Kindern (7 bis 17 Jahren) spät abends im Auto unterwegs. Während der Fahrt gibt es Stress, es wird gestritten, was an dem Nervenkostüm der Mutter zerrt. Und es tritt eine Situation ein, in der sich schon viele Eltern und ihre Kinder gesehen haben, eventuell sogar schon umgesetzt haben. Die Androhung „Wenn…., dann steigst du aus und kannst zu Fuß nach Hause gehen“ wird wahr gemacht. Die Mutter setzt eine ihrer Töchter auf einsamer Straße aus. Solche Geschichten gehen meistenst glimpflich aus. Doch nicht in diesem Fall. „Licht zwischen den Bäumen“ erzählt, wie es zu dieser Kurzschlusshandlung der Mutter gekommen ist und was im direkten Anschluss und Monate danach aus der Familie geworden ist.

    Eingebettet wird die Aussetzung des Mädchens und die daraus resultierenden Konsequenzen in die Familiengeschichte dieser Familie, die von der 14-jährigen Libby – eine der fünf Geschwister – erzählt wird. Die Familie Gibbson ist eine Problemfamilie, die hierzulande auf dem Radar des Jugendamtes wäre. Denn die Mutter kommt ihrer Fürsorgepflicht für die fünf Geschwister nicht nach. Doch in der amerikanischen Kleinstadt ticken die Behördenuhren anders. Die Kinder haben von klein auf gelernt, füreinander zu sorgen. So wenig, wie die Mutter sich um die Kinder kümmert, so intensiv ist der Zusammenhalt der Kinder. Der Umgang ist liebevoll, die Großen fühlen sich für die Kleinen verantwortlich. Die Mutter ist depressiv und hat mit sich selbst genug zu tun. Sie verlässt sich darauf, dass die Kinder allein klar kommen. Es gibt seltene Momente, in denen sie versucht, ihrer Erziehungs- und Fürsorgepflicht nachzukommen. Der Vater ist vor ein paar Monaten gestorben. Die Eltern lebten vorher bereits getrennt. Die wenigen Momente, die die Kinder gemeinsam mit dem Vater verbracht haben, reichten aus, um ihn zu ihrem Helden zu machen, und der Mutter die Schuld dafür zu geben, dass der Vater die Familie verlassen hat.

    Trotz aller Probleme hält die Familie zusammen und versucht, ihre Familieninterna für sich zu behalten. Es herrscht ein eisernes Schweigegebot gegenüber der Außenwelt, denn alle wissen, dass die Familie jederzeit auseinandergerissen werden kann, sobald die Versäumnisse der Mutter bekannt werden.

    Ich-Erzählerin Libby ist mit der ganzen Familiensituation überfordert. Sie hat ihren Vater und das Familienleben mit ihm geliebt. Sie lehnt ihre Mutter ab und fühlt sich verpflichtet, die Verantwortung für ihre Geschwister zu übernehmen. Eine kaum zu lösende Aufgabe für ein Mädchen von gerade mal 14 Jahren.

    Der Roman "Licht zwischen den Bäumen" beginnt als Thriller und entwickelt sich im Verlauf der Handlung zu einem Coming of Age Roman. Trotz der widrigen Voraussetzungen für einen Start ins Leben, gelingt es den Geschwistern ihren Weg zu gehen. Sie geben sich untereinander die Kraft, die sie benötigen, um die Voraussetzungen für einen Absprung in ein besseres Leben zu schaffen.
    Dennoch bleibt dieser Roman ein Thriller, der den Rahmen für die Entwicklungsgeschichte der Familie bietet. Denn der anfängliche Schlüsselmoment um das ausgesetzte Kind am Straßenrand und seine Folgen, werden immer wieder aufgegriffen.

    Die Geschichte von Libby und ihrer Familie ist traurig, vielleicht auch manches Mal trostlos. Daher bildet die melancholische Stimmung, welche die Autorin Una Mannion durch ihren poetischen Sprachstil erschafft, einen wohltuenden Kontrast, der sich wie Balsam über die mitleidende Leserseele legt.
    "Licht zwischen den Bäumen" ist der erste Roman der Amerikanerin Una Mannion, die selbst in einer Großfamilie aufgewachsen ist. Ein Debütroman, der definitiv neugierig auf mehr von dieser Autorin macht.
    Leseempfehlung!

    © Renie

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