Layers

Buchseite und Rezensionen zu 'Layers' von Ursula Poznanski
3.5
3.5 von 5 (4 Bewertungen)

Layers - die Wahrheit ist vielschichtig.

Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch - und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun?

In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf - denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält.

Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke - sehr aufwendig versiegelt. Und als Dorian ein solches Geschenk nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt.

Spiegel-Bestsellerautorin Ursula Poznanski, auch bekannt durch ihre Thriller für Erwachsene: Fünf, Blinde Vögel und Stimmen, legt nach den Jugendbuch-Bestsellern Erebos, Saeculum und der Eleria-Trilogie (Die Verratenen, Die Verschworenen, Die Vernichteten) ihren neuen Jugendbuch-Thriller vor: Layers.

Format:Broschiert
Seiten:448
Verlag: Loewe
EAN:9783785582305

Rezensionen zu "Layers"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 20. Mär 2016 

    Ein gut gemachter Jugendroman - aber nicht überragend

    Inhalt
    Dorian ist obdachlos. Seine Mutter ist an Krebs gestorben und sein Vater hat ihn solange geprügelt, bis er es nicht mehr ausgehalten hat. Nach einem Streit mit einem anderen Obdachlosen - Emil - wacht Dorian nachts auf und Emil liegt blutüberströmt tot neben ihm, während Dorian sein Messer in der Hand hält, das blutbefleckt ist. Er wird von einem jungen Mann -Nico- aufgegabelt, der verspricht ihm zu helfen und ihn in eine Villa, die abseits der Stadt liegt, bringt.

    In dieser Villa leben ausschließlich Jugendliche, die von der Straße kommen und denen ein gewisser Raoul Bornheim eine 2.Chance geben will. Sie erhalten Kost und Logis, neue Kleidung, die sich farblich voneinander unterscheidet, und verteilen im Gegenzug Flugblätter in der Stadt, die zu unterschiedlichen wohltätigen Spenden aufrufen. Bornheim - ein reicher Geschäftsmann - hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Welt moralisch zu verbessern. In der Villa lernt Dorian Stella kennen und verliebt sich in sie. Seiner Aufgabe auf der Straße kann er wenig abgewinnen und einmal wird er von einem Passanten, der ihn lange betrachtet hat, auf Emil angesprochen. Schließlich darf er einflussreichen Geschäftsleuten persönlich ein "Werbegeschenk" überreichen, die Herausforderung liegt darin, dass er an sie herankommen und es ihnen persönlich überreichen muss. Das klingt alles ziemlich dubios und auch Dorian fragt denjenigen, der ihn jeweils von der Villa in die Stadt fährt, mehrmals, was dahinter steckt - ohne jedoch eine Antwort zu erhalten. Dann gerät er an einen Geschäftsmann, der sich weigert, das geheimnisvolle Kästchen anzunehmen, und im Anschluss daran wird Dorian auch nicht mehr abgeholt. Da auch sein Freund Melvin spurlos verschwunden ist, glaubt Dorian, man wolle sich seiner entledigen. So beschließt er das Kästchen zu öffnen und findet darin eine Datenbrille. Setzt man sie auf, kann man auf manchen Gebäuden und bei der Betrachtung verschiedener Menschen Informationen über diese lesen - somit haben die Träger der Brille entsprechend einen Wissensvorsprung. Nachdem Dorian in einem Supermarkt mit aufgesetzter Brille liest, dass von einer bestimmten Firma das Fleisch vergiftet ist, wird ihm klar, dass Bornheim sein Ziel, die Welt moralisch zu verbessern mit allen Mitteln - auch illegalen - durchsetzen möchte. Dorian muss sich verstecken und versucht den Kampf gegen Bornheim aufzunehmen.

    Bewertung
    Der Roman ist ein gut gemachter Thriller, dessen fiktiver Anteil seit Google Glass nicht wirklich unrealistisch wirkt. Er hat zwar einige Längen, v.a. in der Phase, in der Dorian immer wieder den Häschern entkommen kann, wartet aber mit einer überraschenden Wende auf. Der Schluss dagegen ist - ohne hier etwas vorwegnehmen zu wollen - etwas enttäuschend, da dieser - im Gegensatz zu den Datenbrillen - unrealistisch erscheint. Eigentlich schade, denn der Roman ist bis zum letzten Kapitel durchaus mitreißend konzipiert, da man aus Dorians personaler Sicht das Geschehen durchlebt - und in der ein oder anderen Situation über seiner Naivität verzweifelt.

    Insgesamt ein durchaus lesenswerter Jugendroman - wenn auch nicht überragend.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 08. Dez 2015 

    Das Spiel mit der Angst

    Inhalt:
    Dorian ist von zuhause abgehauen und lebt seitdem auf der Straße. Einen Morgen wird er wach, neben sich ein anderer Obdachloser unter ihm eine Blutlache mit Dorians Messer. Er kann sich an nichts erinnern bekommt Panik. Dorian nimmt die Einladung von einem Fremden nur zu gerne an zu fliehen. Er landet in einer Villa mit anderen Jugendlichen die kleine Arbeiten erledigen sollen und ansonsten ein gutes Leben haben. Auch Dorian erledigt solche Botengänge. Als es dabei einen Zwischenfall gibt, wird er vom Treffpunkt nicht mehr abgeholt und merkt recht schnell das die vorher Guten ihn Jagen...

    Meine Meinung:
    Ich kenne nun schon einige Bücher von Ursula Poznanski und nicht jedes hat mir gefallen. So war ich mir bei Layers gar nicht sicher ob ich es wirklich lesen soll. Die Geschichte Klang gut. Überzeugte mich aber noch nicht restlos. Erst der Hype um dieses Buch machte mich dann doch neugierig.

    Alles beginnt recht gemächlich auf der Straße. Man erfährt zunächst nicht viel über ihn und warum er auf der Straße lebt. Das kommt erst später, nebenbei, eingestreut in der normalen Handlung. Dorian ist ein schlauer Kerl und hat auch seine moralischen Ansichten. Das macht es auf der Straße nicht leichter, sorgt aber für diesen Schock nach dem Aufwachen neben einer Leiche. Wirklich spannend wird es da noch nicht. Eher fesselnd auf andere Art und Weise. Ich wollte wissen wo er hin gebracht wird und natürlich auch wie es mit ihm weiter geht. Eine Spannung baut sich erst ab dem Moment auf in dem er Botengänge erledigt. Alles andere ist interessant und gehört zu Handlung. man darf nicht vergessen das es kein Thriller ist sondern ein Jugendroman.
    Man liest die Geschichte von Dorian. Doch es plätschert nicht die ganze Zeit vor sich hin. Ab dem Moment als Dorian wieder auf der Straße ist und gejagt wird konnte ich vor Spannung das Buch nicht mehr aus der Hand legen auch wenn es da einen Punkt gab, bei dem ich dachte das nun das Ende kommen könnte. Diese Jagd wurde sehr ausgebaut und ein früheren Showdown hätte nicht geschadet.

    Es gibt nicht viele wichtige Figuren in dieser Geschichte.
    Natürlich Dorian, er ist der Mittelpunkt. Ihn begleitet man beim Lesen und beobachtet ihn bei seinem Handeln. Auch erfährt man am Meisten über ihn während alle anderen Figuren doch recht flach und unscheinbar bleiben.
    Freunde von Dorian gibt es nicht wirklich. Stella wird für ihn zur wichtigen Figur und somit auch für die Geschichte.
    Alle anderen Figuren sind austauschbar und ohne wirklichen Hintergrund. Sie bleiben zum Teil gewiss auch absichtlich. Da ist Bornheim, dem die Villa gehört und der die Jugendlichen aufnimmt. Nico, der Dorian aufgabelt und auch Berthold, einer derjenigen die ihn später suchen

    Am Ende erlebte ich die ein oder andere Überraschung und ich fühlte mich gut unterhalten. Interessant finde ich auf jeden Fall den Plot. Eine Datenbrille die mehr kann. Die Autorin spielt da mit Ängsten die Gewiss der eine oder andere hat seitdem die erste Datenbrille vorgestellt wurde. Mit Möglichkeiten die real werden könnten und es doch hoffentlich nicht werden.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 18. Okt 2015 

    Die Wahrheit ist vielschichtig...

    Der 17jährige Dorian ist vor seinem gewalttätigen Vater auf die Straße geflüchtet. Dort lebt er mehr schlecht als recht und versucht nach Möglichkeit, allen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Doch nachdem er eines Abends mit einem anderen Obdachlosen aneinandergeraten ist, erwacht er plötzlich mitten in der Nacht - und das Leben ist Grauen. Die Leiche des streitbaren Obdachlosen liegt blutüberströmt neben ihm, Dorians Taschenmesser scheint die Tatwaffe zu sein. Was ist nur geschehen? Hat er zugestochen und kann sich nicht mehr daran erinnern? Bevor er seiner Panik Herr werden kann, ist schon jemand neben ihm. Und hilft ihm. Warum?

    Er bring ihn zu einer versteckt gelegenen Villa, wo Dorian Kleidung und Essen erhält und Bornheim kennenlernt. Diesem gehört die Villa, und er scheint Jugendliche in Not aufzunehmen und ihnen ein Heim zu geben. Einfach so? Selbst Schulunterricht erhalten die Jugendlichen, und Dorian macht dort die Bekanntschaft von Stella, zu der er sich gleich hingezogen fühlt. Nach anfänglichem Misstrauen beginnt Dorian sich wohlzufühlen, und wäre da nicht die offene Frage nach der Ermordung des Obdachlosen, würde sich Dorian fast unbeschwert fühlen.

    Nach einer Zeit der Eingewöhnung wird Dorian an einigen Tagen in der Woche wie die anderen Jugendlichen auch zu einfachen Diensten eingeteilt: sie sollen in der Fußgängerzone Flyer für gute Zwecke verteilen. Keine schwere Aufgabe und nicht sonderlich aufregend - wären da nicht immer wieder Menschen, die plötzlich stehenbleiben und Dorian aufmerksam und interessiert mustern. Und nicht nur das: sie fragen ihn manchmal auch etwas - nach dem toten Obdachlosen oder nach seinem Taschenmesser. Was läuft da nur? Als Dorian um eine andere Aufgabe bittet, weil er diese Begegnungen verstörend findet, muss er versiegelte Werbegeschenke verteilen - doch die Reaktion der Empfänger ist nicht weniger verstörend. Um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, behält Dorian eines der Päckchen für sich. Ab dem Zeitpunkt beginnt eine gnadenlose Jagd auf ihn...

    ,,Konnte ja sein, dass Bornheim ganz gezielt obdachlose Jugendliche von der Straße holte. Weil niemand sie vermisste, wenn sie vollends verschwanden. Es war so einfach zu behaupten, sie hätten sich wieder für ihr altes Leben entschlossen. Keiner, wirklich keiner, konnte das nachprüfen."

    Dorian als Hauptcharakter ist vielschichtig und authentisch gezeichnet. Seine Gedanken und Gefühle sind zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar, ebenso wie seine Handlungen. Seine Ratlosigkeit entspricht der des Hörers, so dass man sich hier gut identifizieren und mitfiebern kann. Diese Ratlosigkeit ist es auch, die die Spannung über den gesamten Zeitraum aufrecht erhält.
    Die übrigen Charaktere sind eher oberflächlich gezeichnet, was in diesem Fall aber nicht stört, weil die Begegnungen auch meist flüchtig bzw. von kurzer Dauer sind. Und oft genug stellt sich heraus, dass das erste Bild einer Person nicht standhalten kann, sondern sich als etwas ganz anderes entpuppt. Überhaupt ist es das Spiel mit Misstrauen und Vertrauen, das U. Poznanski hier bis zur Perfektion ausreizt. Bis zum Schluss ergeben sich hier ungeahnte Wendungen und Überraschungen, die die Verzweiflung Dorians fast spürbar werden lassen und auch den Hörer ratlos machen hinsichtlich dessen, was er nun glauben soll oder nicht. Das anfangs diffuse ungute Gefühl verdichtet sich im Laufe der Geschichte, und die Spannung wächst - bis zum überraschenden Ende.

    Ein wenig langatmig empfand ich die Aneinanderreihung ähnlicher Szenen im Mittelteil, auch wenn dies für die Entwicklung der Geschichte sicher notwendig war. Die Technik, mit der dieser Jugendthriller sich auch beschäftigt, entspricht zwar nicht dem heutigen Stand und ist insofern als zukünftig zu bennennen, jedoch erscheint das ganze durchaus im Bereich des Vorstellbaren. Und das ist faszinierend und beängstigend zugleich, was das Unbehagen beim Lesen noch steigert.

    Der Sprecher Jens Wawrczeck trägt das Hörbuch gelungen und gekonnt vor, passt auch zur Person des Dorian. Allerdings musste ich mich anfangs trotzdem an den Sprecher gewöhnen, denn die Stimme ist für mich unlösbar mit den Hörbüchern von 'Die drei ???' verbunden, was für mich zunächst irritierend war. Dann aber konnte ich die Stimme zunehmend neutral wahrnehmen und mich auf das eigentliche Geschehen konzentrieren.

    Insgesamt hat Poznanski hier in meinen Augen einen spannenden Jugendthriller vorgelegt, der mit der Vielschichtigkeit von Wahrheiten spielt und durch viel psychologische Spannung punktet. Empfehlenswert!

    © Parden

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 26. Aug 2015 

    Sehr Enttäuschend

    Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und fand den Sprecher richtig Klasse. Das Tempo war sehr angenehm und die Betonungen immer passend.
    Die Geschichte startet sehr Spannend und dramatisch, lässt aber meines Erachtens dann deutlich nach. Ich bin nicht von Anfang an in die Geschichte reingekommen, da ich Dorian die Rolle eines Obdachlosen einfach nicht abnehmen konnte. Mir haben da deutlich mehr Hintergründe und vielleicht auch drastischere Szenen im Leben auf der Straße, gefehlt.
    Für jemanden der bereits 18 ist und auf der Straße lebt wirkte Dorian auf mich sehr unreif und naiv.
    Dennoch fand ich die Geschichte, ab da an, wo Dorian die Brille entdeckt spannend und fesselt. Aber auch das lies dann wieder nach weil sich das ganze "Rumgesuche", im Verhältnis zum Ende und Anfang, einfach zu lange hingezogen hat. Somit wurde die Spannungsmomente auch immer weniger.
    Desweiteren hätte ich mir nicht nur in Dorian mehr Tiefe gewünscht sondern auch in Melvin. Immerhin begleitet der Ihn in der Hälfte des Buches.
    Die Lovestory, die natürlich nicht fehlen darf, ist meines Erachtens viel zu plump und unglaubwürdig. Er redet 2 Sätze mit Stella und Schwupps ist es sofort Liebe und ich höre nur noch, gefühlt jedes dritte Wort "Stella hier, Stella da". Wobei bei man auch von Ihr nur sehr wenig erfährt.
    Am Ende fand ich die Geschichte und Dorian nur noch nervig und wollte gar nicht unbedingt wissen wie es ausgeht. Das Ende war dann auch nicht wirklich herausragend.
    Daher hat das Hörbuch nur 3 Sterne bekommen. Dies war mein erster Ursula Poznanski Roman und er konnte mich leider nicht überzeugen.