Lauras letzte Party: Roman (Palokaski-Trilogie)

Rezensionen zu "Lauras letzte Party: Roman (Palokaski-Trilogie)"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Aug 2015 

    Ich freue mich schon auf Teil 2

    Miia Pohjavirta muss wegen ihrer Internetsucht ihren Job bei der Polizei kündigen. Sie zieht wieder in ihre Heimatstadt, fängt an ihrer alten Schule als Sonderpädagogin an und hofft auf einen guten Kontakt zu den Schülern. Auch ihr Bruder Nikke arbeitet an der Schule als Psychologe. Doch so hatte sich Miia ihren ersten Schultag nicht vorgestellt, denn die 16-jährige Laura ist verschwunden und die Polizei verdächtigt ihren Bruder. Doch der kann doch nichts mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun haben, denn er hat genau wie Miia, seine Schwester Venla auf die gleiche Art und Weise verloren. Was geht nur in dem kleinen Städtchen Palokaski vor sich? Oder ist doch alles nur ein Zufall und die beiden Vermisstenfälle haben überhaupt nichts miteinander zu tun?

    Der Klappentext des Buches gefiel mir, obwohl ich schon ein wenig verwirrt war, denn das Buch wird als Thriller beworben, auch auf dem Buchrücken steht Thriller, aber auf das Cover wurde Roman gedruckt. Also erwartete ich erst mal gar nichts und wurde mit einem tollen und gut ausgearbeiteten Thriller belohnt.

    Leider wusste ich vorher nicht, dass es sich bei diesem Buch um eine Trilogie handelt und noch 2 weitere Bände folgen, daher ich war ich ein wenig vom Ende enttäuscht. Aber das klärte sich dann ganz schnell auf und Band 2 und 3 habe ich gleich vorbestellt, denn ich muss unbedingt wissen, wie es weiter geht.

    Miia war mir sofort sympathisch. Sie ist eine taffe Frau, die viel zu viel Zeit im Internet verbrachte, was aber auch schon durch ihren Beruf erforderlich war. Als süchtig habe ich sie jetzt nicht empfunden, denn das Internet bietet eben eine Fülle an Informationen, wenn man etwas sucht. Da gibt es mit Sicherheit wesentlich schlimmere Internetsüchtige.

    Auch Nikke fand ich sympathisch, auch wenn er recht schnell in ein sehr schlechtes Licht gerückt wird. Seine Frau nervte mich ziemlich schnell und ich denke, dass er genauso genervt von ihr ist. Meiner Meinung nach benehmen sich die Jugendlichen in der Geschichte etwas seltsam, aber vielleicht unterscheiden sich ja finnische Kinder von deutschen.

    Die Geschichte fand ich sehr gut ausgearbeitet und interessant. Sie war nicht wirklich spannend, aber ich musste trotzdem ständig wissen wie es weiter geht und was noch passieren wird. Es geht um so viel mehr, als man am Anfang erwartet und das macht das Ganze so unglaublich interessant.

    Ich vergebe für dieses tolle Buch 4 von 5 Punkten und kann es nur allen Krimi- und Thrillerfreunden empfehlen. Ich hoffe jetzt mal, dass die Zeit bis September ganz schnell vorbei geht, damit ich den 2. Band lesen kann.

    Reihenfolge:
    1. Lauras letzte Party
    2. Noras zweites Gesicht / 06.09.2015
    3. Venlas dunkles Geheimnis / 07.11.2015

    © Beate Senft

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 19. Jul 2015 

    Man kennt sich

    Ja, man kennt sich in dem kleinen finnischen Ort Palokaski, in den Miia Pohjavirta zurückkehrt. Sie wurde als Internetpolizistin bekannt, doch den Job musste sie aufgeben, da sie Gefahr lief, sich in den Tiefen des Internets zu verlieren. Nun soll ihr Leben als Sonderpädagogin an ihrer alten Schule in ruhigere Bahnen kommen. Der Neubeginn gestaltet sich allerdings anders als gedacht. Schon in den ersten Minuten nach ihrer Ankunft in der Schule, erfährt Miia, dass die Schülerin Laura Anderson verschwunden ist. Gehört Laura zu der großen Gruppe von Menschen, die verschwinden und kurze Zeit später unversehrt wieder auftauchen? Ihre Eltern jedenfalls setzen alles daran, ihre Tochter wiederzufinden, und starten eine Facebook-Seite, auf der Posts hinterlassen werden, mit denen niemand rechnen konnte.

    Welch eine Lücke das Verschwinden eines geliebten Menschen reißt, weiß Miia nur zu gut. Manchmal jedoch hilft alles Wissen und jede Ausbildung nicht, gewisse Ereignisse zu verhindern. Das erfährt Miias Bruder, der als Psychologe an der Schule tätig ist. Auch halten sich Eltern nicht immer an die wohlmeinenden Ratschläge, die die Polizei aus vorherigen Erfahrungen gebildet hat.

    In einfachen und prägnanten Worten geschrieben baut dieser Krimi mehr Spannung auf als man ahnen kann. Eigentlich geschieht nicht viel, doch das ganz schön heftig. Man folgt den Personen, die so ein wenig vor sich hin zu ermitteln scheinen, um plötzlich mit Herzklopfen eine Seite nach der anderen zu verschlingen. Die Haare auf den Armen stellen sich auf bei den kleinen subtilen Hinweisen, die noch einiges mehr vermuten lassen als das Offensichtliche, das Harmlose. Was ist nur los in diesem kleinen Ort, in dem es eigentlich keine Ungereimtheiten geben sollte. Welche Kräfte herrschen in Palokaski, welche Kräfte wirken im Verborgenen. Zwangsläufig müssen Ansätze zunächst ins Leere führen, Fragen unbeantwortet bleiben, denn die Handlung ist auf eine Trilogie angelegt, deren Bände vermutlich so eng zusammenhängen, dass letztlich die Geschichte nur im Ganzen zu überblicken ist. Da jedoch alle Bände nicht so umfangreich sind, würde es sicher nicht schaden, hätten sie sich in einem Band versammeln dürfen.

    3,5 Sterne