Lämpe

Rezensionen zu "Lämpe"

  1. Viel Lokalkolorit, wenig Blut

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Apr 2020 

    Servus, Grüezi und Hallo :-). Der Schweizer Autor Marc Späni begleitet mich schon länger auf meiner Reise durch das literarische Paralleluniversum. Bisher allerdings eher im Bereich der Erzählungen und der „Virtual Reality“. Darum war ich auch etwas überrascht, als ich die Ankündigung einer Buchverlosung zu „Lämpe“ sah – den 2. Fall für Kommissar Pascal Felber. Da muss ich wohl was verpasst haben *g*.

    Da ich aus den bisher gelesenen Büchern von Marc Späni wusste, dass er gerne philosophische Themen in die Handlung einfließen lässt, bin ich also das Experiment „Krimi“ nach langer Zeit mal wieder angegangen – und bin nicht enttäuscht worden :-).
    Pascal Felber war mir von vornherein sympathisch; man merkte sofort, dass er das Herz am rechten Fleck hat (obwohl er durchaus seine „eigenen“ (Ermittlungs-)Wege geht *g*) und ein großes Päckchen mit sich herumträgt. Auch wenn ich „Trümmlig“, den 1. Fall für Kommissar Felber (noch) nicht kenne, weiß man als Leser*in recht schnell, um was für ein Päckchen es sich handelt.

    In „Lämpe“ geht es um fragwürdige Bauprojekte und deren (illegale) Finanzierung mittels Geldwäsche und Bandenkriminalität. Und – wie sich das für einen Krimi (zumeist) gehört, gibt es natürlich auch Tote. Die Morde passieren allerdings eher „nebenbei“ und recht unspektakulär. Wer also auf knallharte Action, jede Menge Blut usw. abfährt, wird an „Lämpe“ keine Freude haben.

    Wer sich allerdings neben der Ermittlerarbeit von Kommissar Felber und seinem Team für das Privatleben Felber´s, seine Gedanken, Ängste, Sorgen und seine Traurigkeit interessiert sowie mit dem omnipräsenten, aber nie nervigen Lokalkolorit rund um Zürich „leben“ kann, der sollte hier bedenkenlos zugreifen. Denn auch in diesem Part der Geschichte finden sich philosophische Ansätze und (versteckte) Kritik an der (Arbeits-)Überlastung, der zunehmenden Technisierung und der Gesellschaft im Allgemeinen.

    An zwei Stellen beweist der Autor darüber hinaus seinen Sinn für Humor, indem er „versteckte“ Eigenwerbung betreibt; hier musste ich doch herzhaft grinsen.

    Das offene Ende lässt vermuten und hoffen, dass es (mindestens) einen dritten Fall für Pascal Felber und sein Team gibt!

    Alles in Allem war „Lämpe“ also ein Krimi, der mir ein paar abwechslungsreiche Stunden beschert hat.

    5*

    ©kingofmusic