Krähentage

Rezensionen zu "Krähentage"

  1. Ein spannender Reihenauftakt

    Inhalt: Das Ermittlerduo Jakob Krogh und Mila Weiss steht vor einem rätselhaften Fall: Eine ältere Frau wird ermordet aufgefunden, doch ihre Nachbarn sagen aus, sie hätten die Frau vor Kurzem noch gesehen – nach ihrem Tod. Kurze Zeit später wird die Leiche eines Studenten aufgefunden; auch er wurde – nach seinem Tod – noch in einer Vorlesung gesehen. Zudem finden sich Krähen an den Tatorten eingesperrt, die eine rätselhafte Botschaft mit sich tragen…

    Persönliche Meinung: „Krähentage“ ist ein Thriller von Benjamin Cors, der den Auftakt einer neuen Reihe um das Ermittlerteam „Gruppe 4“, geleitet von Jakob Krogh und Mila Weiss, bildet. Erzählt wird die Handlung aus drei personalen Perspektiven: So wird neben den Perspektiven von Jakob und Mila auch diejenige der Täterfigur eingenommen. Man weiß als Lesender durch die Perspektive der Täterfigur relativ früh deren Identität, wodurch für mich leider etwas Rätselspannung aus der Handlung genommen worden ist. Auf der anderen erhält man durch diese Perspektivierung detaillierte, dreidimensionale Einblicke in die Psyche der Täterfigur (diese Einblicke sind wirklich sehr stark geschrieben!), sodass dennoch Spannung(en) in der Handlung aufkommen. Interessant ist auch der Modus Operandi der Täterfigur: Vor dem Mord schlüpft sie zunächst in das Leben ihrer Opfer – die Motivation dahinter soll an dieser Stelle nicht gespoilert werden. Zusätzlich tragen auch die beiden ermittelnden Protagonisten Altlasten aus der Vergangenheit mit sich herum, die den Lesenden erst schrittweise offenbart werden. Die Handlung besitzt also – obwohl die Täterfigur recht früh feststeht – eine schöne Spannungskurve: Schritt für Schritt erfährt man mehr über die Ermittlerfiguren und die Vergangenheit der Täterfigur, sodass sich eine durchdacht konstruierte Handlung ergibt. Und: Am Ende findet sich noch ein großer Twist, der kaum zu erahnen ist. Der Schreibstil von Benjamin Cors ist anschaulich und angenehm sowie flüssig zu lesen, sodass man nur so durch den Roman fliegt. Insgesamt ist „Krähentage“ ein spannender Auftakt einer neuen Thrillerreihe, der sowohl interessante Ermittlerfiguren als auch eine besondere Täterfigur beinhaltet.

  1. Düstere Verwicklungen

    Eine Reihe von Morden, wo Krähen eine Rolle spielen. Wie hängen die Morde zusammen? Das gilt es in „Krähentage“ herauszufinden.
    Die neu gegründete Ermittlungsgruppe 4 um Jakob Krogh und Mila Weiss steht vor einem Rätsel. Erst der Mord an einer älteren Dame, dann ein Student, schließlich ein Geschäftsmann und ein alleinstehender Rentner. An allen Tatorten sind Krähen mit verheerenden Botschaften vorzufinden. Was hat es damit auf sich?
    Ich war von der ersten Seite an komplett gefesselt. Die Morde haben erst mit der Zeit Sinn ergeben und je mehr ich gelesen habe, desto mehr hat sich die Story zusammen gesetzt. Von witzig- überspitzten Dialogen (Warum die stärksten Kerle eingestellt werden vs. eine Thai Boxerin), einen Soundsystem benannt nach dem Staatsanwalt, bildliche Vergleiche und rasante Verfolgungsjagden bis hin zu Wissen über Krähen war alles gegeben. Durch die hitzigen Dialoge und synchronen Handlungen ging die Spannung nicht verloren. Plottwists lenkten die Story zusätzlich in neue Richtungen. Was für mich sehr erschreckend war ist die Radikalität und mangelnde Empathie des Täters. Ich gebe dem anspruchsvollen und sehr düsteren Buch fünf Sterne. Wer eher einen leichteren Krimi sucht, ist mit Krimis wie „Die Sehenden und die Toten“ oder „Der falsche Vogel“ aber besser beraten.

  1. 5
    20. Jun 2024 

    Spannender Thriller - sehr zu empfehlen!

    Mysteriöse Mordfälle beschäftigen die Gruppe 4, die zur Aufklärung der Serienstraftaten neu gegründet wurde. Die Leitung des Teams übernehmen Jakob Krogh, nach einer Auszeit wieder im Polizeidienst, und Mila Weiss, eine erfolgreiche Ermittlerin aus Wien.
    Der erste Fall ist mysteriös: eine einsame ältere Frau in ihrer Wohnung ermordet, ihre Leiche mit einer ausgehungerten Krähe in einem abgedunkelten Raum. Unerklärbar zu dem Zeitpunkt ist, dass man die Frau noch nach ihrem Tod gesehen hat.
    Auch im nächsten Fall wurde der bereits ermordete Student Ben bei der Vorlesung an der Uni gesehen. Und auch in seinem Apartment befinden sich ausgehungerte Krähen. Jedes Mal hinterlässt der Täter am Tatort zusätzlich eine mysteriöse Botschaft.

    Während die Ermittler noch im Dunkeln tappen, kennt der Leser den Täter bereits von Anfang an. Der Spannung tut dies jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil; ich fand es total interessant den Gedanken des Täters zu folgen, seine Pläne im Voraus zu kennen und ihre Umsetzung zu beobachten. Es sind insgesamt schaurige Szenen, die man nur fassungslos verfolgen kann.

    Auch die Ermittlungen, obwohl längere Zeit erfolglos, sind spannend. Der Täter scheint der Gruppe 4 immer einen Schritt im Voraus zu sein. Dabei setzt sich das Ermittlerteam aus erfahrenen erfolgreichen Kriminalbeamten zusammen. Einigen von ihnen macht ihre bewegende, womöglich eine düstere Vergangenheit sehr zu schaffen. Und dies erhöht zusätzlich die Spannung.

    Ein brutaler, hochintelligenter Täter, interessante Charaktere, temporeiche Handlung mit einigen überraschenden Wendungen, stetiger Nervenkitzel– all das spricht für „Krähentage“ als einen gelungenen, hochspannenden Thriller.
    Sehr zu empfehlen!

  1. Die Story lässt mich nicht mehr los

    Die Geschichte lässt mich nicht mehr los.

    Der dtv Verlag hat am 23. Mai 2024, - Krähentage - von dem Deutsch-Franzosen Benjamin Cors, auf dem deutschen Markt veröffentlicht.
    Es ist das Thriller-Debüt des Schriftstellers.
    Zum Inhalt:
    Tote Krähen, offensichtlich verhungert, Überbringer einer schrecklichen Botschaft, werden an den Tatorten zweier Morde aufgefunden. Das Unglaubliche: beide Tote wurden nach ihrem Ableben in der Öffentlichkeit gesichtet. Handelt es sich hier um einen wahrlich grausamen & cleveren Täter?
    Der neue Chefermittler der Gruppe 4, Jakob Krogh und seine Partnerin Mila Weiss müssen sich nun schnellstens kennenlernen und Vertrauen aufbauen, um den Täter zu stoppen.

    Mein persönlicher Eindruck und Leseerlebnis

    Die düstere Farbgebung des Covers & das Bild einer Krähe.
    Ich bin gedanklich sofort bei dem weltweit bekanntem Horrorfilm: die Vögel.
    Jetzt ist meine Neugier geweckt und ich weiß, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte.
    Also hat das Cover sein Arbeitsziel sehr gut erfüllt.

    Aufbau, Verlauf, Logik
    Der Einstieg in diese Story gelingt mir atemberaubend schnell. Die Protagonisten werden schnell zu der Geschichte zugeführt, gut skizziert und im weiteren Verlauf überzeugend weiterentwickelt.
    Mir hat das Ermittlerteam wirklich sehr gut gefallen.
    Die eingestreuten Interaktionen des Teams und ihrem Umfeld wurden glaubhaft wiedergegeben. Es entstand ein Gefühl, als ob ich dabei wäre.
    Der in sich logische Aufbau der Erzählung ist überzeugend & in sich logisch. Es ist dem Schriftsteller gelungen durch kurze Satzkonstruktionen, bei mir maximale Aufmerksamkeit zu generieren. Zudem wirkte sich das positiv auf das Momentum und den Lesefluss aus.
    Wann immer ich gezwungen war, die Lesung zu unterbrechen, dachte ich über die Erzählung nach und konnte war ungeduldig, konnte das weitere Eintauchen in die Story kaum abwarten.

    Zusammenfassung & Fazit:
    Ein durchweg mitreißendes Thriller - Debüt, dass mich zu 100 % überzeugen konnte.
    Ich vergebe ausgezeichnete 4,5* Lesepunkte.
    (In Anbetracht dessen, dass einige Verlage dazu übergegangen sind, sehr aufwendig gestaltete und überraschende Cover - Kreationen zu verwenden, muss ich hier, um der Fairness willen, einen halben Punkt abziehen.)
    Ich empfehle diesen spannenden und flüssig lesbaren Thriller allen Fans des Genres & denen, die es werden wollen.

    ISDN: 978-3423220552
    Formate: Hörversion, E-Book, Taschenbuch
    Seitenzahl: 400