Korrosion

Buchseite und Rezensionen zu 'Korrosion' von Peter Beck
4.2
4.2 von 5 (5 Bewertungen)

Eine vereinsamte alte Frau wird an Weihnachten erschlagen. Sie hinterlässt nicht nur ein Millionenerbe, sondern auch eine bittere Anklage: Eines ihrer Kinder soll für den Tod ihres Mannes verantwortlich sein. Tom Winter, wortkarger Sicherheitschef ihrer Bank, reist um die halbe Welt, um die drei Nachkommen aufzustöbern – und gerät in ein verstörendes Geflecht aus Missbrauch, Ausbeutung und Rache.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:352
Verlag: Emons Verlag
EAN:9783740800406

Rezensionen zu "Korrosion"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Apr 2019 

    Spannend gehts weiter mit Tom Winter

    Der erste Fall mit Tom Winter „Söldner des Geldes“ hatte mich schon begeistert und ich war gespannt, ob der Autor es schafft, dieses Level zu halten. Ich kann jetzt schon sagen, ja er hat es geschafft!

    Bereits der Prolog hat es in sich – Der karameliserte Bäcker lag im Ofen …..

    Und dann geht es los. Tom Winter, Sicherheitschef einer Bank, ist derzeit gehandicapt mit einem Robocop-Arm, denn ihn hatte beim Ski fahren eine Lawine erwischt. Im Moment unterstützt er seinen Freund und Kollegen Stefan Schütz bei der Klärung der Frage, weshalb Babette Berger, eine alte, wohlhabende Dame, ihren jährlichen Termin nicht wahrgenommen hat. Die erste Überraschung erlebt er, als er in das Wohngebiet Bethlehem kommt, denn es scheint eine fast asoziale Gegend zu sein. Die Wohnung muss er von der Hausmeisterin öffnen lassen und sie entdecken dann Frau Berger mit einem Loch im Kopf und einer Stricknadel im Auge tot dort liegen. In einer Uhr findet er einen Umschlag mit Familienfotos und erfährt, dass sie isoliert gelebt hat, lediglich mit einem afrikanischen Putzmann hatte sie Kontakt. Nun ändert sich die Auftragslage für Tom. Im Testament hatte Frau Berger festgelegt, dass vor der offiziellen Testamentseröffnung und der Verteilung des Erbes festgestellt werden muss, wer von ihren drei Kindern für den Tod des Vaters verantwortlich ist. Zwischen den anderen beiden würde das Geld aufgeteilt werden. Da die Kinder verstreut leben, reist Tom zuerst auf die Azoren zu Tochter Helga, dann zum Sohn Rolf nach England und am Ende zu Brigitte nach Nürnberg. Eines wird klar, hier hatte jeder einen Grund für den Mord sowohl am Vater als auch an der Mutter und jeder könnte das Geld sehr gut gebrauchen! Tom liegt an der Aufklärung, seinem Chef von Tobler ist der Täter nicht so wichtig, für ihn hat der Profit und damit der Verbleib der Millionen bei seiner Bank oberste Priorität.

    Eingestreut und kursiv gedruckt lernt der Leser den Sudanesen Tijo Obado kennen, der gerade Frau und Töchter verloren hat und jetzt auf der Flucht nach Europa ist. Diesen Part fand ich persönlich sehr gut recherchiert, aktuell und leider realistisch.

    Eines ist klar, an Action mangelt es auch in diesem Fall nicht. Tom hat sich in diesen Fall, einem Terrier gleich, förmlich verbissen, bis er ihn endgültig aufgeklärt hat. Dabei zeigt er trotz seiner Behinderung oftmals übermenschliche Kräfte und Energie. Die Story ist temporeich, fesselnd, sehr komplex und das eigentliche Ausmaß der Geschichte zeigt sich erst im überraschenden Finale. Durch die kurzen Kapitel kam keinerlei Langeweile auf und der Schreibstil war flüssig zu lesen.

    Das Cover fühlt sich klasse an, ist hochwertig und sehr passend.

    Von mir eine klare Leseempfehlung!

  1. 5
    (5 von 5 *)
     - 15. Apr 2019 

    Eine gelungene Mischung aus Anspruch und Spannung

    „Die Frage war der Bluthund der Intelligenz.“ (Zitat Seite 55)

    Inhalt:
    1971 stirbt ein Bäcker in seinem Backofen. Mehr als vierzig Jahre später wird seine Witwe während der Weihnachtstage ermordet. Ihr Aktiendepot in zweistelliger Millionenhöhe wird seit Jahrzehnten von einer angesehenen Schweizer Privatbank verwaltet. Ihre Anweisungen für den Todesfall legen fest, dass ihr Testament erst vollstreckt werden darf, wenn geklärt ist, welches ihrer drei Kinder damals für den Tod ihres Ehemannes verantwortlich war. Tom Winter, dem erfahrenen Sicherheitschef der Bank fällt die schwierige Aufgabe zu, die drei möglichen Erben zu finden und den Sachverhalt zu klären.

    Thema und Genre:
    In diesem spannenden Buch, einzuordnen zwischen Roman und Thriller, geht es um aktuelle, wichtige Themen wie Flüchtlinge, Missbrauch und Umwelt, aber auch um Familie. Eine Kernfrage dreht sich um Ursache und Wirkung und den Graubereich zwischen Schuld und Gerechtigkeit. Die Finanzwelt bleibt im Hintergrund.

    Charaktere:
    Tom Winter ist ein erfahrener Ermittler und sein Einsatz bewegt sich zwischen psychologischen und körperlichen Herausforderungen, die ihn an seine Grenzen bringen. Private Befindlichkeiten setzt der Autor maßvoll und nur dort ein, wo es für die Handlung wichtig ist.

    Handlung und Schreibstil:
    Orte der Handlung sind neben der Schweiz die Azoren, England und Deutschland und der Handlungszeitraum erstreckt sich über wenige Wochen zwischen Ende Dezember und Ende Januar. In einem zweiten Handlungsstrang wird der abenteuerliche Weg eines Flüchtlings aus dem Sudan bis nach Europa beschrieben. Beide Erzählstränge sind trotz der intensiven Schilderungen knapp und rasant geschrieben, was die Geschichte dicht und packend macht.

    Fazit:
    Ein anspruchsvoller Thriller mit Tiefgang und Themen, die den Leser nachdenklich stimmen. Dazu eine spannende Handlung mit rasanten Abläufen und einem smarten Ermittler, eine sehr gelungene Kombination.

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 21. Mär 2017 

    Hat mir nur in Teilen gefallen

    Inhalt:
    Tom Winter möchte eine einsame alte Frau Besuchen und findet dieses ermordet auf. Sie hinterlässt ein Testament in dem steht das ein Kind ihren zweiten Mann ermordet haben muss und erst wenn dieses gefunden ist soll das Testament vollstreckt werden. Tom Winter macht sich auf die Suche.

    Meine Meinung:
    Hinten auf dem Buch steht "Sind sie bereit für diesen Thriller" Entweder bin ich es nicht oder er war einfach wirklich nichts für mich.

    Ich bekam vom Verlag die Anfrage ob ich Korrision lesen mag. Die Geschichte reizte mich und die ersten positiven Stimmen von anderen Bloggern waren auch zu lesen. Also entschied ich mich für das Buch. Ich begann zu lesen und ahnte schon das es wohl doch nichts für mich ist. Dabei ist die Story interessant. Der Einstieg ist der Mord an dem besagten Ehemann. Eine grausame Vorstellung wie er gestorben ist, bei der Peter Beck aber nicht zu sehr ins Detail geht. Danach der Sprung in die Gegenwart und zu Tom Winter. Zwischen den Kapiteln immer mal wieder ein Abschnitt von der Flucht von Tijo Obado. Das aktuelle Thema "Flüchtlinge" wurde hier beleuchtet.
    Doch gerade zu Beginn fiel mir das Mitkommen in der Geschichte schwer, auch wegen der Abschnitte der Flucht. die mich immer wieder aus der Gegenwart raus holten. Bei mir wollte keine richtige packende Spannung aufkommen.

    Auch mit den Personen, im speziellen mit Tom Winter, wurde ich nicht warm. Vielleicht liegt es daran das ich den ersten Band nicht kenne. Vielleicht an der Art von Winter, die mir irgendwie nicht zusagte. Ich weiß es nicht. Er wirkt ein wenig wie ein Held, der er gar nicht ist. Die Tatsache das er Polizist war und nun in einer Bank arbeitet erklärt zumindest warum er in einem Mord ermittelt. Es gab so ein paar Dinge die mich an ihm aber störten. Er hat einen komplizierten Armbruch wird ruck zuck aus dem Krankenhaus entlassen und stürzt sich dann in diesen Fall. Und Stürzen ist das Stichwort, denn der Arm muss mehrfach einiges aushalten und doch passiert nicht viel.

    Manches an dieser Geschichte war mir zu genau beschrieben, so dass ich Abschnitte sogar mehr überflog als das ich sie gelesen habe. Trotzdem war die Geschichte nicht schlecht. Es ist schwierig für mich richtig zu bewerten, denn es gab einiges was mich fesselte. Zum Beispiel die Flucht von Tijo und seine Geschichte. Und auch das Ende war gut gewählt und klärte alles auf und ließ keine Fragen offen.

    Mein Fazit: Ein Thriller wäre für mich etwas anderes. Ich würde Korrosion eher als Krimi einstufen, der mir in Teilen gefallen hat, aber mich nicht vollends überzeugen konnte.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 24. Feb 2017 

    Seine Lawine

    Tom Winter, ein ehemaliger Polizist, arbeitet als Sicherheitschef einer Schweizer Bank. Zwischen den Tagen hat er knapp einen Lawinenabgang überlebt und trotz des komplizierten Armbruchs geht er arbeiten. Es scheint auch ganz einfach zu sein. Eine betagte Kundin der Bank ist nicht zu einem Termin erschienen und Winter soll nur herausfinden, ob es der alten Dame gutgeht. Es steht mit ihrer Gesundheit nicht zum Besten, im Gegenteil, Winter findet Frau Berger tot in ihrer Wohnung, offensichtlich ermordet. Sie hinterlässt ein stattliches Vermögen, allerdings soll das ihrer Kinder, welches schuld am Tod ihres zweiten Mannes ist, leer ausgehen. Und bevor nicht festgestellt wurde, wer der oder die Schuldige unter den drei inzwischen natürlich erwachsenen Kindern ist, kann das Testament nicht eröffnet werden.

    Tom Winter hat also einen Auftrag, dazu muss er zunächst einmal die drei Hinterbliebenen ausfindig machen. Sein Weg führt ihn dabei durch halb Europa. Er spürt eine Familiengeschichte auf, die wahrlich nicht neidisch macht. Undurchsichtig ist zunächst, was der sudanesische Bekannte der Toten, der hin und wieder mal beim Einkauf geholfen hat, mit der Sache zu tun hat. Oder ist er aus ganz anderen Gründen verschwunden? Winters Neugier ist geweckt und er macht sich nicht so sehr daran, die Vorgaben seines Arbeitgebers zu erfüllen, sondern er will der Wahrheit auf den Grund gehen.

    Nach Beendigung der Lektüre dieses zweiten Bandes um den Sicherheitschef Tom Winter fragt man sich zwar, welche Bedeutung der Titel hat oder ob man etwas verpasst hat (ein Blick auf die web.site des Autors kann hier hilfreich sein), zum Glück beeinflusst das nicht die Enträtselung dieses Falles, bei der einen der Autor an die Hand nimmt und es schafft, ohne einen in die Irre zu leiten, am Ende doch eine Überraschung zu bieten. Gefesselt verfolgt man die Spuren, die die alte Dame und ihre Kinder hinterlassen haben. Auch wenn Tom Winters Gesundheit manchmal etwas arg strapaziert wird, bewundert man seine Hartnäckigkeit und empfindet Sympathie in den Momenten, in denen er seine empfindsame Seite zeigt. Ein Roman wie eine Sphinx, die Reisende erwürgte, wenn sie ihre Rätsel nicht lösen konnten. Glücklicherweise wird hier das Rätsel auf sehr zufriedenstellende und packende Weise in einem fulminanten und rasanten Finale gelöst und wie am Schluss angedeutet, steht schon die nächste Aufgabe für Tom Winter bereit.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Feb 2017 

    Tom Winter, der James Bond der Schweiz

    Kurz zur Geschichte
    Ein Bäcker wird karamellisiert in seinem Industriebackofen aufgefunden. Wer hat den Mann so schrecklich sterben lassen? An Weihnachten wird eine alte, einsam lebende Frau tot in ihrer Wohnung entdeckt. Wer hat sie so grausam zugerichtet? Die Dame hinterlässt ein beträchtliches Erbe für ihre drei erwachsenen Kinder, doch mit dem Zusatz, das ein Kind nichts erbt und zwar dieses, welches damals für den Tod des Vaters im Backofen verantwortlich ist. Tom Winter bekommt als Sicherheitschef der verantwortlichen Bank den Auftrag alle Kinder aufzusuchen und diese an einem Ort zusammenzubringen um das Erbe zu klären. Der Job erweist als lebensgefährlich und nicht so einfach wie zu anfangs gedacht.

    Meine Meinung
    Dies ist Band 2 mit Tom Winter in der Hauptrolle und ein in sich abgeschlossener Fall, der es mal wieder in sich hat. Tom Winter ist für mich der "James Bond" aus der Schweiz und dieser Thriller hat mich von Anfang an begeistert.

    ~ Kurze Rückblende in das Jahr 1971 ~
    In einer Backstube wird ein Bäcker tot in seinem Industriebackofen aufgefunden, karamellisiert von heruntergetropftem Guss eines über ihm verbrannten Apfelkuchens. Lecker, ich hoffe das Bild brennt sich jetzt nicht so bei mir ein, das ich beim Apfelkuchen essen immer daran denken muss. Puuuuh, da hat Peter Beck aber gleich auf den ersten beiden Seiten sich was ausgedacht. "schüttel"

    ~ Aktuelle Geschehnisse ~
    Tom Winter, ehemaliger Einsatzleiter bei einer Polizeieinheit, ist mittlerweile Sicherheitschef einer kleinen Privatbank geworden und bekommt einen heiklen, nicht ganz ungefährlichen Auftrag. Ein Kollege aus der Bank machte sich Sorgen das Frau Berger, die nicht wie seit vielen Jahren zu einem festen Termin erschienen ist. Er beauftragt Tom mal bei ihr nach dem Rechten zu sehen. Tom und seine Kollegin Leonie finden die Dame in ihrer Wohnung in einem großen anonymen Wohnblock tot auf. Schrecklich zugerichtet. Der Verdacht fällt sofort auf Tijo Obado, der als Flüchtling in dem Haus als Reinigungskraft arbeitet und Kontakt zur Toten hatte. Winter macht sich nun auf eine Rundreise, denn die drei Kinder der alten Dame wohnen auf den Azoren, in Nürnberg und Manchester, doch zur Testamentseröffnung sollen alle an einen Tisch zusammenkommen. In jedem Land erlebt Winter etwas, eine Tochter gilt als vermisst, die andere Tochter sitzt krebskrank im Rollstuhl und der einzige Sohn lebt versoffen in England. Das klingt nicht ganz so einfach. Was man von den erwachsenen Kindern dann über ihre Kindheit in der Backstube erfährt, lässt den Mord am Bäckervater in ein ganz anderes Licht rücken. Bei der Testamentseröffnung werden die Nachkommen vor eine Entscheidung gestellt, das Kind welches damals am Tod des Vaters verantwortlich sein soll, wird nichts erben, doch alle sind gierig nach dem großen Geldbatzen. Wird es Tom gelingen den Fall zu lösen, denn hier ist jeder wieder sich selbst der Nächste.

    ~ Rückblende in den Sudan ~
    Zwischen den Kapiteln um Frau Berger und ihre Kinder, kommt Tijo zu Wort. Hier begleiten wird den Flüchtling auf seiner lebensgefährlichen Reise aus seiner Heimat, dem Sudan, auf den Weg nach Europa. Peter Beck hat hier sehr intensiv und beängstigend aufgezeichnet, was ein Mensch alles auf sich nimmt um dem Krieg zu entkommen. Das Tijo eigentlich auch einen richtig wichtigen Grund hat nach Europa zu kommen, das erfährt man erst fast am Ende des Buches, aber das war sehr überraschend, erschreckend und aufklärend.
    Auf den letzten Seiten geht es nochmal richtig drunter und drüber, ich hetzte atemlos von einer Seite zur nächsten und hatte zeitweise das Gefühl in einem Kino zu sitzen und einen Action-Film zu schauen.
    Die Aufklärung am Ende des Buches hat meine ganze Sichtweise auf die Story auf den Kopf gestellt und alles in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

    Peter Beck konnte mich richtig mitreißen und die verschiedenen Sichtweisen der Kapitel haben keine Langeweile aufkommen lassen. Der Schreibstil ist gut zu lesen und der Thriller-Plot besteht aus: - Spannung - Action - Brutalität - unvorhersehbaren Wendungen - einem schlüssigen Ende