Korrosion

Buchseite und Rezensionen zu 'Korrosion' von Peter Beck
3.65
3.7 von 5 (3 Bewertungen)

Eine vereinsamte alte Frau wird an Weihnachten erschlagen. Sie hinterlässt nicht nur ein Millionenerbe, sondern auch eine bittere Anklage: Eines ihrer Kinder soll für den Tod ihres Mannes verantwortlich sein. Tom Winter, wortkarger Sicherheitschef ihrer Bank, reist um die halbe Welt, um die drei Nachkommen aufzustöbern – und gerät in ein verstörendes Geflecht aus Missbrauch, Ausbeutung und Rache.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:352
Verlag: Emons Verlag
EAN:9783740800406

Rezensionen zu "Korrosion"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 21. Mär 2017 

    Hat mir nur in Teilen gefallen

    Inhalt:
    Tom Winter möchte eine einsame alte Frau Besuchen und findet dieses ermordet auf. Sie hinterlässt ein Testament in dem steht das ein Kind ihren zweiten Mann ermordet haben muss und erst wenn dieses gefunden ist soll das Testament vollstreckt werden. Tom Winter macht sich auf die Suche.

    Meine Meinung:
    Hinten auf dem Buch steht "Sind sie bereit für diesen Thriller" Entweder bin ich es nicht oder er war einfach wirklich nichts für mich.

    Ich bekam vom Verlag die Anfrage ob ich Korrision lesen mag. Die Geschichte reizte mich und die ersten positiven Stimmen von anderen Bloggern waren auch zu lesen. Also entschied ich mich für das Buch. Ich begann zu lesen und ahnte schon das es wohl doch nichts für mich ist. Dabei ist die Story interessant. Der Einstieg ist der Mord an dem besagten Ehemann. Eine grausame Vorstellung wie er gestorben ist, bei der Peter Beck aber nicht zu sehr ins Detail geht. Danach der Sprung in die Gegenwart und zu Tom Winter. Zwischen den Kapiteln immer mal wieder ein Abschnitt von der Flucht von Tijo Obado. Das aktuelle Thema "Flüchtlinge" wurde hier beleuchtet.
    Doch gerade zu Beginn fiel mir das Mitkommen in der Geschichte schwer, auch wegen der Abschnitte der Flucht. die mich immer wieder aus der Gegenwart raus holten. Bei mir wollte keine richtige packende Spannung aufkommen.

    Auch mit den Personen, im speziellen mit Tom Winter, wurde ich nicht warm. Vielleicht liegt es daran das ich den ersten Band nicht kenne. Vielleicht an der Art von Winter, die mir irgendwie nicht zusagte. Ich weiß es nicht. Er wirkt ein wenig wie ein Held, der er gar nicht ist. Die Tatsache das er Polizist war und nun in einer Bank arbeitet erklärt zumindest warum er in einem Mord ermittelt. Es gab so ein paar Dinge die mich an ihm aber störten. Er hat einen komplizierten Armbruch wird ruck zuck aus dem Krankenhaus entlassen und stürzt sich dann in diesen Fall. Und Stürzen ist das Stichwort, denn der Arm muss mehrfach einiges aushalten und doch passiert nicht viel.

    Manches an dieser Geschichte war mir zu genau beschrieben, so dass ich Abschnitte sogar mehr überflog als das ich sie gelesen habe. Trotzdem war die Geschichte nicht schlecht. Es ist schwierig für mich richtig zu bewerten, denn es gab einiges was mich fesselte. Zum Beispiel die Flucht von Tijo und seine Geschichte. Und auch das Ende war gut gewählt und klärte alles auf und ließ keine Fragen offen.

    Mein Fazit: Ein Thriller wäre für mich etwas anderes. Ich würde Korrosion eher als Krimi einstufen, der mir in Teilen gefallen hat, aber mich nicht vollends überzeugen konnte.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 24. Feb 2017 

    Seine Lawine

    Tom Winter, ein ehemaliger Polizist, arbeitet als Sicherheitschef einer Schweizer Bank. Zwischen den Tagen hat er knapp einen Lawinenabgang überlebt und trotz des komplizierten Armbruchs geht er arbeiten. Es scheint auch ganz einfach zu sein. Eine betagte Kundin der Bank ist nicht zu einem Termin erschienen und Winter soll nur herausfinden, ob es der alten Dame gutgeht. Es steht mit ihrer Gesundheit nicht zum Besten, im Gegenteil, Winter findet Frau Berger tot in ihrer Wohnung, offensichtlich ermordet. Sie hinterlässt ein stattliches Vermögen, allerdings soll das ihrer Kinder, welches schuld am Tod ihres zweiten Mannes ist, leer ausgehen. Und bevor nicht festgestellt wurde, wer der oder die Schuldige unter den drei inzwischen natürlich erwachsenen Kindern ist, kann das Testament nicht eröffnet werden.

    Tom Winter hat also einen Auftrag, dazu muss er zunächst einmal die drei Hinterbliebenen ausfindig machen. Sein Weg führt ihn dabei durch halb Europa. Er spürt eine Familiengeschichte auf, die wahrlich nicht neidisch macht. Undurchsichtig ist zunächst, was der sudanesische Bekannte der Toten, der hin und wieder mal beim Einkauf geholfen hat, mit der Sache zu tun hat. Oder ist er aus ganz anderen Gründen verschwunden? Winters Neugier ist geweckt und er macht sich nicht so sehr daran, die Vorgaben seines Arbeitgebers zu erfüllen, sondern er will der Wahrheit auf den Grund gehen.

    Nach Beendigung der Lektüre dieses zweiten Bandes um den Sicherheitschef Tom Winter fragt man sich zwar, welche Bedeutung der Titel hat oder ob man etwas verpasst hat (ein Blick auf die web.site des Autors kann hier hilfreich sein), zum Glück beeinflusst das nicht die Enträtselung dieses Falles, bei der einen der Autor an die Hand nimmt und es schafft, ohne einen in die Irre zu leiten, am Ende doch eine Überraschung zu bieten. Gefesselt verfolgt man die Spuren, die die alte Dame und ihre Kinder hinterlassen haben. Auch wenn Tom Winters Gesundheit manchmal etwas arg strapaziert wird, bewundert man seine Hartnäckigkeit und empfindet Sympathie in den Momenten, in denen er seine empfindsame Seite zeigt. Ein Roman wie eine Sphinx, die Reisende erwürgte, wenn sie ihre Rätsel nicht lösen konnten. Glücklicherweise wird hier das Rätsel auf sehr zufriedenstellende und packende Weise in einem fulminanten und rasanten Finale gelöst und wie am Schluss angedeutet, steht schon die nächste Aufgabe für Tom Winter bereit.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Feb 2017 

    Tom Winter, der James Bond der Schweiz

    Kurz zur Geschichte
    Ein Bäcker wird karamellisiert in seinem Industriebackofen aufgefunden. Wer hat den Mann so schrecklich sterben lassen? An Weihnachten wird eine alte, einsam lebende Frau tot in ihrer Wohnung entdeckt. Wer hat sie so grausam zugerichtet? Die Dame hinterlässt ein beträchtliches Erbe für ihre drei erwachsenen Kinder, doch mit dem Zusatz, das ein Kind nichts erbt und zwar dieses, welches damals für den Tod des Vaters im Backofen verantwortlich ist. Tom Winter bekommt als Sicherheitschef der verantwortlichen Bank den Auftrag alle Kinder aufzusuchen und diese an einem Ort zusammenzubringen um das Erbe zu klären. Der Job erweist als lebensgefährlich und nicht so einfach wie zu anfangs gedacht.

    Meine Meinung
    Dies ist Band 2 mit Tom Winter in der Hauptrolle und ein in sich abgeschlossener Fall, der es mal wieder in sich hat. Tom Winter ist für mich der "James Bond" aus der Schweiz und dieser Thriller hat mich von Anfang an begeistert.

    ~ Kurze Rückblende in das Jahr 1971 ~
    In einer Backstube wird ein Bäcker tot in seinem Industriebackofen aufgefunden, karamellisiert von heruntergetropftem Guss eines über ihm verbrannten Apfelkuchens. Lecker, ich hoffe das Bild brennt sich jetzt nicht so bei mir ein, das ich beim Apfelkuchen essen immer daran denken muss. Puuuuh, da hat Peter Beck aber gleich auf den ersten beiden Seiten sich was ausgedacht. "schüttel"

    ~ Aktuelle Geschehnisse ~
    Tom Winter, ehemaliger Einsatzleiter bei einer Polizeieinheit, ist mittlerweile Sicherheitschef einer kleinen Privatbank geworden und bekommt einen heiklen, nicht ganz ungefährlichen Auftrag. Ein Kollege aus der Bank machte sich Sorgen das Frau Berger, die nicht wie seit vielen Jahren zu einem festen Termin erschienen ist. Er beauftragt Tom mal bei ihr nach dem Rechten zu sehen. Tom und seine Kollegin Leonie finden die Dame in ihrer Wohnung in einem großen anonymen Wohnblock tot auf. Schrecklich zugerichtet. Der Verdacht fällt sofort auf Tijo Obado, der als Flüchtling in dem Haus als Reinigungskraft arbeitet und Kontakt zur Toten hatte. Winter macht sich nun auf eine Rundreise, denn die drei Kinder der alten Dame wohnen auf den Azoren, in Nürnberg und Manchester, doch zur Testamentseröffnung sollen alle an einen Tisch zusammenkommen. In jedem Land erlebt Winter etwas, eine Tochter gilt als vermisst, die andere Tochter sitzt krebskrank im Rollstuhl und der einzige Sohn lebt versoffen in England. Das klingt nicht ganz so einfach. Was man von den erwachsenen Kindern dann über ihre Kindheit in der Backstube erfährt, lässt den Mord am Bäckervater in ein ganz anderes Licht rücken. Bei der Testamentseröffnung werden die Nachkommen vor eine Entscheidung gestellt, das Kind welches damals am Tod des Vaters verantwortlich sein soll, wird nichts erben, doch alle sind gierig nach dem großen Geldbatzen. Wird es Tom gelingen den Fall zu lösen, denn hier ist jeder wieder sich selbst der Nächste.

    ~ Rückblende in den Sudan ~
    Zwischen den Kapiteln um Frau Berger und ihre Kinder, kommt Tijo zu Wort. Hier begleiten wird den Flüchtling auf seiner lebensgefährlichen Reise aus seiner Heimat, dem Sudan, auf den Weg nach Europa. Peter Beck hat hier sehr intensiv und beängstigend aufgezeichnet, was ein Mensch alles auf sich nimmt um dem Krieg zu entkommen. Das Tijo eigentlich auch einen richtig wichtigen Grund hat nach Europa zu kommen, das erfährt man erst fast am Ende des Buches, aber das war sehr überraschend, erschreckend und aufklärend.
    Auf den letzten Seiten geht es nochmal richtig drunter und drüber, ich hetzte atemlos von einer Seite zur nächsten und hatte zeitweise das Gefühl in einem Kino zu sitzen und einen Action-Film zu schauen.
    Die Aufklärung am Ende des Buches hat meine ganze Sichtweise auf die Story auf den Kopf gestellt und alles in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

    Peter Beck konnte mich richtig mitreißen und die verschiedenen Sichtweisen der Kapitel haben keine Langeweile aufkommen lassen. Der Schreibstil ist gut zu lesen und der Thriller-Plot besteht aus: - Spannung - Action - Brutalität - unvorhersehbaren Wendungen - einem schlüssigen Ende